Studie im Saarland zeigt: Polizisten fürchten Stigmatisierung
- Polizisten trauern an der Gedenkstele um ihren getöteten Kollegen Simon Bohr. Der 34-Jährige war im August 2025 bei einem Einsatz in Völklingen erschossen worden. Jetzt gab es eine Befragung zu psychischen Belastungen bei der Polizei. (Archivbild)
- Foto: Laszlo Pinter/dpa
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Saarland. Psychische Belastungen im Polizeidienst sollen künftig besser erkannt und Unterstützungsangebote gezielter ausgebaut werden. Eine Befragung zeigt, dass viele Polizistinnen und Polizisten im Saarland Hemmungen haben, über Ängste und seelische Belastungen zu sprechen. Sie befürchten teils Stigmatisierung oder berufliche Nachteile, wenn sie Hilfe annehmen.
Auslöser für die Untersuchung war der Tod des Polizeikommissars Simon Bohr. Er war im August nach einem Tankstellenraub im Dienst erschossen worden. Die Gewerkschaft der Polizei forderte danach vom Innenministerium eine Studie zum Umgang mit psychischen Belastungen und traumatischen Einsätzen.
Innenminister Reinhold Jost von der SPD sagte der Deutschen Presse-Agentur, es dürfe nicht sein, dass Beschäftigte Nachteile oder Ausgrenzung fürchten müssten, wenn sie Ängste äußerten. Die Befragungsergebnisse sollen helfen, Belastungen im Polizeidienst besser zu verstehen und Hilfen weiterzuentwickeln.
Gewerkschaft fordert konkrete Konsequenzen
Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Rinnert, wertete die Befragung als wichtigen ersten Schritt. Aus den Erkenntnissen müssten nun konkrete Folgen entstehen. In einem Positionspapier mit 15 Forderungen verlangt die Gewerkschaft unter anderem:
- eine Ausweitung der Hilfsangebote
- zentrale Ansprechpersonen und Ersthelfer
- die Anerkennung posttraumatischer Belastungsstörungen als Dienstunfall
- mehr Fortbildungen zum Umgang mit psychischen Belastungen
Zur Befragung waren knapp 3.400 Polizeibeschäftigte und Studierende der Fachhochschule für Verwaltung und Polizei aufgerufen. 921 Menschen beteiligten sich, das entspricht rund 27 Prozent. Landespolizeipräsidium, Innenministerium, Fachhochschule und externe Fachleute werteten die Ergebnisse aus. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |