Sportkegel-Bundesligist SG Ettlingen steigt in die 2. Bundesliga ab
Trotz großer Aufholjagd und Herzblut und Leidenschaft am Ende doch glücklos verloren

Die Mannschaften bei der Begrüßung durch die Schiedsrichterin
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  • Die Mannschaften bei der Begrüßung durch die Schiedsrichterin
  • hochgeladen von Thomas Speck

Am vorletzten Spieltag der Sportkegelbundesliga erwartete die SG Ettlingen am Samstag, 16.03.2019 vor heimischem Publikum die sechstplatzierte Mannschaft von Bahnfrei Damm Aschaffenburg. Schon vor dem Spiel war klar, dass nur ein Sieg die Möglichkeit eröffnen würde, an einem Entscheidungsspiel zur Relegation und damit dem eventuellen Klassenerhalt teilzunehmen, bei einer Niederlage würde unweigerlich der bittere Gang in die 2. Bundesliga folgen, da dann der Konkurrent vom TV Haibach nicht mehr einzuholen wäre.

Nach der Begrüßung der Mannschaften durch die Schiedsrichterin schickten die Ettlinger ihr Startduo Gerd Wolfring und Jörg Schneidereit auf die Bahnen. Beide konnten in den letzten Spielen die Ettlinger durch ihr starkes Auftreten auf die Siegerstraße bringen. Diesmal jedoch war Sand im Getriebe, die Last des Siegens und die damit verbundene Anspannung ließen die beiden Spieler ungewohnt nervös und fahrig agieren, so dass sich leichte Fehler in das Spiel einschlichen. Dies merkte auch der Gegner und nahm sofort das Heft des Handelns in die Hand und zog Wurf um Wurf weiter davon. Jörg Schneidereit beendete sein Spiel mit soliden 985 Kegel, musste aber Horst Schlettt mit 1032 Kegel auf der anderen Seite den Vortritt lassen. Gerd Wolfring, an diesem Tag mit 1003 Kegel nicht in bester Verfassung, hatte gegen einen fantastisch aufspielenden Christoph Zöller mit 1089 Kegel klar das Nachsehen, so dass ein Minus von 133 Kegel auf der Anzeige aufleuchtete. Für die noch vier folgenden Ettlinger Spieler war dieser Rückstand schon eine große Hypothek, der noch zusätzlich zur Anspannung hinzukam und die Aufgabe nicht gerade leichter machte.

Im Mittelpaar versuchten Andreas Wolf und  Dieter Ockert nun, den Rückstand aufzuholen und sie kämpften verbissen Wurf um Wurf und konnten sich auch mit Leidenschaft und Kampfeswillen wieder heranarbeiten. Andreas Wolf machte mit guten 1032 Kegel gegen Felix Kopp mit 953 Kegel wichtigen Boden gut und Mannschaftskapitän Dieter Ockert ging mit starken 1047 Kegel gegen 1019 Kegel von Patrick Lebert mit gutem Beispiel voran. Aus 133 Kegel Rückstand wurden nur so noch 26 Kegel Rückstand und das Spiel war nun plötzlich wieder völlig offen und die Ettlinger witterten ihre Chance, das Spiel zu drehen.

Im Schlusspaar gingen Thomas Speck und Rainer Grüneberg auf die Bahnen und nahmen den Kampf auf. Auf den ersten hundert Würfen hielten sich die Spieler die Waage, der Spielstand änderte sich kaum. Ab der dritten Bahn zogen die Etttlinger die Zügel an und arbeiteten sich Wurf um Wurf heran, 10 Wurf vor dem Ende sah es nach einem Sieg aus, das Spiel war unentschieden, jede Kugel zählte nun. Doch leider bekam Thomas Speck mit den letzten beiden Anwürfen zwei Bilder (Kegel 4-5-6 oder auch die sog. "Autobahn"), die leider nur jeweils mit drei Würfen abzuräumen sind und die es ihm verwehrten, noch einmal ins volle Bild zukommen. So kam es, wie es kommen musste, die Gegner konnten das Spiel verwalten und am Ende fehlten 16 Kegel zum Sieg, das Spiel ging mit 6109:6125 Kegel an die Gäste aus Aschaffenburg und zerstörte jede Hoffnung auf den Verbleib in der 1. Bundesliga Männer der DCU. Thomas Speck konnte mit 1005 Kegel seinem Nebenmann Patrick Fischer mit 992 Kegel am Ende zwar einige Kegel abnehmen, Rainer Grüneberg unterlag allerdings trotz guter 1037 Kegel seinem Bahnnachbarn Theo Spangenberger mit 1040 Kegel.

Eine ganz bittere Niederlage, die noch lange weh tun wird, denn alle Spieler kämpften verbissen um die letzte Chance auf den Verbleib in der 1. Bundesliga, hatten auch alles richtig gemacht und sich mit Engagement, Leidenschaft und Herzblut zurück ins Spiel gekämpft und hatten die Entscheidung in der Hand - und wurden beim Zieleinlauf dann plötzlich vom Glück verlassen. Dies spiegelt den Verlauf der Saison wieder, denn wenn man unten in der Tabelle steht, bekommt man oft das Glück nicht, um ein Spiel zu entscheiden, wenn es möglich wäre. Nach dieser bitteren Niederlage war die Stimmung bei allen Spielern erst einmal im Keller, Frust und Trauer überwiegen, hatte man doch alles in dieses Spiel hineingelegt, was man geben konnte und wurde dafür auf den letzten Metern doch nicht belohnt.

Doch schon bei der Spielanalyse nach dem Spiel gingen die Gedanken Richtung letztes Heimspiel, das am nächsten Samstag gegen PSV Franken Neustadt für mindestens ein Jahr den letzten Auftritt in der 1. Bundesliga bedeutet. Dort will man nochmals siegen und zeigen, dass man es prinzipiell noch kann. Die Planungen für die nächste Saison haben gestern Abend schon begonnen, man ist fest entschlossen, die Herausforderung anzunehmen und im nächsten Jahr wieder den Aufstieg und die 1. Bundesliga fest ins Visier zu nehmen. Was dies für die Mannschaft bedeutet, ob man sich personell weiter verstärkt und was man für die nächste Saison ändern muss, werden die Gespräche und Sitzungen der nächsten Wochen zeigen, wo man die gesamte Situation analysieren und besprechen muss, um für die nächste Saison eine hungrige und schlagkräftige Truppe zu formen, die mit unbändigem Kampfes- und Siegeswillen den direkten Wiederaufstieg verfolgt und dafür alles gibt.

Die SG Ettlingen hat jetzt zwar mit dem Abstieg in die 2. Bundesliga ein leichtes Zwischentief, wird sich aber wieder auf ihre Tugenden besinnen und über den Sommer hart arbeiten, um stärker und besser zurückzukommen und den Wiederaufstieg im nächsten Jahr konsequent zu verfolgen und wahr zu machen. Vielleicht war dieser Abstieg auch ein Signal, alles einmal auf den Prüfstand zu stellen und nun konsequent Fehler um Fehler auszumerzen, um dann frisch gestärkt und mit Spielfreude wieder von vorne zu beginnen und wieder dorthin zu kommen, wo die SG Ettlingen prinzipiell hingehört - in die 1. Bundesliga!

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