Pfälzer Elwedritsche
Relaunch für die neue Website „elwedritsch.de“
- "Die Tritsche sinn am kumme" - die Elwedritsche in Pennsylvania gelten durchaus noch als bedrohlich, ganz anders als in der Pfalz. Das hängt damit zusammen, dass sich in den USA bei den Nachfahren pfälzischer Auswanderer Sitten und Gebräuche aus dem 18. Jahrhundert besser gehalten haben als bei den Nachfahren der damals nicht ausgewanderten Pfälzer.
- Foto: Dr. Michael Werner
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Nur neun Monate nach dem Start wurde das neue Online-Informationsportal zum Thema Elwedritsche in weiten Teilen überarbeitet und mit ergänzten Inhalten und neuem Layout freigeschaltet. Der Relaunch der Seite „elwedritsch.de“ war aufgrund der großen Anzahl neuer Texte, Bilder, Charts, Quellen und Literaturangaben notwendig geworden.
Verantwortlich für die Seite und den neuen Erklärungsansatz zum Ursprung der Elwedritsche ist Dr. Michael Werner, Publizist und Sprachwissenschaftler. In mehr als 30 Jahren Forschungsarbeit bei den Pennsylvanisch-Deutschen ist der Gründer und Herausgeber von „Hiwwe wie Driwwe“ in den USA auf Quellen und Belege gestoßen, die eine Lösung des Elwedritsche-Rätsels möglich machten.
Dieses derzeit umfassendste inhaltliche Angebot zu den pfälzischen Elwedritschen bietet zusammen mit dem Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ einen völlig neuen Zugang zum Thema. Nicht die Bräuche rund um die vermeintlichen Fabeltiere stehen im Mittelpunkt, sondern die Fragen: Warum gibt es überhaupt Elwedritsche? Warum sehen sie aus, wie aussehen? Und wie sind sie in den Pfälzerwald gekommen.
Der Ansatz zur Lösung des Rätsels ist psychologisch-memetisch: Die Memetik geht davon aus, dass kulturelle Muster Änderungen unterworfen sind, so dass sie sich über Generationen immer wieder verändern und an neue Anforderungen anpassen. Der Motor dieser Veränderungen liegt im Menschen selbst – das ist der psychologische Aspekt. Genauer gesagt: Die Psyche verarbeitet körperliche (biologische) Phänomene kulturell. Der Mensch lässt kulturelle Muster (Meme) entstehen, die immer wieder Wandlungen unterworfen sind. Im Fall der Elwedritsche steht eine Angstverarbeitung im Mittelpunkt, die mit Hilfe des Geistes in Humor gewandelt wird. Doch wie funktioniert das genau?
Neurologische Grundlage: Die These verknüpft die Entstehung der Elwetritsch-Legende mit der Schlafparalyse, einem gut dokumentierten neurophysiologischen Phänomen. Dabei ist man beim Übergang zwischen Schlaf und Wachzustand bei Bewusstsein, aber motorisch gelähmt. Häufig treten in diesem Zustand Halluzinationen auf, in denen Betroffene eine bedrohliche Anwesenheit im Raum wahrnehmen.
Angst und Dämonisierung: Diese Erfahrungen der Hilflosigkeit und Angst wurden in vorwissenschaftlichen Zeiten mit der Anwesenheit von Dämonen oder anderen übernatürlichen Wesen erklärt, wie etwa dem Albtraum- oder Druckdämon (auch Mahr oder Mora genannt, später Drude bzw. Albdrude). Das menschliche Gehirn neigt dazu, in undeutlichen Sinneseindrücken Muster zu erkennen (sogenannte Agentendetektion). Im Zustand der Schlafparalyse verstärkt sich diese Tendenz, was zur Projektion eines Dämons führen kann.
Memetische Evolution: Ein Mem ist eine kulturelle Einheit (wie eine Idee, eine Erzählung oder ein Bild), die sich analog zu Genen verbreitet und weiterentwickelt. Auf diese Weise begleitet es die Menschen über Generationen durch Zeiten und Räume – und ist dabei immer wieder Wandlungen unterworfen. Der durch die Schlafparalyse entstandene Dämon wurde im Zuge dieses Prozesses immer weiter verkleinert (körperlich wie durch die Veränderung des Namens Albdrude zu Elwedritsch) und in den Wald verbannt. Aus dem dunklen Fabelwesen, das Angst verbreitete, wurde ein liebenswerter, fast possierlicher regionaler Mythos, der heute als touristische Attraktion dient.
Identität und Gemeinschaft: Im Wald stellt man dem jetzt harmlosen Tier (erfolglos) nach. Die Jagd ist Ausdruck einer Machtumkehr. Nicht mehr der Dämon bedroht die Menschen. Jetzt ist es umgekehrt, was zu einem Kontrollgewinn führt. Die Elwedritsch-Erzählung hat sich zu einem starken Identitätsstiftungs-Mem entwickelt. Das Ritual der Jagd festigt das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Abgrenzung von der "Tritschologie": Der psychologisch-memetische Ansatz grenzt sich bewusst von der sogenannten „Tritschologie“ ab. Während diese eine vergnügliche, pseudowissenschaftliche Beschäftigung mit dem Fabelwesen darstellt, stützt sich die hier beschriebene Theorie auf kulturhistorische, linguistische, neurologische und psychologische Argumente, um den Ursprung der Elwedritsche zu erklären.
Alle weiteren Details und viele Quellen und Belege finden sich auf der Website „elwedritsch.de“
Hiwwe wie Driwwe Agentur + Verlag
Dr. Michael Werner
www.elwedritsch.de
Autor:Dr. Michael Werner aus Grünstadt-Land |
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