Mitgliederplus im Saarland: AfD und Linke legen zu
- In rund neun Monaten steht die Landtagswahl im Saarland an. (Archivbild)
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Saarland. Vor der nächsten Landtagswahl verschieben sich im Saarland die Kräfteverhältnisse in den Parteien auch bei den Mitgliederzahlen. AfD und Linke melden deutliche Zuwächse, während SPD, CDU, Grüne und FDP zuletzt Mitglieder verloren haben.
Ende Juni kam die AfD im Saarland nach eigenen Angaben auf 1.635 Mitglieder. Das sind 324 mehr als ein Jahr zuvor. Der Zuwachs liegt damit bei fast 25 Prozent. Die Partei rechnet mit weiterem Anstieg bis zur Landtagswahl am Sonntag, 18. April.
Auch die Linke legte zu. Ende Juni zählte der Landesverband 1.796 Mitglieder nach 1.576 im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent. Landeschef Florian Spaniol erwartet mit Blick auf die Wahl ebenfalls weitere Eintritte. Ziel sei es, 2027 die Marke von 2.000 Mitgliedern im Saarland zu erreichen.
SPD, CDU, Grüne und FDP verlieren Mitglieder
Die SPD als derzeitige Regierungspartei im Saarland meldete zum Jahresende 12.883 Mitglieder. Das waren 553 weniger als ein Jahr zuvor. Nach Angaben der Partei gibt es zwar weiter Neueintritte. Wegen der Altersstruktur scheiden aber viele langjährige Mitglieder aus.
Die CDU Saar spricht aktuell von rund 13.000 Mitgliedern. Vor einem Jahr seien es rund 300 mehr gewesen. Auch hier nennt die Partei vor allem demografische Gründe. Als größter Einzelfaktor bei den Austritten wurden Todesfälle genannt.
Bei den Grünen standen Ende Juni 1.569 Mitglieder in der Datei. Das sind 79 weniger als im Vorjahr. Die FDP kam Ende Juni auf 851 Mitglieder und damit auf 94 weniger als ein Jahr zuvor. Nach Parteiangaben entfielen 53 davon auf eine Karteibereinigung.
Was das für die Landtagswahl bedeutet
Die Entwicklung ist ein frühes Signal vor der nächsten Wahl im Saarland. Bei der Landtagswahl am 27. März holte die SPD 43,5 Prozent und damit die absolute Mehrheit. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger führt seitdem eine SPD-Alleinregierung. Im aktuellen Landtag hat die SPD 29 von 51 Sitzen. Die CDU kommt auf 19 Sitze. Die AfD stellt 3 Abgeordnete.
Mehr Mitglieder bedeuten für Parteien in der Regel mehr Helfer im Wahlkampf, mehr lokale Präsenz und zusätzliche Beiträge. Gerade mit Blick auf den Beginn der heißen Phase vor der Wahl kann das für Infostände, Haustürwahlkampf und Veranstaltungen wichtig werden.
Diese Themen setzen die Parteien
Die Parteien nennen bereits zentrale Schwerpunkte für den Wahlkampf:
- Die SPD setzt auf Arbeit, Wirtschaft, Bildung, bezahlbares Leben sowie Gesundheits- und Pflegeversorgung
- Die CDU spricht von einer Richtungsentscheidung und will Schwerpunkte bei Wirtschaft und Bildung setzen
- Die AfD nennt Arbeitsplätze, Energie, Sicherheit sowie Reformen bei Gesundheit und Rente
- Die Linke stellt bezahlbares Wohnen, Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit und Industrie in den Mittelpunkt
- Die Grünen wollen Investitionen, klimaneutrale Technologien, erneuerbare Energien, Bildung und Mobilität voranbringen
- Die FDP nennt Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur als Kernthemen
Bis zur Landtagswahl am Sonntag, 18. April dürfte damit nicht nur über Programme, sondern auch über die organisatorische Stärke der Parteien diskutiert werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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