Ladenburger im Liebestaumel

Nachdem wir Ihnen, eine Menge Informationen zu den Bereichen der Partnerschaft im Liebeskummer Blog und Forum gegeben habe, möchte wir nun einige Kennzeichen näher beleuchten, die auf eine gefährdete Beziehung hinweisen. Paartherapeuten und Wissenschaftler haben diese Kriterien erarbeitet, die im Falle einer negativen Polarisierung als Anzeichen dafür gewertet werden können, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt und die Partnerschaft gefährdet ist. Die Ausführungen geben Ihnen die Möglichkeit, sich über Ihre eigene Beziehung mehr Klarheit zu verschaffen, wo Sie stehen und wie es um Ihre Partnerschaft bestellt ist.

1. Hohe vs geringe Einsatzbereitschaft

Wie steht es um die Einsatzbereitschaft Ihres Partners? Hat er Sie vielleicht sogar eimal unter hohen Einsatz zurückerobert - Stichwort Ex zurück. Es kann unterschieden werden zwischen Partnern mit hoher und Partnern mit geringer Einsatzbereitschaft. Partner mit hoher Einsatzbereitschaft beziehen den anderen in wichtige Entscheidungen ein, halten Versprechungen und zeigen implizit, wie selbstverständlich für sie der Fortbestand der Beziehung ist. Einen Partner mit geringer Einsatzbereitschaft erkennt man z. B. daran, dass er „einsame” Entscheidungen trifft, in die er den anderen nicht einbezieht, dass er häufig von Trennung spricht und nicht für den anderen mitdenkt bzw. mitplant.

Wie steht es umgekehrt mit Ihrer Einsatzbereitschaft? Würden Sie diese als eher hoch oder gering einschätzen?

2. Loyalität vs Illoyalität

Loyal ist ein Partner, der die Interessen und Bedürfnisse des anderen ernst nimmt, sich auf dessen Seite stellt und ihn in seine Entscheidungen einbezieht. Illoyal ist, wer sich nicht auf die Seite des Partners stellt, bei Dritten schlecht über ihn redet, wer nicht bereit ist, seine Untreue aufzugeben, und falsche Prioritäten setzt. Letzteres zeigt sich darin, dass er sich den Bedürfnissen seines Partners verweigert, etwa mit der Begründung, die Arbeit habe nun einmal Vorrang, und die Wünsche und Bedürfnisse anderer (z. B. der eigenen Eltern) wichtiger nimmt als die Bedürfnisse des Lebensgefährten.

3. Frei raum vs Verunsicherung und Einengung

Die entscheidende Frage für die verschiedenen Lebensbereiche lautet hier: Wie frei und sicher fühle ich mich mit meinem Partner? Kann ich das sagen, was mir wichtig ist, ohne befürchten zu müssen, dass der Partner gekränkt oder wütend reagiert? Fühle ich mich auch dann noch sicher, wenn ich ihn mit bestimmten Wahrheiten konfrontiere? Oder muss ich dann eine Disharmonie befürchten bzw. damit rechnen, dass er mit Trennung droht?

Wenn Sie Angst haben müssen, Aktivitäten und Kontakten allein nachzugehen, weil Sie negative Konsequenzen Ihres Partners befürchten (wie Beleidigtsein), oder wenn Sie Angst haben, Ihre Meinung zu sagen (und riskieren, dass er Sie heruntermacht), dann haben sie in Ihrer Partnerschaft keinen sicheren Ort.

4. Respekt vs Respektlosigkeit

Bei einem respektvollen Umgang mit Ihrem Partner werden Sie dessen Grenzen und seine Würde achten. Respekt zeigt sich auch darin, dass man dem Partner seine Verantwortung belässt und ihn als Mensch nicht verletzt und heruntermacht.

Respektlosigkeit kann sich in offenen oder versteckten Abwertungen zeigen, in massiven Grenzverletzungen („Du bist ein Trottel!”) oder vermeintlich gut gemeinten erzieherischen Maßnahmen und Verhaltensmaßregeln (etwa „Wasch dich erst mal!” oder „Lass mich das erledigen, du bist zu langsam!”) und ebenso in Entscheidungen, die der Partner für den anderen trifft, ohne ihn in den Entscheidungsprozess einbezogen zu haben („Ich habe dich zu einem Englischkurs angemeldet”). Als Folge dieser Formen von Respektlosigkeit fühlt sich der Betroffene häufig „klein” und minderwertig.

5. Vorhandene versus verlorene Achtung

Sie werden einen Partner noch am ehesten achten, wenn sich dieser verantwortungsbewusst und umsichtig verhält und wenn er bei Problemen konstruktiv und vernünftig reagiert (z. B. die Kontrolle über sich behält und einen „kühlen Kopf’ bewahrt, statt zu explodieren).

Stellen Sie sich angesichts diverser schlechter Angewohnheiten oder Missstände Ihres Partners umgekehrt die Frage: Kann ich ihn noch achten? Ohne gegenseitige Achtung ist eine gesunde Beziehung nicht möglich. Ist Ihr Partner nie erwachsen geworden oder hat nie wirklich Verantwortung für sein Leben übernommen? – Leidet er bei kleineren Problemen unter Kontrollverlust, indem er explodiert und jähzornig wird? Oder betäubt er sich häufig mit Drogen oder Alkohol (und weiß möglicherweise dann nicht mehr, was er tut)? Sollten derartige oder vergleichbare Dinge zutreffend sein, glauben Sie dann noch, dass es Ihnen möglich sein wird, Ihren Partner wirklich zu respektieren?

6. Einbeziehung des Partners vs „innere Abkehr” und geheime Pläne

Bei einer intakten Beziehung wird Ihr Partner Sie ganz selbstverständlich in wichtige Entscheidungen und Pläne einbeziehen. Finden sich umgekehrt Zeichen für „innere Kündigungen” der Partnerschaft, bei denen sich manchmal einer der Partner schon über lange Zeit innerlich distanziert bzw. trennt, so ist die Partnerschaft in der Folge stark gefährdet. Dies kann geschehen, indem er Entscheidungen und Lebenspläne ohne Einbeziehung des anderen trifft (wie z. B. die Stelle zu wechseln oder umzuziehen).

7. Übereinstimmungen versus gravierende Unterschiede in der Lebensplanung

Gemeinsame Lebensplanung ist sinnvoll, um der Partnerschaft durch gemeinsame Ziele einen Sinn zu verleihen. Übereinstimmungen in der Lebensplanung nehmen den Partnern einiges an Konfliktpotenzial und schaffen darüber hinaus Verbundenheit und Nähe.

Gravierende Unterschiede in der Lebensplanung können sich etwa an der Frage nach dem Kinderwunsch festmachen. Andere Beispiele finden sich bei unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnissen der Partner über berufliche Tätigkeiten. Konflikte und Reibereien können auch dadurch begünstigt werden, dass konträre Bedürfnisse hinsichtlich Geselligkeit und Aktivitäten bestehen. Hier sind Kompromisse aber noch am ehesten möglich.

8. Vorhandene vs fehlende Gemeinsamkeit

Gemeinsamkeit besteht dann in Ihrer Partnerschaft, wenn Sie sich mit Ihrem Partner über gemeinsame Interessen austauschen oder gemeinsame Aktivitäten pflegen können.

Wenn Sie sich mit Ihrem Partner dagegen kaum noch über gemeinsame Themen austauschen und/oder mit ihm wenig/nichts mehr zusammen unternehmen, dann ist dies als fehlende Gemeinsamkeit zu werten und als ein gravierendes Problem in Ihrer Beziehung.

9. Humor versus Mangel an Humor

Können Sie mit Ihrem Partner über viele Dinge lachen und scherzen, so verleiht dies Ihrer Partnerschaft eine gewisse Leichtigkeit. Konflikte sind dann häufig weniger bedrohlich. Wenn Humor und das Lachen in der Partnerschaft dagegen verloren gegangen sind, so dass viele Alltagsprobleme und Schwächen mehr in ihrer Schwere und Ernsthaftigkeit dominieren, so ist dies ebenfalls alarmierend für die Beziehung.

10. Körperlicher Kontakt vs körperliche Distanzierung

Wenn Sie sich in der Partnerschaft gerne berühren, streicheln oder umarmen, so ist dies als weiteres Zeichen für eine intakte Partnerschaft zu werten. Empfindet hingegen einer der Partner Abneigung gegen körperliche Berührung oder wollen beide Partner sich nicht mehr berühren, so kann dies ein zusätzlicher Hinweis sein, dass die Beziehung gefährdet ist (z. B. nachlassendes Schmusen oder weniger werdende Sexualität).

Wie Sie sicher festgestellt haben, überlappen sich einige der genannten Kriterien. Ein Check-up gibt Ihnen die Möglichkeit, festzustellen, wie zufrieden stellend oder unbefriedigend Ihre Partnerschaft ist. Sollten Sie sich in einem oder mehreren dieser Punkte auf der „Negativ”-Seite wiederfinden, dann kann Ihre Beziehung gefährdet sein. In diesem Fall möchte ich Ihnen Mut machen, sich mit den bestehenden Problemen in Ihrer Beziehung auseinander zu setzen. Eine Lösung ist möglich, wenn Sie bereit sind, daran zu arbeiten. Bei der Klärung einer Beziehungskrise sollten Sie vermeiden, die Schuldfrage zu erheben oder von „Wer hat Recht/Unrecht?” -„Wer ist hier gut/böse?” zu sprechen. Einige jenseits von emotionalen (Alt-) Lasten gestellte sachliche Fragen wie „Wo stehen wir?” und „Was ist jeder von uns bereit, für die Beziehung zu investieren?” – und nicht zuletzt „Was habe ich bzw. was haben wir bisher unternommen, um unsere Beziehung zu retten?” dürften eher zu einer konstruktiven Standortbestimmung Ihrer Partnerschaft fuhren.

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Kriterien, die – im Falle einer negativen Polarisierung – als Anzeichen gewertet werden können, dass die Partnerschaft gefährdet ist. Folgende Merkmale werden vorgestellt:

1. Geringe Einsatzbereitschaft:

Partner mit geringer Einsatzbereitschaft beziehen den anderen nicht in Entscheidungen ein, sprechen von Trennung bzw. denken nicht für den anderen mit.

2. Illoyalität:

Illoyal ist ein Partner, der sich nicht auf die Seite des anderen stellt und der sich dessen Bedürfnissen verweigert.

3. Verunsicherung und Einengung:

Dieses Merkmal liegt z. B. vor, wenn ein Partner seinen Kontakten und Aktivitäten nicht allein nachgehen kann, weil er negative Konsequenzen des anderen befürchten muss; ebenso wenn er sich in seiner Partnerschaft nicht sicher fühlen kann, die Wahrheit zu sagen.

4. Respektlosigkeit:

Hier geht es um Abwertungen bzw. Verhaltensmaßregeln des Partners.

5. Verlorene Achtung:

Verliert ein Partner rasch die Kontrolle über sich oder betäubt sich mit Alkohol oder Drogen, so geht die Achtung ihm gegenüber verloren.

6. „ Innere Abkehr” und geheime Pläne:

Dieses Kriterium liegt in Partnerschaften vor, in denen ein Partner sich innerlich schon längst distanziert hat und „einsame Entscheidungen” trifft.

7. Gravierende Unterschiede in der Lebensplanung:

Bei diesem Merkmal stimmen zentrale Interessen und Bedürfnisse der Partner nicht überein.

8. Fehlende Gemeinsamkeit:

Die Partner tauschen sich in diesem Fall kaum noch aus bzw. haben so gut wie keine gemeinsamen Aktivitäten mehr.

9. Mangel an Humor:

Den beiden Partnern ist der Sinn für die komischen Dinge des Alltags und das Lachen abhanden gekommen.

10. Körperliche Distanzierung:

Nachlassender Körperkontakt, wie nachlassendes Schmusen, ist ein Hinweis dafür, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt.

Autor:

Corinna Stapelfeld aus Ladenburg

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