Wohnungschecker in Neunkirchen: Neue Stelle prüft Mietwucher
- Sogenannte Schrottimmobilien, in denen Menschen unter unwürdigen Verhältnissen und zugleich zu überteuerten Mieten leben, sind bundesweit ein Problem. (Symbolbild)
- Foto: Christoph Reichwein/dpa
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Saarland. Überhöhte Mieten, überbelegte Wohnungen und zweifelhafte Meldeadressen sollen im Saarland schneller auffallen. Die Landesregierung richtet dafür gemeinsam mit Jobcentern im Landkreis Neunkirchen und im Regionalverband Saarbrücken neue Strukturen ein. Am Donnerstag, 1. Oktober, startet im Landkreis Neunkirchen das Projekt „Wohnungschecker“, wie Sozialminister Magnus Jung (SPD) ankündigte.
Was die neue Stelle prüfen soll
Die Anlaufstelle sitzt in der Behörde und soll Hinweise systematisch auswerten. Es geht um Fälle, bei denen Mieten auffällig hoch sind oder Wohnraum auf dem Papier anders dargestellt wird als in der Realität. Genannt wurden unter anderem:
- überhöhte Mieten und mögliche Mietwucher-Fälle
- Überbelegung von Wohnungen
- Mehrfachvermietungen und falsche Angaben zu Wohnungen
- Scheinbeschäftigungen und missbräuchliche Meldeadressen
Bei begründetem Verdacht sollen die Fälle an zuständige interne und externe Ermittlungsstellen weitergegeben werden. Außerdem soll das Projekt die Zusammenarbeit der Behörden verbessern.
Vorbild ist eine Ermittlungsgruppe in Saarbrücken
Das Projekt in Neunkirchen orientiert sich an der Ermittlungsgruppe „EG Job“ des Jobcenters im Regionalverband Saarbrücken. Die Landesregierung sieht Jobcenter als wichtige Stellen, um problematische Vermietungsstrukturen und möglichen Leistungsmissbrauch aufzudecken.
Land will gegen „Schrottimmobilien“ vorgehen
Bereits Anfang des Jahres hatte das Land Arbeitsgruppen unter dem Namen „Task Forces Wohnen“ eingesetzt. Sie sollen „Schrottimmobilien“ und kriminelle Vermietungspraxis eindämmen. Angesiedelt wurden sie in Saarbrücken-Burbach, Neunkirchen und Völklingen, also in Städten aus dem Landesprogramm zur quartiersbezogenen Armutsbekämpfung. Jung sagte, dabei habe sich gezeigt, dass Jobcenter eine wichtige Rolle bei der Aufklärung übernehmen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |