Tödliche Polizeischüsse im Saarland: GdP warnt vor Vorverurteilung
- Andreas Rinnert warnte vor Vorverurteilungen. (Archivbild)
- Foto: Oliver Dietze/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Saarland. Nach tödlichen Polizeischüssen im Saarland mahnt die Gewerkschaft der Polizei zur Zurückhaltung bei Bewertungen des Einsatzes.
Der saarländische GdP‑Vorsitzende Andreas Rinnert rief dazu auf, im persönlichen Umfeld und in sozialen Netzwerken keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen. „Der Tod eines Menschen im Rahmen eines polizeilichen Einsatzes ist immer tragisch. In diesem Kontext rufen wir ausdrücklich zur Besonnenheit auf und appellieren, sich im persönlichen sowie digitalen Raum mit voreiligen Schlüssen und Vorverurteilungen zurückzuhalten“, erklärte er laut Mitteilung.
Schüsse nach Verfolgungsfahrt
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab die Polizei in der Nacht zu Sonntag, 5. April, während einer Verfolgungsfahrt Schüsse ab. Der 22 Jahre alte Fahrer des verfolgten Autos wurde dabei getroffen und starb später an seinen Verletzungen. Ein 19 Jahre alter Mitfahrer wurde verletzt.
Zuvor soll das Auto beim Versuch zu wenden eine Polizistin erfasst und verletzt haben. In der Folge kam es zu dem Schusswaffeneinsatz der Beamten.
Polizei unter hohem Entscheidungsdruck
Rinnert verwies darauf, dass Polizeikräfte häufig in extrem dynamischen Situationen handeln müssten. Entscheidungen würden oft innerhalb von Sekundenbruchteilen getroffen. Gleichzeitig stehe die Polizei zunehmend unter Druck durch eine wachsende Gewaltbereitschaft gegenüber Einsatzkräften.
„Unsere saarländische Polizei kommt nicht zur Ruhe“, sagte der Gewerkschafter. Er erinnerte auch an einen Fall aus dem August, bei dem ein Polizist nach einem Tankstellenüberfall angeschossen wurde und später starb. Der Täter wurde anschließend unbefristet in einer forensischen Psychiatrie untergebracht.
Die Gewerkschaft betonte, dass ein großes Interesse an einer transparenten Aufarbeitung der aktuellen Ereignisse bestehe. Dies müsse jedoch ohne Hass, Hetze und Vorverurteilungen geschehen. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |