Kritik im Saarland an Merz-Plan zur Syrer-Rückkehr
- Die saarländische Ministerpräsidentin Rehlinger warnt davor, falsche Erwartungen zu wecken. (Archivbild)
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Saarbrücken. Die Debatte über die Zukunft vieler syrischer Flüchtlinge in Deutschland gewinnt neue Schärfe. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Anke Rehlinger kritisiert Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur möglichen Rückkehr von Syrern in ihr Heimatland.
Rehlinger sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, konkrete Zahlen und Zeiträume zu nennen sei keine kluge Idee. Solche Aussagen könnten Erwartungen wecken, die später womöglich nicht erfüllt werden.
Merz nennt Zielmarke für Rückkehr
Der CDU-Politiker hatte nach einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa im Kanzleramt erklärt, in den kommenden Jahren könnten 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihre Heimat zurückkehren. Er verwies dabei auch auf den Wunsch des syrischen Staatsoberhaupts.
Rehlinger verweist auf Integration vieler Syrer
Rehlinger zeigte Verständnis für den Wunsch der syrischen Regierung. Aus Sicht des Präsidenten sei es nachvollziehbar, wenn viele Menschen zurückkehren sollen. Einige würden diesen Schritt vermutlich auch gehen. Gleichzeitig betonte die saarländische Ministerpräsidentin, dass viele Syrer inzwischen fest in Deutschland integriert seien. Viele arbeiteten in Berufen mit Fachkräftemangel, pflegten ältere Menschen oder seien im öffentlichen Nahverkehr tätig. Manche hätten inzwischen sogar die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.
Vor diesem Hintergrund warnte Rehlinger davor, mit festen Rückkehrquoten Erwartungen zu formulieren, die der Realität der Integration vieler Menschen in Deutschland nicht gerecht werden könnten. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |