Sparpaket trifft Saarland: Weniger Arzttermine in Praxen möglich
- Kommt es durch das Gesundheitssparpaket zu weiteren Terminengpässen und längeren Wartezeiten? Die Kassenärzte warnen davor. (Symbolbild)
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Berlin. Für viele Patientinnen und Patienten könnten Arzttermine knapper werden. Grund sind geplante Einsparungen im Gesundheitswesen. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung könnten bundesweit rund 46 Millionen Behandlungsfälle künftig nicht mehr finanziert sein.
Die Folgen wären auch im Südwesten spürbar. Im Saarland behandeln Hausärzte und Allgemeinmediziner derzeit durchschnittlich etwa 1.040 Patientinnen und Patienten pro Quartal. Nach den Berechnungen der Kassenärzte könnten es künftig nur noch rund 900 Fälle sein. Bei Kinderärzten würde die rechnerische Zahl der versorgten Patienten von 1.193 auf etwa 1.133 pro Quartal sinken.
Sparpaket soll Beiträge stabilisieren
Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch, 30. April, ein umfangreiches Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg. Bundestag und Bundesrat müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Ziel ist es, den stetigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu bremsen.
Nach den Planungen sollen die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das liegt etwas über dem erwarteten Defizit von rund 15,3 Milliarden Euro.
Diese Änderungen sind vorgesehen
Geplant sind mehrere Maßnahmen im Gesundheitssystem. Dazu zählen unter anderem:
- Begrenzte Vergütungsanstiege für Ärzte und Kliniken
- Wegfall einzelner Zusatzvergütungen für Arztpraxen
- Höhere Zuzahlungen bei Medikamenten
- Höhere Beiträge für Gutverdiener
- Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern
Nach Einschätzung der Kassenärzte könnte vor allem der Wegfall zusätzlicher Vergütungen dazu führen, dass Praxen weniger Behandlungen anbieten können. Das würde sich direkt auf verfügbare Termine auswirken. dpa/red
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |