Beleidigungen, Drohungen, Schmierereien: 57 antisemitische Fälle im Saarland
- 57 antisemitische Vorfälle sind 2025 im Saarland dokumentiert worden (Symboldbild)
- Foto: David Inderlied/dpa
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Saarland. Antisemitische Vorfälle bleiben im Saarland ein anhaltendes Problem. Nach neuen Zahlen der Recherche und Informationsstelle Antisemitismus Saarland wurden im vergangenen Jahr 57 Fälle dokumentiert.
Die Meldestelle mit Sitz in St. Wendel spricht von einer Stabilisierung auf erhöhtem Niveau. Eine Entspannung der Lage sei auch aktuell nicht erkennbar. Hintergrund ist die Entwicklung seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am Samstag, 7. Oktober.
Mehrheit der Vorfälle im öffentlichen Raum
Die dokumentierten Fälle im Überblick:
- 3 gezielte Sachbeschädigungen
- 2 Bedrohungen
- 52 Fälle verletzenden Verhaltens wie Beleidigungen, Parolen oder Schmierereien
26 dieser Vorfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Versammlungen. Zwei Drittel aller Fälle wurden im öffentlichen Raum registriert. Dazu zählen Straßen, Bahnhöfe, Verkehrsmittel oder Grünanlagen.
Israelbezogener Antisemitismus am häufigsten
Am häufigsten trat laut Bericht israelbezogener Antisemitismus auf. Diese Erscheinungsform richtet sich gegen den Staat Israel. Dabei wird dem Land etwa das Existenzrecht abgesprochen. Insgesamt wurden 36 solcher Fälle erfasst.
Ein Bedrohungsfall ereignete sich dem Bericht zufolge in einem privaten Konflikt. Eine jüdische Person wurde dabei antisemitisch beleidigt und mit dem Tod bedroht. Weitere Details wurden aus Gründen des Vertrauensschutzes nicht veröffentlicht.
Mehrere Vorfälle an Schulen
Auch Bildungseinrichtungen waren betroffen. Insgesamt sieben Vorfälle wurden dort registriert.
- 5 Fälle an Schulen
- 1 Vorfall in der Nachmittagsbetreuung
- 1 Vorfall an einer Hochschule
Im Vergleich zum Jahr zuvor ist die Gesamtzahl gesunken. Damals wurden 95 Vorfälle gemeldet. Der hohe Wert im Vorjahr hing laut Bericht jedoch vor allem mit 42 antisemitischen Massenzuschriften zusammen.
Solche Massenzuschriften wurden im aktuellen Berichtsjahr nicht bekannt. Dabei handelt es sich um Briefe oder E Mails mit antisemitischen Inhalten, die an viele Empfänger gleichzeitig verschickt werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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