Verstörender Fund bei Fischbach im Pfälzerwald: Mehrere Wildschweinleichen entdeckt
- In einem Waldgebiet bei Fischbach im Pfälzerwald entdeckte ein Spaziergänger mehrere Wildschweinleichen. Der Fundort liegt in einem Naturschutzgebiet. Die Jagdbehörde prüft den Sachverhalt.
- Foto: PETA
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Wer hat die Tiere dort entsorgt – und warum ausgerechnet im Naturschutzgebiet? Der Fund wirft brisante Fragen auf, auch mit Blick auf Seuchenschutz und Jagdpraxis. Nun sollen die Behörden klären, was hinter den Wildschweinleichen im Königsbruch steckt.
Von Erik Stegner
Fischbach/Rumbach. Ein Spaziergänger hat am Sonntag im Naturschutzgebiet Königsbruch mehrere tote Wildschweine in einer Grube entdeckt. Die Tierkörper lagen in einem Waldgebiet zwischen Fischbach und Rumbach, einige offenbar schon seit längerer Zeit. Die Tierrechtsorganisation PETA hat nach eigenen Angaben Anzeige bei der Jagdbehörde Südwestpfalz erstattet.
- In einem Waldgebiet bei Fischbach im Pfälzer Wald des Naturschutzgebiets Königsbruch entdeckte ein Spaziergänger mehrere Wildschweinleichen. Der Fundort liegt in einem Naturschutzgebiet. Die Jagdbehörde prüft den Sachverhalt.
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Fund in geschütztem Gebiet
Nach Angaben von PETA ging die Meldung am 21. Januar 2026 bei der Organisation ein. Demnach lagen mehrere Wildschweinleichen in einer Grube innerhalb des Naturschutzgebiets Königsbruch. Einzelne Kadaver wirkten bereits stark verwest, andere seien augenscheinlich erst vor kurzer Zeit dort abgelegt worden. Nach Einschätzung der Organisation könnte es sich um einen sogenannten Luderplatz handeln – eine jagdliche Einrichtung, bei der Tierkörper oder Schlachtabfälle ausgelegt werden, um Beutegreifer anzulocken. Ob dies tatsächlich der Fall ist, ist bislang nicht bestätigt.
- Blick auf den Fundort im Naturschutzgebiet Königsbruch zwischen Fischbach und Rumbach. Nach Angaben von PETA lagen dort mehrere Wildschweinleichen, teils offenbar schon seit längerer Zeit.
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Anzeige bei der Jagdbehörde Südwestpfalz
PETA begründet die Anzeige mit möglichen Verstößen gegen jagd- und seuchenrechtliche Vorgaben. Insbesondere mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest sei die Entsorgung von Wildschweinkadavern im Wald problematisch, da Tierkörper grundsätzlich fachgerecht beseitigt werden müssten. Ein Sprecher der Jagdbehörde Südwestpfalz bestätigte auf Anfrage bislang nicht, ob bereits Ermittlungen aufgenommen wurden. Eine Prüfung des Sachverhalts stehe im Raum.
- Mehrere Wildschweinleichen lagen in einer Senke im Wald. Einige der Tierkörper wirkten bereits stark verwest. Die Herkunft und die Art der Entsorgung sind bislang unklar.
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Forderung nach Aufklärung
„Mehrere Wildschweinleichen in einer Grube mitten im Naturschutzgebiet des Pfälzerwalds – das ist ein verstörendes Bild“, erklärte Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. Die Organisation fordert eine schnelle Aufklärung des Vorfalls und mögliche Konsequenzen, sollten sich Rechtsverstöße bestätigen. Unabhängig davon weist PETA grundsätzlich darauf hin, dass aus ihrer Sicht die Jagd auf Wildschweine keine nachhaltige Bestandsregulierung bewirke. Diese Position stützt die Organisation nach eigenen Angaben auf wissenschaftliche Untersuchungen.
Hintergründe noch offen
Bislang ist unklar, wer die Tiere dort abgelegt hat, aus welchem Grund dies geschah und ob ein Zusammenhang mit jagdlichen Maßnahmen besteht. Auch die genaue Anzahl der Tiere wurde noch nicht offiziell beziffert. Die zuständigen Behörden dürften nun prüfen, ob ein Verstoß gegen Naturschutz-, Jagd- oder Seuchenrecht vorliegt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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