BriMel unterwegs
„Die Ausnahme“ im JazzClub im Park
- Marc W. Pointner, Bernhard Vanecek und Gereon Hoffmann
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Limburgerhof. Für den 18. Juni hatte der Verein Ensemble Park Limburgerhof e.V. (EnPaLi) in der Reihe „JazzClub im Park“ das Akustik Jazz-Duo DIE AUSNAHME in die Kultur-Kapelle eingeladen. Zu Gast waren die top Musiker Marc W. Pointner und Gereon Hoffmann featuring Lokalmatador Bernhard Vanecek.
Von der Homepage: „Die Ausnahme“ gibt es seit 2017 und entstand aus der lokalen Jazz Szene rund um Frankenthal und Ludwigshafen. Auf dem Programm stehen vorwiegend melodische, leicht jazzige Stücke. Im Repertoire haben sie Bebop, Bossa Nova, Swing und gelegentlich Funk. Sie legen Wert auf eigene Arrangements und Originalität - auch für bekannte Stücke finden wir einen neuen Dreh. Unser angenehmer, transparenter Sound macht jedem Spaß, Kenner schätzen Spontanität und Improvisation. Beide Musiker haben lange Erfahrung in Big Bands und Jazz Formationen der Region (u. a. Blue Light Big Band, Gleis 4 Sessions).
Das Akustik Jazz Duo „Die Ausnahme“, in der Besetzung Marc W. Pointner (Bass) und Gereon Hoffmann (Gitarre), hatte bereits den Posaunisten Bernhard Vanecek zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen, das in Frankenthal stattfand. Gespielt wurden eigene Werke und ein paar Standards in ungewöhnlichen Arrangements. Das hat allen drei Beteiligten und dem Publikum großen Spaß gemacht. "Wir müssen unbedingt noch mal zusammen auftreten, am besten in Limburgerhof", sagte Bernhard nach dem Konzert. Und heute war es also an der Zeit hier ein Gastspiel zu geben.
Über 35 Grad Celsius tagsüber, da überlegte es sich so mancher dreimal, ob er abends in die Kulturkapelle geht oder doch lieber an den Badeweiher oder in den Biergarten. Aber Freunde des Jazz‘ füllten diese Location zwar nicht ganz, aber doch erfreulicherweise gut. Heute Abend war das Benefizkonzert für die Renovierung des Eingangsbereiches von der Bar bis zum Eingang gedacht. Neben Brezeln wurden schöne kalte Getränke von den ehrenamtlichen Mitgliedern angeboten. Die interessante Kombo und das Publikum wurden von Matthias Gerber begrüßt. Den Auftakt machte das Duo „Die Ausnahme“ mit dem Stück „Softly“. Gereon Hoffmann und Bernhard Vanecek hatten sich die locker-flockige Moderation geteilt. Für Bernhard Vanecek ist die Kulturkapelle sozusagen sein Wohnzimmer, wenn auch nicht die SAP-Arena, die „Die Ausnahme“ ihm angeboten hatten. Es stellte sich im Laufe des Abends heraus, dass der berufliche Journalist Gereon Hoffmann auch ein begnadeter Songwriter ist und etliche Stücke geschrieben hat, die an diesem Abend gespielt wurden. „Coronation Waltz“ und „Spring Thing“ waren zwei davon, die ab dem Zeitpunkt alle drei begnadeten Musiker performten. Bernhard Vanecek zeigte sich begeistert von Gereon Hoffmanns Wirken, stellte dann aber auch sein Latin-Stück „Capulito“ vor mit der Hintergrundgeschichte aus dem Musikcamp, wo ein Teilnehmer aus Havanna/Cuba dabei war. Südamerikanische Rhythmen in der Kulturkapelle hatte schon was und dem Publikum gefiel es. „Promenade“, „Honeysuckle Rose“, „Corona Blues“ und „Straight no Chaser“ folgten und auch die Melodica von Bernhard Vanecek fand ihren Einsatz im Sitzen. Übrigens spielte der aus Frankenthal kommende Marc W. Pointner auf einem sehr seltenen Stoll-Bass auf vier Saiten. Gereon Hoffmann wohnt in Schifferstadt und Bernhard Vanecek lebt in Limburgerhof. Gereon Hoffman hatte Ostern 2020 einen Blues geschrieben, worüber er die Geschichte erzählte. Nur 12 Takte, welche laut Marc W. Pointner komisch und depressiv seien. Nun gut, als Zuhörer fühlte es sich doch ein bisschen schwermütig an, da hatte er Recht. Kurz vor der Pause noch der Hinweis auf das kommende besondere Klavierkonzert am 18.06. um 17 Uhr, zu dem recht herzlich eingeladen wurde. Matthias Gerber, Uwe Jung und Michael Aladar kümmerten sich in der Pause um das Wohl der Gäste.
Weiter gings mit „Blue Bossa“ einem schnellen Stück und „Make your Point“, eine Komposition von Gereon Hoffmann, die er extra für Bassist Marc W. Pointner geschrieben habe. „Doris und der Heiland“ hatte er ebenfalls komponiert und erzählte die Geschichte von einer Restauratorin. „Green Dolphin“ wurde von Marc W. Pointner arrangiert und Carlos Tune“ stammt aus der Feder von Gereon Hoffmann. Weiter ging die musikalische Reise nach New Orleans mit dem „St. James Infirmary“, welches ein sehr emotionales Stück war. Bernhard Vanecek hat seine ganz eigene Sichtweise zum Tod und meinte „Tod ist das Ende der Geburt“. Vor 2 Wochen verstarb Sonny Rollins und deshalb spielte man ihm zu Ehren „Doxy“. Von Duke Ellington folgte zum Abschluss „Caravan“ mit arabischem Einfluss.
Und während Matthias Gerber darauf hinwies, dass es das letzte Mal „JazzClub im Park“ war und nach der Sommerpause mit neuem Format in Zukunft „Live MusikClub“ heißen würde verlangte das Publikum natürlich nach einer Zugabe. Der Hut ging um und Bernhard Vanecek bemerkte, dass er kein Geld fallen hören wollte, sondern ein zartes Flattern von Scheinen. „Cold Duck Time“ beendete diese großartige Veranstaltung.
Notieren Sie sich doch schon mal den 18.09. um 19 Uhr „Jazz pur & Ko“ in der Besetzung Claudia Fiddicke und Dimitrij Koscheew. Weitere Programmpunkte können Sie der Homepage https://www.ensemble-park-limburgerhof.de/ entnehmen. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.