BriMel unterwegs
Talk mit Hans-Peter Briegel und zweimal volle Kulturkapelle
- Autor Wolfgang Stephan und Fußballegende Hans-Peter Briegel
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Limburgerhof. Am 8. Dezember fand die Premiere für den Talk und die Buchvorstellung mit der Biografie des legendären Fußballers Hans-Peter Briegel statt. Das gesamte Team der Kulturkapelle im Park freute sich riesig über die große Resonanz, denn die Karten waren innerhalb 24 Stunden ausverkauft, so dass man noch einen Termin am 9. Dezember nachschieben konnte, der ebenfalls ausverkauft war. Ergo hätte man auch noch einen dritten Termin wohl vollbekommen. Hier kommt einem das berühmte Zitat von Paulchen Panther in den Sinn: Es ist nicht aller Tage Abend, er kommt wieder, keine Frage.
Heute war die Kulturkapelle in weihnachtlichem Rot angestrahlt und in der kleinen Hütte gab es Glühwein und Brezel. Genau richtig zum „Eingrooven“ auf den heutigen Abend, an dem nicht nur die Bürgermeister aus Limburgerhof mit Andreas Poigneé, aus Mutterstadt Thorsten Leva und den VG Rheinauen Patrick Fassott nebst Ehefrau später in der ersten Reihe saßen. Viele Fans kamen im FCK-Dress oder entsprechenden Accessoires, Menschen aus der Briegel-Generation, aber auch jüngere Menschen oder einfach nur neugierig gewordene Besucher*innen fanden den Weg hier her. Rainer Diehl war aus Berg, der südlichsten Gemeinde in Rheinland-Pfalz und Nachbardorf zu Lauterbourg, extra für Hans-Peter Briegel angereist. Aber auch das Ehepaar Cornelia und Christian Pauly hatte eine weite Anfahrt aus Bitburg hinter sich, wollten aber die Nacht dann doch hier in der Nähe verbringen. Sie sind seit vielen Jahren mit Hans-Peter Briegel befreundet. Der 14-jährige Nikolas aus Limburgerhof erzählte, dass keiner aus seinem Bekanntenkreis Hans-Peter Briegel kenne, aber er wurde von Papas Seite mit allen EM- und WM-Büchern gefüttert und kennt ihn somit. Die Eltern sind Inhaber von SV-Waldhof-Karten, aber seine Frau hatte eine Dauerkarte für den 1. FC Kaiserslautern. Deshalb war es für ihn etwas ganz Besonderes und er strahlte bis über beide Ohren. Anni Weidmann war mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann oft auf dem Betzenberg und immer begeistert, wenn Hans-Peter Briegel spielte.
Der Autor des Buches „Hans-Peter Briegel - Die Walz aus der Pfalz“, wie er liebevoll betitelt wird, heißt Wolfgang Stephan, der mit seiner Gattin aus Hamburg gekommen war. Diese betreute den Buch- und Signierstand, der zum Abschluss später stark belagert war. Lassen Sie sich nun in einen unvergesslichen humorvollen Abend ein!
Mit einem Glöckchen läutete der Initiator Christian Wahl, mit weihnachtlicher Kopfbedeckung durch den Raum laufend den Abend ein. Er erzählte ein wenig über diesen Ort, die Kapelle, die der Verein vor 10 Jahren erstand und immer wieder mit neuem künstlerischen Leben füllt. Vor 4 Wochen war er in Maikammer zur Lesung von Hans-Peter Briegel und sagte sich „Den Mann müssen wir nach Limburgerhof holen!“. In Abstimmung mit dem Autor wurde der Deckel von den Organisatoren Stefan Naumer und Christian Wahl dann draufgemacht; so schnell wurde man sich einig. Man wolle Kunst und Kultur zusammenbringen. Mehrere Gäste wurden begrüßt und mit einem Applaus an Stefan Naumer weitergegeben. Er ist seit 16 Jahren 1. Vorsitzende des Tennisvereins in Limburgerhof und hatte früher auch Fußball gespielt und freue sich, sein Idol heute persönlich kennenzulernen. Hiermit übergab er das Mikrofon an den Autor Wolfgang Stephan, der das Vergnügen hatte, dieses Buch schreiben zu dürfen. Im tiefsten Herzen sei er Pfälzer und in Sankt Martin geboren. In den letzten Jahren hat er einige Bücher geschrieben und irgendwann kam Hans-Peter Briegel in sein Leben. Mit ihm zusammen gab es mittlerweile 8 Lesungen in Limburgerhof, aber keine war so schnell wie am heutigen Abend ausverkauft. Sensationell! Es folgte ein kleines Geplänkel zwischen den beiden Männern, dem die Zuschauer belustigt lauschten.
Bierdeckel wurden verteilt, auf die das Publikum Fragen aufschreiben konnte, denn während des Talkes wollte man nicht unbedingt Zwischenrufe haben, sondern wirklich alle Fragen am Ende beantworten, damit es nicht ausufert.
Wolfgang Stephan ist Journalist und hat Hans-Peter Briegel Ende der 70er Jahre auf dem Betzenberg kennen. Auch der feine Urlaubsort Marbella spielt eine Rolle, wo sich die beiden Männer Geschichten erzählten. Wolfgang Stephan arbeitet zeitweise dort. Briegels Ehefrau Petra interessiere sich auch nach 40 Jahren Ehe nicht für Fußball und das will was heißen.
Das DFB-Pokalfinale 2024 in Berlin wurde thematisiert und dass kein geringerer als Karl-Heinz Feldkamp das Vorwort zu diesem von April bis Oktober geschriebenen Buch mit 328 Seiten beigesteuert habe. Hans-Peter Briegel ist ein Harmoniemensch bekannt. Dementsprechend toll lief das Interview mit ihm, für das sie 80 Stunden zusammengesessen haben. „Fußbarstar wollte er nie sein, obwohl er einer ist.“ Er ist Mensch geblieben, hat sich nie als Hero gefühlt und kennt seine alten Freunde aus der Jugend noch. Dass er das geschafft hat ist wohl wichtiger als so mancher Fußballtitel.
Es war an der Zeit, diesen Mann ans Mikrofon zu holen und zwar unter donnerndem Beifall. Er erzählte, dass er in der Buchhandlung Thalia 180 Bücher signiert habe, dass der FCK bereits im fünften Jahr in der zweiten Liga spielt und dass man für die Rückrunde nachlegen müsse. Er erwähnte den Trainer Erich Ribbeck, von dem er eine Postkarte bekam und der sich diesen 22-jährigen Mittelstürmer Hans-Peter Briegel anschaute und restlos von ihm begeistert war. Er erzählte, dass er damals als Leichtathletik-Zehnkämpfer 183 cm beim Hochsprung aus dem Stand übersprungen habe und neun Mal Deutscher Jugendmeister wurde, obwohl er nur ein- bis zweimal die Woche trainierte. Alle Disziplinen hat er gut beherrscht - außer Ausdauer. Er kam ursprünglich vom elterlichen Bauernhof, wo er mit anpacken musste und somit körperliche Arbeit kannte. Sein Vater hat ihm wahrscheinlich das sportliche Talent in die Wiege gelegt. Dass er dann Nationalspieler wurde ging ganz schnell und 1980 fuhr er bereits zu den Europameisterschaften nach Italien. Der FCK brauchte einen schnellen Abwehrspieler. Er erinnert sich gerne an den Empfang am Frankfurter Römer nach dem EM-Sieg. Ganz Rodenbach stand Kopf und mehr als 2000 Fans feierten ihr Idol. Er hat bei 34 Spielen beim UEFA-Cup mitgespielt, Angebote von europäischen Ländern flatterten ins Haus. Verona hat den Zuschlag bekommen, aber er musste erstmal im Atlas nachschauen, wo denn Verona überhaupt liegt. Das Publikum amüsierte sich bestens. Seine wichtige Erkenntnis „Wer kein Tor bekommt, kann nicht verlieren!“ wurde noch ein paar Mal herangezogen. Er als teutonischer Hüne spielte gegen den 170 cm großen berühmten argentinischen Fußballspieler Diego Maradona. Hans-Peter Briegel erzählte locker, humorvoll und herrlich unkompliziert Anekdoten aus seinem Fußballeben. So habe er Diego in Mexico City in 2000 Meter Höhe bei einer Dopingkontrolle geholfen und die Luft sei sehr dünn gewesen.
Die Fragerunde aus dem Publikum begann und endete mit den Abschlussworten von Christian Wahl, der hervorhob, dass die beiden Macher des Abends Stephan und Briegel ihre Gage für den privaten Verein der Kulturkapelle im Park (EnPaLi) gespendet haben. Großer Applaus für diese Geste und die 90 Minuten „Spielzeit“. Hans-Peter Briegel wollte sich die Zeit nehmen, jedem Gast Fragen zu beantworten, Selfies zu machen und natürlich Bücher und Accessoires zu signieren und die Schlange war wie anfangs erwähnt sehr lang. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.