Neue Krebszahlen in Rheinland-Pfalz: Männer erkranken seltener
- Das Krebsregister RLP erfasst seit 2016 flächendeckend stationäre und ambulante Patientendaten zu Auftreten, Behandlung und Verlauf von Tumorerkrankungen. (Symbolbild)
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Mainz. Neue Krebsdaten zeigen eine leicht positive Entwicklung bei Kopf-Hals-Tumoren in Rheinland Pfalz. Vor allem Männer erkranken etwas seltener. Darauf weist das Institut für digitale Gesundheitsdaten in Mainz nach aktuellen Auswertungen des Krebsregisters hin.
Im Jahr 2024 wurden im Bundesland 429 Männer und 213 Frauen mit Kopf-Hals-Tumoren diagnostiziert. 164 Männer und 73 Frauen starben daran. Die Zahlen machen deutlich, dass Männer weiterhin deutlich häufiger betroffen sind als Frauen.
Leichter Rückgang bei Neuerkrankungen
Die Inzidenzraten gehen nach Angaben des Krebsregisters insgesamt leicht zurück. Besonders bei Männern ist dieser Trend sichtbar. Auch bei Frauen zeigen die Daten eine rückläufige Entwicklung. Sie fällt jedoch weniger stark aus. Bei den Sterberaten zeigt sich ein ähnliches Bild. Bei Männern ist ein leichter Rückgang erkennbar. Bei Frauen bleiben die Werte weitgehend stabil. Auffällig ist das Alter der Betroffenen. Die meisten Erkrankungen treten im höheren Lebensalter auf. Besonders häufig betroffen ist die Altersgruppe zwischen 70 und 74 Jahren.
Diagnose oft erst in späteren Stadien
Viele Kopf Hals Tumoren werden erst entdeckt, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Dennoch zeigen die Daten eine hohe Behandlungsqualität. Mehr als 80 Prozent der Tumoren werden innerhalb von sechs Wochen nach der Diagnose operiert. In über 90 Prozent der Fälle wird die anschließende Therapie innerhalb von 16 Wochen abgeschlossen.
Mehrere Risikofaktoren bekannt
Kopf Hals Tumoren sind eine Gruppe unterschiedlicher Krebserkrankungen. Die Behandlung wird individuell geplant. Häufig kommen Kombinationen aus Operation, Bestrahlung sowie Chemo oder Immuntherapie zum Einsatz.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen
- Rauchen
- regelmäßiger Alkoholkonsum
- Infektionen mit Humanen Papillomviren HPV
- berufliche Belastung durch Schadstoffe
Der Rückgang der Erkrankungszahlen wird auch mit der seit Jahren sinkenden Raucherquote erklärt. Typische Hinweise auf Kopf Hals Tumoren können Schwellungen im Hals oder im Mundbereich sein.
Daten von Hunderttausenden Patienten
Hinter den Auswertungen stehen das Institut für digitale Gesundheitsdaten Rheinland Pfalz und das dort angesiedelte Krebsregister. Seit 2016 werden landesweit Daten aus Kliniken und Praxen erfasst. Inzwischen liegen Informationen von rund 700.000 Patientinnen und Patienten vor. Ziel ist eine bessere Krebsforschung und eine langfristig bessere Versorgung. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |