Natürlich leben im Hier und Jetzt - gemeinsam für die Zukunft
Auf dem Weg nach Biotopia

Idyllisch gelegen der Reinighof. Mittig ist ein Solarkocher zu sehen.  Foto (2): B. Bender
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  • Idyllisch gelegen der Reinighof. Mittig ist ein Solarkocher zu sehen. Foto (2): B. Bender
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Bruchweiler-Bärenbach. In diesem Jahr feiert der Reinighof seinen 42. Geburtstag. Das Leben unterliegt ständigem Wandel und so hat sich auch dort seit 1977 einiges verändert.
Die damalige Gemeinschaft von zwanzig Personen fand sich in Bundenthal zusammen und als bekannt wurde, dass der Reinighof zum Verkauf steht, wurde ein Verein gegründet und das Haus mit großem Anwesen gekauft.
Mit einer Wanderschäferei wurde der Lebensunterhalt weitgehendst bestritten, was sich aber zunehmend als schwierig herausstellte.
Hinzu kam, dass immer mal wieder der ein oder andere seine Lebenspläne änderte und den Hof verließ.
Seit 2012 geht der Verein nun einen komplett anderen Weg, dahingehend, dass die Finanzierung des eigenen Lebensunterhaltes nicht mehr durch Arbeit auf den Hof generiert, sondern außerhalb des Hofes Geld verdient wird. Die Startergruppe 2012 plante auch, sich idealistisch neu auszurichten. Im Moment leben neun Erwachsene und zwei Kinder dort.
Die Uhren ticken anders auf dem Reinighof, fernab des „normalen Wahnsinns“.
Nicht, dass hier nichts gearbeitet und geleistet würde, ganz im Gegenteil. Hier ist immer etwas am Werden und Entstehen.
Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde das Abwasser in einer Grube gesammelt und musste mit einem LKW zum Klärwerk gefahren werden.
Ein neues, innovatives Abwasserkonzept wurde gemeinsam mit der Technischen Universität Kaiserslautern erarbeitet. Unter großem körperlichen Einsatz entstand dann im Mai 2017 eine Pflanzenkläranlage, die das sogenannte Grauwasser auf natürliche Weise reinigt.
Auf dem Hof gibt es Trockentoiletten mit Trennung für „vorn und hinten“. Die Fäkalien werden mit Sägemehl bestreut und per Schnellkompostierung zu fertigem Kompost.
Der Urin wird getrennt behandelt. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde auf dem Gelände ein Forschungshaus errichtet. Dort wird aus dem Urin Phosphor und Stickstoff gewonnen. Es entsteht ein pulverförmiger Dünger. Der gefilterte Urin wird in einem Bodenfilter behandelt und dann der Pflanzenkläranlage zugeführt.
Der Strom wird durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt. Wasser fließt aus der nahegelegenen renaturierten Quelle.
Die Menschen auf dem Reinighof sind Selbstversorger und Umweltschützer durch und durch.
Es ginge aber auch darum, gemeinsam globale Probleme anzugehen und einzuwirken auf die Welt, so Christian Siry, der seit drei Jahren auf dem Reinighof lebt.
Die Menschen die dort leben, tun das ganz bewusst.
Einmal pro Woche findet ein Meeting statt, bei dem es um anstehende, praktische Dinge geht. Ein gesondertes Treffen wird abgehalten, um emotionale Befindlichkeiten auszutauschen, um wieder und wieder ein friedliches Miteinander gestalten zu können.
Diese Alternativkultur zu leben, darin sieht Siry auch die Möglichkeit, bewussteinsbildend auf die Gesellschaft wirken zu können. „Probewohnen“ ist auf dem Reinighof möglich. Entweder im liebevoll umgestalteten Bauwagen oder auf dem Zeltplatz. Ein Sanitärwagen mit Trockentoilette und Dusche stehen auf dem Platz, ebenso eine Außenküche mit zahlreichen Sitzplätzen.
Es werden auch Yogakurse und Natur-Workshops angeboten, Musik und Tanz gemeinsam gefeiert. Mehrere Konzerte finden im Laufe eines Jahres statt. Für das Kinder-Herbstcamp vom 7. bis 10. Oktober, kann man sich noch anmelden. Das hier gemeinsam Gelebte wird somit für alle Interessierten erfahrbar.
Die Veranstaltungen bieten die Bewohner des Reinighofes in den meisten Fällen selbst an. Es besteht aber auch die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten oder auf dem Platz selbst, eigene Veranstaltungen anzubieten.
Unterstützer und auch Spender sind jederzeit herzlich willkommen.
In der Planung ist derzeit ein Parcours mit Erklärtafeln, der bis zum kommenden Frühjahr fertig gestellt sein wird.
Das Sortiment im Hofladen soll erweitert werden. Einkaufen kann man dort nach telefonischer Anmeldung.
„Dem Verein ist es 2012 am Herzen gelegen, dass es gut weiter geht im Sinne des Erfinders“, so Christian Siry. Im Reinighof ist man ganz nah dran an Biotopia.
Am 13. August kann man sich davon ein Bild machen im SWR Fernsehen um 18.15 Uhr in der Sendung „natürlich!“. beb

Weitere Informationen
www.reinighof.de
reinighof-verein@t-online.de
06394/1378
Bankverbindung:
VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau eG
IBAN: DE 16 5489 1300 0071 7149 00

Autor:

Britta Bender aus Bad Bergzabern

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