Wildschwein-Fund bei Fischbach: Kreisverwaltung widerspricht PETA-Darstellung
- Wildschwein im Pfälzerwald (Symbolbild). Nach einem umstrittenen Fund tierischer Überreste widerspricht die Kreisverwaltung Südwestpfalz der Darstellung von PETA.
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Was im Wald bei Fischbach entdeckt wurde, beschäftigt weiter die Region. Jetzt äußert sich die Kreisverwaltung – mit einer überraschenden Einordnung.
Von Erik Stegner
Fischbach/Rumbach. Nach dem Fund mehrerer toter Wildschweine und tierischer Überreste in einem Waldgebiet zwischen Fischbach und Rumbach widerspricht die Kreisverwaltung Südwestpfalz der Darstellung der Tierrechtsorganisation PETA in zentralen Punkten. In einer Stellungnahme gegenüber dem Wochenblatt heißt es, bei einer Vor-Ort-Kontrolle seien keine ganzen Wildschweinkadaver festgestellt worden. Zudem liege der tatsächliche Ablageort nicht im Naturschutzgebiet Königsbruch.
- Wildschweine mit Nachwuchs im Pfälzerwald (Symbolbild). Im Landkreis Südwestpfalz ist die Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben.
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Keine Kadaver, sondern Reste aus der Wildverarbeitung
Wie die Kreisverwaltung mitteilt, erfolgte bereits am 20. Januar (Dienstag) nach Eingang der Meldung eine Kontrolle durch Mitarbeiter des Veterinäramts in Absprache mit der Unteren Jagdbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde. Vor Ort seien tierische Nebenprodukte festgestellt worden, die bei der Verarbeitung von gesund erlegtem Wild anfallen – sogenannte Aufbrüche und Zerwirkreste. Ganze Kadaver von Wildschweinen seien dabei nicht vorgefunden worden. Auch die Einordnung des Fundortes im Naturschutzgebiet Königsbruch treffe nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde nicht zu.
- Blick auf den angeblichen Fundort im Naturschutzgebiet Königsbruch zwischen Fischbach und Rumbach. Nach Angaben von PETA lagen dort mehrere Wildschweinleichen, teils offenbar schon seit längerer Zeit.
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Bilder widersprechen Behördenangaben
Die von PETA veröffentlichten Fotos zeigen deutlich größere Mengen tierischer Überreste und erwecken den Eindruck ganzer Tierkörper. Diese Darstellung widerspricht den Angaben der Kreisverwaltung, wonach vor Ort ausschließlich Aufbrüche und Zerwirkreste festgestellt worden seien. Die Behörde hält an ihrer Darstellung fest und verweist auf die Ergebnisse der eigenen Kontrolle.
Aufbrüche sind die entnommenen inneren Organe eines erlegten Wildtiers (zum Beispiel Magen und Darm), die bei der Versorgung des Tieres im Revier anfallen.
Zerwirkreste sind Überreste, die beim Zerlegen des Wildes entstehen – etwa Knochen und andere nicht als Lebensmittel verwendete Teile.
Aus Sicht der Behörde kein Rechtsverstoß
Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es derzeit keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen jagdrechtliche Vorschriften. Seuchenrechtlich sei dieses Vorgehen außerhalb von wegen der Afrikanischen Schweinepest reglementierten Gebieten grundsätzlich zulässig, sofern Aufbrüche und Zerwirkreste gemeinwohlverträglich zurückgelassen würden. Der von PETA geäußerte Verdacht, es könne sich um einen sogenannten Luderplatz handeln, habe sich nach Einschätzung der Behörden ebenfalls nicht bestätigt. Für einen Luderplatz seien die vorgefundenen Tierkörper flächenmäßig viel zu groß ausgebracht gewesen. Dies habe auch Kreisjagdmeister Rolf Henner bestätigt.
Hinweise auf mögliche Verursacher
Nach Angaben der Kreisverwaltung liegen Hinweise auf mögliche Verursacher vor. Diesen werde derzeit nachgegangen. Nähere Angaben machte die Behörde dazu nicht.
Ganzjährige Jagd von Schwarzwild
Im Landkreis Südwestpfalz ist die Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben. Wildschweine sollen ganzjährig gejagt werden, führende Elterntiere sind dabei von der Jagd zu verschonen. Schwerpunkte einzelner Jagdgebiete gebe es nicht. Die Jäger seien angewiesen, Schwarzwild im gesamten Landkreis flächendeckend intensiv zu jagen, unter anderem mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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