Bürgerhaus Schlierbach: Arbeiten am historischen Dachstuhl starten im September
- An dem 300 Jahre alten Dachstuhl des Bürgerhauses Schlierbach hat der Zahn der Zeit sichtbar genagt. Gut zu sehen sind die sogenannten Floßaugen in den Dachbalken – sie zeigen, dass die Baumstämme einst per Floß nach Heidelberg transportiert wurden. Die Sanierung am Bürgerhaus Schlierbach läuft weiter. Als nächstes stehen Arbeiten am Dach und am historischen Dachstuhl an.
- Foto: Bürgerhaus Schlierbach
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Heidelberg. Am Bürgerhaus Schlierbach beginnt in den kommenden Wochen eine wichtige Etappe der Sanierung. Im Mittelpunkt steht der rund 300 Jahre alte barocke Dachstuhl, den die Stadt so weit wie möglich erhalten und in die neue Dachkonstruktion integrieren will.
Das städtische Hochbauamt saniert das Gebäude umfassend. Statt den Dachstuhl zu ersetzen, setzt das Team beschädigtes Holz behutsam instand und ergänzt es gezielt. Gleichzeitig verstärkt es notwendige Verbindungen, damit die Konstruktion auch künftig sicher trägt.
Neue Dacheindeckung ist für Mitte Oktober geplant
Als nächstes saniert die Stadt zunächst die Traufe. Dabei erneuert sie beschädigte Holzbalken am unteren Rand des Daches, auf denen Teile der Deckenkonstruktion aufliegen.
Anfang September soll anschließend das Holz für die neuen Dachbalken angeliefert werden. Danach beginnt die Instandsetzung des historischen Dachstuhls.
Nach Abschluss der Holzbauarbeiten plant die Stadt, das Dach Mitte Oktober neu einzudecken. Ende Oktober beziehungsweise Anfang November soll das Gerüst abgebaut werden. Dann ist das Bürgerhaus wieder vollständig sichtbar, mit instand gesetztem historischem Dachstuhl, neuer Dacheindeckung und neu gefassten Fassadenoberflächen.
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, stimmt sie die Arbeiten eng mit der Denkmalbehörde ab. Auch äußerlich bleibt das Bürgerhaus dem historischen Erscheinungsbild verpflichtet. Dachhöhe und Dachneigung verändern sich nicht. Putzflächen und Fenstergewände erhalten wieder eine Farbgebung, die sich an den historischen Befunden orientiert.
Der Dachstuhl zeigt laut Stadt zudem Spuren alter Handwerksgeschichte. In einigen Balken finden sich sogenannte Floßaugen, kleine Öffnungen, durch die früher biegsame Holzruten geführt wurden. Mit diesen sogenannten Wieden banden Menschen Baumstämme zu Flößen zusammen und transportierten sie über Flüsse.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |