Topduell bei Elversberg: Bayern kommt ins Saarland
- Elversbergs Stadion ist aktuell eine Baustelle. (Archivbild)
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Spiesen-Elversberg. Für Fußballfans im Südwesten steht am Sonntag, 13. September, ein ungewöhnliches Bundesliga-Spiel an: Der SV Elversberg empfängt um 17.30 Uhr den FC Bayern München im Stadion an der Kaiserlinde. In der Tabelle ist es ein Spitzenspiel. Bei vielen Rahmenbedingungen ist es eines der ungleichsten Duelle seit Gründung der Bundesliga.
Der Aufsteiger aus dem Saarland ist mit zwei Siegen gestartet und steht nach den Erfolgen gegen Bayer Leverkusen und bei Borussia Mönchengladbach vor Bayern. München kam zuletzt auf Schalke nicht über ein 0:0 hinaus. Elversberg geht deshalb mit einer makellosen Bundesliga-Siegquote in das Heimspiel gegen den Dauermeister.
Trainerduell mit großem Kontrast
Auch an der Seitenlinie treffen sehr unterschiedliche Fußballwege aufeinander. Elversbergs Trainer Vincent Wagner war als Spieler nie höher als in der Regionalliga aktiv und wechselte früh ins Trainerfach. Bayerns Coach Vincent Kompany spielte dagegen auf höchstem Niveau, unter anderem beim Hamburger SV und viele Jahre bei Manchester City. Für Belgien absolvierte er 89 Länderspiele und war dort ebenso Kapitän wie in Manchester.
Kaderwert zeigt die Größenordnung
Nach Schätzungen des Fachportals Transfermarkt ist der Bayern-Kader etwas mehr als eine Milliarde Euro wert. Zu den wertvollsten Profis zählen Michael Olise mit 170 Millionen Euro, Jamal Musiala mit 100 Millionen Euro und Aleksandar Pavlovic mit 90 Millionen Euro.
Elversberg kommt demnach auf rund 58 Millionen Euro Kaderwert. Das entspricht ungefähr dem Wert von Bayern-Talent Lennart Karl allein. Der Aufsteiger hat seine Mannschaft nach dem Bundesliga-Aufstieg nicht mit großen Namen umgebaut. Stattdessen setzt der Verein weiter auf junge Spieler und schnelles Umschaltspiel.
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigte der Saisonstart. Elversberg gewann gegen Leverkusen 3:2 und in Mönchengladbach nach einem 1:3-Rückstand noch 4:3. Kapitän Lukas Pinckert ordnete das Bayern-Spiel dennoch zurückhaltend ein: „Das ist einfach nur ein Bonus-Spiel.“
Kleine Arena statt großer Fußballbühne
Auch beim Stadion ist der Unterschied groß. Die Allianz Arena in München zählt zu den bekanntesten Stadien Europas und fasst 75.000 Zuschauer. Sie war bereits Schauplatz von WM- und EM-Eröffnungsspielen sowie von Champions-League-Finals.
Die Arena an der Kaiserlinde in Spiesen-Elversberg ist dagegen weiter im Ausbau. Nach Fertigstellung der Nordtribüne soll sie 15.500 Plätze bieten und den Bundesliga-Vorgaben entsprechen. Derzeit ist das Stadion eine Baustelle mit 9.307 zugelassenen Plätzen. Vor einer solchen Kulisse spielt der FC Bayern selten.
Bundesliga-Ort ohne eigenen Bahnhof
Besonders ungewöhnlich ist auch die Infrastruktur. Spiesen-Elversberg hat rund 10.000 Einwohner und ist derzeit der einzige Bundesliga-Standort ohne eigenen Bahnhof. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung München reisen will, muss zunächst mit dem Bus ins rund sechs Kilometer entfernte St. Ingbert fahren und dort in den Regionalzug umsteigen.
Zum Vergleich: Der Münchner Hauptbahnhof gehört mit mehr als 30 Gleisen zu den größten Bahnhöfen Europas. Dazu kommt ein dichtes Netz aus S- und U-Bahnen. Gerade dieser Gegensatz macht das Spiel zwischen Elversberg und Bayern zu einem besonderen Termin im Bundesliga-Kalender. dpa/red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |