Update: Messerattacke in Trier - Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Totschlags
- Polizeieinsatz in der Robert-Schuman-Allee
- Foto: Paul Needham
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Update: Gegen den Mann, der dringend verdächtig ist, am 15. Juli in der Robert-Schuman-Allee in Trier einen 22-jährigen Studenten mit einem Messer erstochen zu haben, führt die Staatsanwaltschaft Trier ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Totschlags. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 22-jährigen afghanischen Staatsangehörigen, der seit mehren Jahren in Trier lebt und zuletzt in der Nähe des Tatorts wohnhaft war.
Zu der Tat kam es gegen 10 Uhr auf dem Fußgängerweg der Robert-Schuman-Allee. Nach dem bisherigen Stand der von der Kriminaldirektion Trier geführten Ermittlungen traf der Beschuldigte, der den Gehweg in Richtung Petrisberg entlangging, dort auf das Tatopfer, das nach einem Einkauf in dem nahegelegenen Lebensmittelmarkt in umgekehrter Richtung unterwegs war. Aus bisher nicht bekannten Gründen griff der Beschuldigte den Studenten mit einem mitgeführten Küchenmesser an und versetzte ihm mindestens zwei Messerstiche in der Oberkörperbereich. Das Opfer brach auf der Straße zusammen und verstarb trotz unverzüglichen Reanimationsmaßnahmen wenig später in einem Krankenhaus. Der Beschuldigte entfernte sich vom Tatort und wurde wenig später in der näheren Umgebung von der Polizei vorläufig festgenommen. Die Einzelheiten des Tathergangs sind noch nicht geklärt und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Bisher gibt es keine Hinweise auf ein mögliches Tatmotiv. Täter und Opfer kannten sich nach den bisherigen Erkenntnissen nicht. Es dürfte sich um eine zufällige Begegnung gehandelt haben.
Der Beschuldigte hat unmittelbar nach seiner Festnahme eingeräumt, auf das Opfer eingestochen zu haben, jedoch ansonsten keine weiteren Angaben zur Sache gemacht.
Der Beschuldigte ist am heutigen Tag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt worden. Dieser hat die einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in der geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet. Nach vorläufigem Stand der Ermittlungen leidet der Beschuldigte an einer psychischen Erkrankung, wegen der er in jüngerer Zeit bereits in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung war. Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war. Zur Klärung dieser Frage wird im Rahmen der weiteren Ermittlungen ein psychiatrisches Sachverständigengutachten eingeholt werden.
Update. Nach dem heutigen Polizeieinsatz infolge eines Tötungsdelikts in der Robert-Schuman-Allee hat die Polizei eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Speziell geschulte Beamte werden bis 18 Uhr in der Robert-Schuman-Allee, zwischen dem Kreisel Kohlenstraße und den Supermärkten, ansprechbar sein. Die Anlaufstelle richtet sich an alle Personen, die sich von der Tat betroffen fühlen und einen Ansprechpartner suchen. Gleichzeitig wird die polizeiliche Opferschutzbeauftrage bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 0651 983-41160 erreichbar sein.
Darüber hinaus muss das Alter des Tatverdächtigen und des Opfers korrigiert werden: Beide Männer sind nicht wie zuvor kommuniziert 23 Jahre sondern 22 Jahre alt.
Update. Am heutigen Mittwochmorgen, 15. Juli, gegen 9:55 Uhr, meldeten Zeugen der Polizei eine verletzte Person auf der Robert-Schuman-Allee. Eine weitere Person habe diese angegriffen und sei nun flüchtig. Bei der Tat sei ein Messer zum Einsatz gekommen.
Der tatverdächtige 23-Jährige konnte im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen kurz nach der Tat angetroffen und vorläufig festgenommen werden. Der ebenfalls 23-jährige Geschädigte wurde vor Ort durch Rettungskräfte reanimiert, ist aber mittlerweile verstorben.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Zu den Hintergründen der Tat können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Die Tat wurde von mehreren Zeugen beobachtet, da sie sich auf offener Straße ereignete. Die Zeugen werden vor Ort durch Notfallseelsorger betreut. Zeugen, deren Personalien der Polizei noch nicht bekannt sind, werden gebeten sich unter 0651 983-43900 zu melden.
Zudem hat die Polizei ein Hinweisportal geschaltet: https://s.rlp.de/E34j8yx. Dort können Zeugen Videos oder Fotos, die sie ggf. von der Tat gefertigt haben, hochladen und den Ermittlern zur Verfügung stellen. Fotos und Videos der Tat sollten auf keinen Fall bei Social Media verbreitet werden - sowohl zum Schutz der Ermittlungen als auch von Opfer und Angehörigen.
Trier. Aktuell kommt es in der Robert-Schuman-Allee zu einem größeren Polizeieinsatz. Eine Person wurde bei einem Gewaltdelikt schwer verletzt. Der Tatverdächtige flüchtete zunächst, konnte aber nach kurzer, koordinierter Fahndung durch Polizeikräfte in der Nähe angetroffen und vorläufig festgenommen werden.
Der Bereich um die Robert-Schuman-Allee ist bis auf weiteres weiträumig gesperrt. Es besteht aktuell keine Gefahr für Dritte, dennoch ist es wichtig den Anweisungen der Einsatzkräfte vor Ort Folge zu leisten.
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.