BriMel unterwegs
„Miri in the Green“ im grünen Schlosspark
- Die Band "Miri in the Green"
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Limburgerhof. Das angekündigte Familienfest „Summer im Park“ stand dieses Jahr unter keinem guten Stern und schuld daran war nicht der Bossa Nova, sondern das verflixte Wetter. Vom 31. Juli bis 3. August hatte man so viel geplant und fast alles fiel ins Wasser. Außer am 2. August mit Kaffee und Kuchen, warmen Speisen und kalten Getränken sowie am Abend dem Auftritt der Band „H.I.S.S“ gab es am 3. August also nochmal das volle Programm mit einem fulminanten Auftritt der Band „Miri in the Green“. Wer nicht da war hat etwas verpasst!
Der Migrationsbeirat Limburgerhof war am 02.08. mit Kaffee und leckeren selbst gebackenen Kuchen involviert. Und auch das Taekwondo Team Limburgerhof e. V. hatte gestern ausgeschenkt. Ab 14 Uhr konnten Quadro-Bausteine nach Belieben verbaut werden und da waren nicht nur die Kinder mit Feuereifer dabei. Sie wurden als Highlight angenommen und variabel verbaut; die Verantwortung lag natürlich bei den Eltern. Auch der solidarische Landwirtschaftsbetrieb „SoLaWi Große Erde“ Schifferstadt sorgte für Kaffee und Kuchen. Die genossenschaftliche Vereinigung gibt es seit 6 Jahren und waren heute mit ca. 30 Kindern hier.
In der Zwischenzeit fand der Soundcheck der Band „Miri in the Green“ statt. Am frühen Nachmittag war hier richtig viel los und gegen 18 Uhr lichtete sich das Publikum. Dies war die Zwischenphase zur Abendveranstaltung. Chillige Atmosphäre und nebenan wetteiferten die Boulespieler*innen um den Sieg. Die jungen ehrenamtlichen Helfer*innen vom „JuKuZ“ halfen in ihren Ferien hier an der Kasse und bei der Verköstigung.
Die Band um die Leadsängerin Miriam Kühnel (Gesang, Keyboard, Akkordeon, Autoharp) aus dem südpfälzischen Örtchen Berg bestand an diesem Abend aus den Musikern Herbie Erb (E-Gitarre und Cuarto), Regina Fischer (Saxofon und Flute), Jürgen Zimmermann (Kontrabass und E-Bass) und HT Rothermel (Drums).
Mehrere Auszeichnungen hat die Band „Miri in the Green“ erhalten für ihr Album „40 in a Room“, das beim 40. Deutschen Rock- und Pop-Preis (2022) in verschiedenen Kategorien und in den Sonderkategorien „Bestes Chanson-Album“; bester Folk-Rock-Song“ ausgezeichnet wurde. Mit dem Opener der CD „Je me souviens“ wurde Miriam Kühnel zudem in der Hauptkategorie „Deutscher Singer/Songwriter-Preis“ prämiert. Das Album „Ce qui reste“ wurde 2024 zum „besten Chansonalbum“ gekürt.
Die Begrüßung erfolgte durch den Jugendkulturzentrumsleiter Michael Müller. Er freute sich, dass es wieder gelungen ist Kultur und Gemeinschaft zusammenzubringen und bedankte sich bei den helfenden Vereinen und Helfern. Spontan gemeinsam Musik zur Kinderunterhaltung zu machen, was für eine gute Idee. Eine der aktiven Helferinnen hier war Annika; sie hatte 2018 als Ferienbetreuerin angefangen und ist hängen geblieben. Heute studiert sie in Würzburg, kommt aber immer wieder zurück in ihre Heimat Limburgerhof. Zum Konzert von H.I.S.S zählte man ca. 100 Gäste und es sei recht viel los gewesen, die reinste Familienzusammenkunft hier im Park.
Und während ich hier die CD „Je me souviens“ von „Miri in the Green“ anhöre, versuche ich dieses wundervolle Konzert zu beschreiben. Überwiegend französische Songs (Berg liegt direkt an der französischen Grenze) performte das Quintett, aber auch ein paar englische waren dabei. Das Spiel mit der Autoharp hatte einen ganz besonderen Klang und erforderte ganz viel Geschick, um die Tasten und Saiten zu bespielen. Großes Kino nur beim Zuschauen! Einmal fühlte man sich in einem Western und ein anderes Mal unter den Brücken von Paris. Sehr schön passte auch die Querflöte, die mit ihrem melodischen Sound ergänzte. Das Akkordeon ist bei französischen Songs gar nicht wegzudenken und typisch. Die Sängerin Miriam Kühnel ist mit einer ganz besonderen Stimme gesegnet, klar und glockenhell. Sie erinnerte sich beim nächsten Song „Je me souviens“ an die Provence, wo sie eine Zeit lang gelebt hat. Wohlgemerkt alle Songs sind selbstgeschrieben. Mit Feuereifer und reiner Spielfreude waren die Musikerinnen und Musiker zugange. Zwischendurch wurden auch die Quadro-Bausteine so langsam abgebaut und verstaut. Die Dunkelheit brach ein und es gab noch viel zu tun.
"Wo ist es rot?“ wollte Miri wissen und leitete eine rockige Nummer ein mit Querflöte und der unverwechselbaren Leadgirarre von Herbie Erb, dessen seltsam gehandelte Zigarette kurzerhand am Gitarrensteg befestigt wurde. Miris Autoharpspiel ersetzte den an diesem Abend verhinderten Rhythmusgitarristen der Band. Danach spielte die Band eine folkige Ballade mit dem Titel „the Birds are alright“ und Miri stellte alle Musiker vor, immer noch begleitet von der Autoharp, einer Art Zither aus den USA, bevor es in die Pause ging.
Zuerst erschien die Band zu Dritt auf der Bühne mit einem ruhigen Song gefolgt vom „New born day“ mit Saxofon-Einlage. Etwas rockiger ging es beim Sog „La fete“ zu, welches die Zuschauer heftig mit Applaus belegten. Mit „Mon petit jardin“ verzauberte die bezaubernde Miriam die Gäste. „Au revoir ma chère amie“ war ein Song, in dem Miri Vergangenes bewältigte. Bei „Hello“ war mitklatschen erwünscht. Das letzte Stück „Impossible“ wurde schneller und schneller und wurde sogar von einem jungen Pärchen etwas abseits zum Tanzen genutzt. Insgesamt hatten sie viele tolle Songs präsentiert wie „Beau Caillou“, „Daydream“, „40 in a room“, „Oui ou non“, „Trying to escape myself“, „Lullaby“, „Ou est le rouge“, „Everything“, „Birds are alright“,“La haine“ und viele mehr selbstgeschriebene Songs.
Kurz vor 22 Uhr mussten sie noch eine Zugabe geben. Die Bandvorstellung als letzten Akt, Dank an die Technik mit Andreas und die Veranstalter und dann kam nochmal Michael Müller auf die Stage mit einer Hiobsbotschaft. Die Band habe mit Lust gespielt und es war eine Freude zuzuhören, aber dieses sei die letzte Veranstaltung vom JuKuZ gewesen. Mehr Engagement ist gefordert, aber man freue sich, dass das Publikum da sei. Die Veranstaltungsreihe müsse beendet werden, wenn keine Aktiven mehr eingebunden werden könnten. Michael Müller habe es bis jetzt gerne und mit Freude gemacht. Der Park und Limburgerhof haben es verdient, dass der Park der Raum für Kultur bleibt. Danke!
Es war ein herzerfrischendes Konzert, dynamisch und zeitlos. Ein wenig anders als die anderen und gerade deshalb so besonders. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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