Sanierung in Mainz: So viel Fördergeld gibt es für den Alten Friedhof
- Vor der Sanierung kommen Grabsteine auf dem Alten Jüdischen Friedhof zum Schutz unter die Haube.
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Mainz. Auf dem Alten Jüdischen Friedhof werden historische Grabsteine gesichert und restauriert. Für die Arbeiten in Mainz stehen nun weitere 85.000 Euro Fördergeld bereit.
Das Geld stammt aus Erlösen der Glücksspirale für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Mit dem Förderscheck sollen die laufenden Sanierungsarbeiten auf dem Gelände fortgesetzt werden. Das Projekt läuft seit 2023 und ist langfristig angelegt. Nach aktuellen Planungen sollen die Arbeiten bis 2033 dauern. Weitere Mittel kommen von der Stadt Mainz und vom Land Rheinland Pfalz.
Der Alte Jüdische Friedhof gehört zu den ältesten jüdischen Friedhöfen Europas. Er ist Teil der Unesco Welterbestätten der sogenannten SchUM Städte Mainz, Worms und Speyer. Mit dem Welterbe Titel wurde erstmals jüdisches Kulturgut in Deutschland in diese Liste aufgenommen.
Kampf gegen Zeit und Wetter
Auf dem Gelände stehen rund 1700 Grabsteine. Die ältesten stammen aus dem 11. Jahrhundert. Ziel der Restaurierung ist vor allem die Standsicherheit der Steine zu sichern und beschädigte Inschriften zu konservieren. Baudezernent Ludwig Holle erklärte dazu. „Man kämpft gegen die Zeit und gegen das Wetter.“
Bislang wurden etwa 150 Grabsteine gesichert. Im laufenden Jahr sollen weitere 70 folgen. Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky von der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz erinnerte daran, dass in der Vergangenheit Grabsteine vom Friedhof entfernt und etwa als Baumaterial verwendet wurden. Viele dieser Steine wurden später wiedergefunden und zurückgebracht. Sie seien historische Monumente mit eigener Geschichte.
Weiße Hauben schützen die Steine
Die nächsten Arbeiten betreffen Sandstein Grabsteine im jüngeren Teil des Friedhofs. Rund 40 Steine sind bereits mit weißen Schutzhauben abgedeckt. Sie sollen die Oberfläche vor Witterung schützen und gleichzeitig ermöglichen, dass die Steine vor der Behandlung trocknen. Bei der Restaurierung wird unter anderem Kieselsäureester eingesetzt. Die Substanz festigt den Sandstein und muss nach dem Auftragen mehrere Wochen einwirken. Unter den Schutzhauben sind die Bedingungen dafür besser geeignet.
Auf dem Gelände entsteht außerdem ein Besucherzentrum. Die Eröffnung ist für den Spätsommer geplant. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |