Klimareport fürs Saarland: Mehr Hitze und Starkregen erwartet
- Die saarländische Klima- und Umweltministerin Petra Berg (SPD) will den Klimareport zur Grundlage für künftiges Handeln machen. (Archivbild)
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Saarland. Für Menschen im Saarland werden Hitze, Starkregen und gesundheitliche Belastungen voraussichtlich wichtiger im Alltag. Der erste Klimareport für das Land rechnet mittel- und langfristig mit weiter steigenden Temperaturen, mehr Starkregenereignissen und häufigeren Hitzewellen. Umweltministerin Petra Berg (SPD) stellte den 88-seitigen Bericht des Deutschen Wetterdienstes vor.
Was der Klimareport leisten soll
Der Bericht richtet sich an Verwaltungen, Unternehmen und die Öffentlichkeit. Er bündelt Messdaten und Projektionen zu Temperatur, Niederschlag, Sonnenstunden und Bodenfeuchte. Nach Angaben des Ministeriums soll er politische Entscheidungen und künftige Strategien zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen.
Saarbrücken könnte wärmer werden
DWD-Vorstand Tobias Fuchs sagte, Klimaprojektionen zeigten für Saarbrücken eine mögliche Annäherung der Temperaturen an den Südwesten Frankreichs. Später im Jahrhundert könnten sie sich sogar der kroatischen Adria-Küste annähern, falls keine wirksamen Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen würden. Das klinge zunächst positiv, bedeute aber auch eine Verschiebung von Extremwerten, sagte Fuchs.
2,6 Grad mehr seit 1881
Seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 hat sich die Durchschnittstemperatur im Saarland laut Bericht um rund 2,6 Grad Celsius erhöht. Für den Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 nennt der Report weitere mögliche Anstiege:
- 2031 bis 2060: plus 1,1 bis 2,4 Grad
- 2071 bis 2100: plus 2,3 bis 4,8 Grad
Die Werte zeigen nach Einschätzung der Fachleute, dass sich das Land auf wärmere Sommer, stärkere Hitzephasen und veränderte Niederschläge einstellen muss.
Risiken für Gesundheit und Landwirtschaft
Der Report beschreibt auch Folgen, die im Alltag spürbar werden können. Dazu zählen Hitzestress, stärkere UV-Belastung, Atemwegserkrankungen und die mögliche Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Für die Landwirtschaft sind veränderte Entwicklungsphasen von Pflanzen wichtig, weil Blüte, Wachstum und Erntezeiten davon abhängen können.
Völklingen zeigt Hitze-Spots in der Stadt
Eine Besonderheit ist die Analyse des Stadtklimas in Völklingen. Sie zeigt Hitze-Spots in stark versiegelten Bereichen. Begrünung, Gewässer und Freiluftflächen können dagegen kühlend wirken. Berg nannte das eine wichtige Erkenntnis für die Städte. Nun gehe es darum, aus den wissenschaftlichen Befunden konkrete Vorsorge für das Saarland abzuleiten. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |