Warum Steinmeier jetzt vor einem historischen Umbruch warnt

Steinmeier will mit der eintägigen Reise Diplomaten das Saarland zeigen  | Foto: Harald Tittel/dpa
  • Steinmeier will mit der eintägigen Reise Diplomaten das Saarland zeigen
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Völklingen. Die internationale Sicherheitslage verändert sich spürbar. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier sieht Deutschland deshalb stärker denn je auf verlässliche Partner angewiesen. Bei einem Treffen mit rund 135 Botschafterinnen und Botschaftern im Saarland sprach er von einem historischen Umbruch.

Deutschland erlebe derzeit einen „doppelten Epochenbruch“. Für diese Situation gebe es keine historische Blaupause, sagte Steinmeier am Mittwoch, 3. Juni, in Völklingen. In dieser Lage brauche das Land militärische Stärke. Gleichzeitig seien Diplomatie, internationale Regeln und verlässliche Partnerschaften entscheidend.

Steinmeier betonte, dass offene Gesellschaften langfristig widerstandsfähiger seien als geschlossene Systeme. Sicherheit, Freiheit und Wohlstand seien keine Selbstverständlichkeit mehr. Generationen vor uns hätten diesen Dreiklang erkämpft.

Als Grund für die veränderte Lage nannte er unter anderem den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Russland habe zentrale Prinzipien der europäischen Sicherheitsordnung gebrochen. Gleichzeitig seien auch im Verhältnis zu den USA frühere Gewissheiten ins Wanken geraten.

In einer Welt, in der rohe Machtpolitik wieder stärker werde, brauche Deutschland vor allem eines. Partner, auf die Verlass sei.

Saarland als Beispiel für gelebtes Europa

Der Bundespräsident hob in seiner Rede die besondere Rolle des Saarlandes hervor. Die Region trage Europa nicht nur politisch, sondern im Alltag in sich. Besonders an der Grenze zu Frankreich zeige sich das enge Zusammenleben.

Das Saarland werde häufig als Vergleichsgröße genutzt, etwa bei der Fläche von Gletschern oder Wüsten. Dabei setze das Bundesland selbst Maßstäbe. Zum Beispiel in Wirtschaft, Forschung, Kultur und im gesellschaftlichen Miteinander.

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bezeichnete den Besuch des Diplomatischen Korps als große Ehre für das Land. Das Saarland könne den internationalen Gästen zeigen, welche Stärke und Innovationskraft in der Region stecke.

Diplomaten besuchen Unternehmen und Forschung

Der Besuch im Saarland ist Teil einer seit 1996 organisierten Reise des Diplomatischen Korps durch deutsche Regionen. Ziel ist es, ausländischen Botschafterinnen und Botschaftern das Land außerhalb Berlins näherzubringen.

Zu den Stationen der Delegation gehörten unter anderem

  • das Elektroinstallationsunternehmen Hager
  • das Leibniz Institut für Neue Materialien an der Universität des Saarlandes
  • das Weltkulturerbe Völklinger Hütte
  • der Keramikhersteller Villeroy und Boch

Im vergangenen Jahr führte die Reise nach Mecklenburg Vorpommern. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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