Neue Förderlinie im Saarland: Mehr große Sportevents geplant

Der Saar-Landtag tagt. (Archivbild) | Foto: Oliver Dietze/dpa

Saarbrücken. Das Saarland soll künftig häufiger Gastgeber großer Sportveranstaltungen werden. Die Landesregierung will gezielt internationale und nationale Wettkämpfe ins Land holen und dafür eine neue Förderlinie auf den Weg bringen.

Sportminister Reinhold Jost (SPD) kündigte im Landtag in Saarbrücken an, dass künftig vor allem Sportveranstaltungen mit überregionaler Bedeutung unterstützt werden sollen. Dazu zählen etwa Weltmeisterschaften, Europameisterschaften oder Wettbewerbe der Champions League. Die neue Förderrichtlinie befindet sich nach Angaben des Ministers derzeit in der Endabstimmung mit dem Landesrechnungshof.

Special Olympics als Beispiel

Als Beleg für das Potenzial des Landes verwies Jost auf die nationalen Sommerspiele der Special Olympics, die am Samstag, 21. Juni, zu Ende gegangen sind. Die Veranstaltung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung gilt als das größte Sportereignis in der Geschichte des Saarlandes.

  • 4.300 Athletinnen und Athleten nahmen teil
  • 27 Sportarten standen auf dem Programm
  • 23 Sportstätten im ganzen Land waren beteiligt

Nach Einschätzung des Ministers habe das Ereignis Sportgeschichte geschrieben und weit über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erzeugt. „Wir können groß im Saarland“, sagte Jost.

Auch grenzüberschreitende Events geplant

Künftig sollen auch Sportveranstaltungen in der Großregion förderfähig sein, wenn sie einen grenzüberschreitenden Charakter haben. Ziel sei es, die Attraktivität des Saarlandes als Standort für Spitzensport weiter zu erhöhen.

Nach Angaben der Landesregierung sind seit dem Jahr 2020 mehr als 40 Millionen Euro in die Modernisierung und Ertüchtigung von Sportstätten im Land geflossen. Rund 350.000 Menschen sind in etwa 2.000 Sportvereinen organisiert.

Kritik kam aus der Opposition. CDU-Abgeordneter Patrick Waldraff erklärte, die Special Olympics hätten keine zusätzliche Inszenierung durch eine Regierungserklärung gebraucht. Gleichzeitig warnte er vor strukturellen Problemen im saarländischen Sport. Viele Verbände seien finanziell unter Druck und es gebe immer weniger Ehrenamtliche. „Der Saar-Sport ist strukturell unterfinanziert“, sagte Waldraff. dpa/red

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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