Neuer Klinikplan im Saarland: Keine Standort wird geschlossen
- Wo geht's zum nächsten Krankenhaus im Saarland? An der Zahl der Kliniken wird sich nichts ändern - aber an den Leistungen, die sie anbieten. Das regelt der neue Krankenhausplan. (Symbolbild)
- Foto: Arne Dedert/dpa
- hochgeladen von dpa content
Saarland. Für Patientinnen und Patienten sind nach dem neuen Krankenhausplan keine Standortschließungen vorgesehen. Viele Behandlungen sollen im Saarland künftig jedoch an weniger Kliniken angeboten werden.
Der Ministerrat hat den Krankenhausplan beschlossen. Er tritt am Freitag, 1. Januar, in Kraft. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) erklärte, der Plan solle eine wohnortnahe und krisenfeste Versorgung mit mehr Spezialisierung, Qualität und wirtschaftlicheren Strukturen verbinden.
Behandlungen werden an weniger Häusern gebündelt
Mit Leistungsgruppen wird festgelegt, welche Klinik bestimmte Behandlungen anbieten darf. Nach Darstellung des Ministers sollen Eingriffe dort erfolgen, wo sie häufig und mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden.
In mehreren Bereichen sinkt die Zahl der anbietenden Krankenhäuser deutlich:
- Bei Hüft-Endoprothetik geht die Zahl der Standorte von zwölf auf acht zurück. Das entspricht einem Minus von 33 Prozent.
- Auch bei Knie-Endoprothetik sowie bei Wechseloperationen an Hüft- und Knieprothesen wird das Angebot gebündelt.
- Für spezielle Traumatologie soll die Zahl der Häuser um 62 Prozent sinken.
- Bei Wirbelsäulen- und Lebereingriffen verringert sie sich laut Ministerium um 60 Prozent.
Welche einzelnen Kliniken Leistungen abgeben müssen, nannte Jung nicht. Die Krankenhäuser sollen künftig auf ihren Internetseiten über ihre jeweiligen Leistungsgruppen informieren.
Milliarden für Kliniken und Zentralklinikum
Für Investitionen in die saarländischen Krankenhäuser sollen in den kommenden zehn Jahren eine Milliarde Euro bereitstehen. Nach Angaben Jungs ist das mehr als dreimal so viel wie bislang. Weniger als 200 Millionen Euro davon sollen vom Bund kommen. Zusätzlich ist eine weitere Milliarde Euro für den Neubau des Zentralklinikums am Universitätsklinikum des Saarlandes beschlossen.
Bei akuten Beschwerden rät das Ministerium, den Rettungsdienst oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 zu kontaktieren. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |