Forschungs-Neustart in Ingelheim: Boehringer gegen resistente Keime
- Boehringer Ingelheim informierte am Standort in Biberach unter anderem über weitere Forschungsvorhaben. (Archivbild)
- Foto: Helmut Fricke/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Biberach. Für Patientinnen und Patienten könnte der Schritt langfristig mehr Forschung gegen schwer behandelbare Infektionen bedeuten: Boehringer Ingelheim will wieder selbst in die Forschung zu antimikrobiellen Resistenzen einsteigen.
Der Wiedereinstieg soll in Kürze erfolgen. Das geht aus Bemerkungen von Konzernchef Shashank Deshpande bei einem Mediengespräch am Unternehmensstandort Biberach hervor. Gemeint sind Erreger, gegen die Medikamente wie Antibiotika immer schlechter wirken.
Warum resistente Erreger ein Problem sind
Antimikrobielle Resistenzen, kurz AMR, gelten in der Medizin als wachsende Herausforderung. Boehringer bezeichnet AMR als „stille Pandemie“. Nach Angaben des Unternehmens sind derzeit nur wenige neue Antibiotika in der Entwicklung. Für den Alltag bedeutet das: Infektionen können schwieriger behandelbar werden, wenn gewohnte Medikamente nicht mehr ausreichend wirken. Neue Forschung ist deshalb vor allem für Kliniken, Arztpraxen und betroffene Patienten langfristig wichtig.
Boehringer erwartet keine schnellen Gewinne
Der Konzern verspricht sich kurzfristig keine bedeutenden finanziellen Erträge von dem Schritt. In den vergangenen Jahren setzte das Unternehmen aus Ingelheim in der AMR-Forschung vor allem auf strategische Partnerschaften und Joint-Ventures. Mit der Rückkehr zur eigenen Forschung will Boehringer nun wieder stärker selbst an Ansätzen zur Eindämmung resistenter Erreger arbeiten. Details zu konkreten Projekten oder Wirkstoffen nannte das Unternehmen zunächst nicht. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |