Bürgerentscheid zur Windkraft am Lammerskopf in Heidelberg
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Heidelberg. Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden am Sonntag, 12. Juli, über eine Grundsatzfrage zur Windenergie auf Heidelberger Gemarkung. Der Gemeinderat hat den Weg für einen Bürgerentscheid zum möglichen Windpark am Lammerskopf freigemacht.
Gemeinderat beschließt Bürgerentscheid
Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg hat am Donnerstag, 16. April, mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen, die Entscheidung zur möglichen Entwicklung des Lammerskopfs an die Bürgerschaft zu übertragen. 33 Mitglieder stimmten dafür, 13 dagegen. Zur Abstimmung steht die Frage, ob die Stadt das Gebiet Lammerskopf grundsätzlich als Standort für Windkraftanlagen entwickeln soll.
Grundsatzentscheidung, kein Bauvorhaben
Mit dem Bürgerentscheid geht es um eine strategische Weichenstellung. Es wird nicht über ein konkretes Bauprojekt oder einzelne Anlagen entschieden. Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, soll geklärt werden, ob Windenergie am Lammerskopf grundsätzlich ermöglicht werden soll. Erst danach könnten weitere Planungs- und Genehmigungsschritte folgen.
Warum der Lammerskopf im Fokus steht
Nach aktuellem Planungsstand könnten auf Heidelberger Gemarkung bis zu sieben Windkraftanlagen entstehen. Eine weitere Anlage wäre auf dem Gebiet der Stadt Neckargemünd möglich. Auch dort findet am Sonntag, 12. Juli, ein freiwilliger Bürgerentscheid statt.
Die Fläche war bereits Teil einer landesweiten Ausschreibung für Windenergie. Ein Konsortium aus regionalen Energiegenossenschaften, den Stadtwerken Heidelberg und weiteren Partnern erhielt den Zuschlag. Hintergrund sind die Vorgaben des Bundes, wonach in Baden-Württemberg 1,8 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden sollen.
Naturschutz und Planung
Teile des Gebiets überschneiden sich mit einem Landschaftsschutzgebiet und einem FFH-Gebiet. Ein naturschutzfachliches Gutachten sieht dennoch geeignete Teilflächen für Windkraftanlagen, ohne die Schutzziele zu beeinträchtigen. Der Verband Region Rhein-Neckar nahm den Lammerskopf jedoch nicht in den Teilregionalplan Windenergie auf. Die Stadt Heidelberg prüft daher eine Umsetzung über kommunales Planungsrecht.
So läuft der Bürgerentscheid ab
Stimmberechtigt sind Deutsche sowie EU-Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Heidelberg wohnen. Die Stadt plant den Versand der Abstimmungsbenachrichtigungen zwischen Montag, 8. Juni, und Sonntag, 21. Juni. Briefwahlunterlagen sollen voraussichtlich ab Montag, 15. Juni, erhältlich sein.
Zur sachlichen Information der Bevölkerung arbeitet die Stadt mit dem Forum Energiedialog Baden-Württemberg zusammen. Ziel ist eine transparente und ergebnisoffene Diskussion im Vorfeld der Abstimmung. Weitere Informationen stellt die Stadt online zur Verfügung.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |