Wildschwein-Fund bei Fischbach: Kreisverwaltung widerspricht PETA-Darstellung

Wildschwein im Pfälzerwald (Symbolbild). Nach einem umstrittenen Fund tierischer Überreste widerspricht die Kreisverwaltung Südwestpfalz der Darstellung von PETA. | Foto: Foto: Piotr Krzeslak/stock.adobe.com
5Bilder
  • Wildschwein im Pfälzerwald (Symbolbild). Nach einem umstrittenen Fund tierischer Überreste widerspricht die Kreisverwaltung Südwestpfalz der Darstellung von PETA.
  • Foto: Foto: Piotr Krzeslak/stock.adobe.com
  • hochgeladen von Erik Stegner

Was im Wald bei Fischbach entdeckt wurde, beschäftigt weiter die Region. Jetzt äußert sich die Kreisverwaltung – mit einer überraschenden Einordnung.

Von Erik Stegner
Fischbach/Rumbach. Nach dem Fund mehrerer toter Wildschweine und tierischer Überreste in einem Waldgebiet zwischen Fischbach und Rumbach widerspricht die Kreisverwaltung Südwestpfalz der Darstellung der Tierrechtsorganisation PETA in zentralen Punkten. In einer Stellungnahme gegenüber dem Wochenblatt heißt es, bei einer Vor-Ort-Kontrolle seien keine ganzen Wildschweinkadaver festgestellt worden. Zudem liege der tatsächliche Ablageort nicht im Naturschutzgebiet Königsbruch.

Wildschweine mit Nachwuchs im Pfälzerwald (Symbolbild). Im Landkreis Südwestpfalz ist die Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben. | Foto: Foto: Budimir Jevtic/stock.adobe.com
  • Wildschweine mit Nachwuchs im Pfälzerwald (Symbolbild). Im Landkreis Südwestpfalz ist die Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben.
  • Foto: Foto: Budimir Jevtic/stock.adobe.com
  • hochgeladen von Erik Stegner

Keine Kadaver, sondern Reste aus der Wildverarbeitung

Wie die Kreisverwaltung mitteilt, erfolgte bereits am 20. Januar (Dienstag) nach Eingang der Meldung eine Kontrolle durch Mitarbeiter des Veterinäramts in Absprache mit der Unteren Jagdbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde. Vor Ort seien tierische Nebenprodukte festgestellt worden, die bei der Verarbeitung von gesund erlegtem Wild anfallen – sogenannte Aufbrüche und Zerwirkreste. Ganze Kadaver von Wildschweinen seien dabei nicht vorgefunden worden. Auch die Einordnung des Fundortes im Naturschutzgebiet Königsbruch treffe nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde nicht zu.

Blick auf den angeblichen Fundort im Naturschutzgebiet Königsbruch zwischen Fischbach und Rumbach. Nach Angaben von PETA lagen dort mehrere Wildschweinleichen, teils offenbar schon seit längerer Zeit. | Foto: PETA
  • Blick auf den angeblichen Fundort im Naturschutzgebiet Königsbruch zwischen Fischbach und Rumbach. Nach Angaben von PETA lagen dort mehrere Wildschweinleichen, teils offenbar schon seit längerer Zeit.
  • Foto: PETA
  • hochgeladen von Erik Stegner

Bilder widersprechen Behördenangaben

Die von PETA veröffentlichten Fotos zeigen deutlich größere Mengen tierischer Überreste und erwecken den Eindruck ganzer Tierkörper. Diese Darstellung widerspricht den Angaben der Kreisverwaltung, wonach vor Ort ausschließlich Aufbrüche und Zerwirkreste festgestellt worden seien. Die Behörde hält an ihrer Darstellung fest und verweist auf die Ergebnisse der eigenen Kontrolle.

Was sind Aufbrüche und Zerwirkreste?

Aufbrüche sind die entnommenen inneren Organe eines erlegten Wildtiers (zum Beispiel Magen und Darm), die bei der Versorgung des Tieres im Revier anfallen.

Zerwirkreste sind Überreste, die beim Zerlegen des Wildes entstehen – etwa Knochen und andere nicht als Lebensmittel verwendete Teile.

Aus Sicht der Behörde kein Rechtsverstoß

Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es derzeit keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen jagdrechtliche Vorschriften. Seuchenrechtlich sei dieses Vorgehen außerhalb von wegen der Afrikanischen Schweinepest reglementierten Gebieten grundsätzlich zulässig, sofern Aufbrüche und Zerwirkreste gemeinwohlverträglich zurückgelassen würden. Der von PETA geäußerte Verdacht, es könne sich um einen sogenannten Luderplatz handeln, habe sich nach Einschätzung der Behörden ebenfalls nicht bestätigt. Für einen Luderplatz seien die vorgefundenen Tierkörper flächenmäßig viel zu groß ausgebracht gewesen. Dies habe auch Kreisjagdmeister Rolf Henner bestätigt.

Verstörender Fund bei Fischbach im Pfälzerwald: Mehrere Wildschweinleichen entdeckt

Hinweise auf mögliche Verursacher

Nach Angaben der Kreisverwaltung liegen Hinweise auf mögliche Verursacher vor. Diesen werde derzeit nachgegangen. Nähere Angaben machte die Behörde dazu nicht.

Ganzjährige Jagd von Schwarzwild

Im Landkreis Südwestpfalz ist die Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben. Wildschweine sollen ganzjährig gejagt werden, führende Elterntiere sind dabei von der Jagd zu verschonen. Schwerpunkte einzelner Jagdgebiete gebe es nicht. Die Jäger seien angewiesen, Schwarzwild im gesamten Landkreis flächendeckend intensiv zu jagen, unter anderem mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden bei einer Vor-Ort-Kontrolle keine ganzen Wildschweinkadaver gefunden. Stattdessen seien tierische Nebenprodukte entdeckt worden, die bei der Verarbeitung von erlegtem Wild anfallen – sogenannte Aufbrüche und Zerwirkreste. Die von PETA veröffentlichten Bilder erwecken hingegen den Eindruck ganzer Tierkörper.
Nach Darstellung der Unteren Naturschutzbehörde liegt der tatsächliche Ablageort nicht im Naturschutzgebiet Königsbruch. Damit widerspricht die Kreisverwaltung auch diesem zentralen Punkt der PETA-Angaben.
Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es derzeit keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen jagdrechtliche Vorschriften. Seuchenrechtlich sei das Ablegen von Aufbrüchen und Zerwirkresten außerhalb von ASP-Sperrzonen grundsätzlich zulässig, sofern dies gemeinwohlverträglich erfolge. Auch der Verdacht eines Luderplatzes habe sich nicht bestätigt.
Nach Angaben der Kreisverwaltung liegen Hinweise auf mögliche Verursacher vor. Diesen Hinweisen werde nachgegangen. Weitere Details nannte die Behörde bislang nicht.
LokalesAnzeige
Das Digital-Standard-Abo der RHEINPFALZ testen und online auf Artikel, Podcasts und Bildergalerien zugreifen. | Foto: DIE RHEINPFALZ
2 Bilder

Die digitale RHEINPFALZ testen: Nachrichten online und exklusive Inhalte für 1 Euro

Mit dem Digital-Standard-Abo der RHEINPFALZ nah an der Pfalz dran bleiben und online unterwegs und zu Hause aktuelle Nachrichten und exklusive Geschichten lesen.  Wer die Pfalz im Alltag nicht aus dem Blick verlieren möchte, findet bei der RHEINPFALZ aktuelle Nachrichten, exklusive Berichte und das Wichtigste aus der Region in einem kompakten Digital-Paket. So können Leserinnen und Leser das Neueste aufmerksam verfolgen und dabei flexibel, bequem und jederzeit auf Inhalte zugreifen. Zum...

LokalesAnzeige
Landau mit Kindern: Das Reptilium ist ein beliebtes Ziel, um in der Welt der Reptilien unvergessliche Momente zu erleben. Unser Bild zeigt eine Bartagame.  | Foto: Reptilium
2 Bilder

Landau mit Kindern: Das Reptilium erkunden

Landau in der Pfalz: Riesenschlangen, Minifrösche, Alligatoren. Im Terrarien- und Wüstenzoo die schöne Welt der Reptilien entdecken. Landau mit Kindern. Der Terrarien- und Wüstenzoo Reptilium in Landau (Pfalz) ist ein privater Zoo mit wunderschön angelegten Lebensräumen für Reptilien. Im Zoogebäude leben die Tiere auf einer Fläche von 3400 Quadratmetern wie in ihren eigentlichen Lebensräumen. Entsprechend ist die Temperatur im Reptilium das ganze Jahr über gleich bleibend hoch. Sie bewegt sich...

RatgeberAnzeige
Bestattungen Germersheim: Für die Hinterbliebenen ist es wichtig, ein Beerdigungsinstitut zu finden, bei dem sie sich gut aufgehoben fühlen | Foto: Trauerhilfe Göck/Isaworks
4 Bilder

Bestattungen Germersheim: Was ist im Todesfall zu tun?

Bestattungen Germersheim. Die Trauerhilfe Göck ist ein verlässlicher Ansprechpartner für alle Bestattungsarten und Dienstleistungen, die Tod und Abschied es geliebten Menschen verbunden sind. Die kompetenten Bestatter aus Speyer kümmern sich auch um Bestattungen in Germersheim und in den Städten und Gemeinden im Kreis Germersheim, also auch in Lingenfeld, Lustadt, Schwegenheim oder Weingarten.  Dabei ist man offen für verschiedene Bestattungsformen: Erdbestattung oder Feuerbestattung,...

Wildschwein im Pfälzerwald (Symbolbild). Nach einem umstrittenen Fund tierischer Überreste widerspricht die Kreisverwaltung Südwestpfalz der Darstellung von PETA. | Foto: Foto: Piotr Krzeslak/stock.adobe.com
Wildschweine mit Nachwuchs im Pfälzerwald (Symbolbild). Im Landkreis Südwestpfalz ist die Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben. | Foto: Foto: Budimir Jevtic/stock.adobe.com
In einem Waldgebiet bei Fischbach im Pfälzer Wald des Naturschutzgebiets Königsbruch entdeckte ein Spaziergänger mehrere Wildschweinleichen. Der Fundort liegt in einem Naturschutzgebiet. Die Jagdbehörde hat den Sachverhalt geprüft. | Foto: PETA
Blick auf den angeblichen Fundort im Naturschutzgebiet Königsbruch zwischen Fischbach und Rumbach. Nach Angaben von PETA lagen dort mehrere Wildschweinleichen, teils offenbar schon seit längerer Zeit. | Foto: PETA
Mehrere Wildschweinleichen lagen laut PETA in einer Senke im Wald. Einige der Tierkörper wirkten laut den Fotos bereits stark verwest. Die Herkunft und die Art der Entsorgung sind nach wie vor unklar. | Foto: PETA
Autor:

Erik Stegner aus Landstuhl

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

13 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Online-Prospekte aus Bad Bergzabern und Umgebung



Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ