Protest in Saarbrücken: 12.000 demonstrieren für Sozialstaat
- Der DGB Rheinland-Pfalz/Saarland hatte zu Demonstration und Kundgebung in Saarbrücken aufgerufen.
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Saarbrücken. Beschäftigte im Saarland sollen nach dem Willen der Gewerkschaften bei Rente, Gesundheit und sozialer Absicherung nicht schlechtergestellt werden. Dafür haben in Saarbrücken mehrere Tausend Menschen gegen geplante Sozialreformen der Bundesregierung demonstriert.
Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ rief der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland zu einer Kundgebung in der Landeshauptstadt auf. Der DGB sprach ebenso wie die Polizei von rund 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
DGB kritisiert mögliche Kürzungen
DGB-Landeschefin Susanne Wingertszahn wandte sich scharf gegen Einschnitte bei sozialer Sicherung und Arbeitnehmerrechten. Deutschland brauche Reformen, die wirtschaftlich stärkten und zugleich soziale Sicherheit garantierten, teilte sie mit. „Kürzungen sind keine Strukturreform“, erklärte Wingertszahn. Soziale Sicherung sei keine freiwillige Hilfe, sondern eine Versicherung, auf die Menschen in Krisenzeiten angewiesen seien.
Der stellvertretende DGB-Vorsitzende Timo Ahr nannte es eine „Schande“, Menschen nach 45 Jahren Arbeit zu sagen, sie müssten länger arbeiten. „Die Beschäftigten sind nicht das Problem“, sagte er laut Mitteilung. Die hohe Beteiligung sei aus Sicht des DGB ein klares Signal an die Politik in Berlin.
IG Metall fordert Industriepolitik statt Sozialabbau
Hauptredner war Ralf Reinstädtler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Er warf der Bundesregierung einen „gefährlichen Kurs“ vor. „Sozialabbau ist die falsche Therapie für die wirtschaftlichen Herausforderungen unseres Landes“, teilte er mit.
Reinstädtler forderte eine aktive und investive Industriepolitik, die Innovationen fördere, Schlüsseltechnologien stärke und Beschäftigung sichere. Außerdem sprach er sich dafür aus, die Rente nach 45 Versicherungsjahren und die Altersteilzeit zu erhalten. Wingertszahn kündigte weitere Gespräche und politische Aktionen an. Der DGB hatte bundesweit zu Kundgebungen in 15 Großstädten aufgerufen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |