Gunther von Hagens ist tot: Der Körperwelten-Schöpfer starb mit 81
- Gunther von Hagens: Der „Körperwelten“ Schöpfer starb am 24. Juli im Alter von 81 Jahren.
- Foto: Institut für Plastination e. K.
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Nachrichten. Der Mediziner Gunther von Hagens, Erfinder der Plastination und Schöpfer der „Körperwelten“ Ausstellungen, ist am 24. Juli im Alter von 81 Jahren gestorben. Er entwickelte 1977 an der Universität Heidelberg das Verfahren, mit dem biologische Präparate dauerhaft konserviert werden.
Mit der Plastination machte von Hagens Anatomie nicht nur für medizinische Lehre und Forschung greifbarer, sondern auch für ein breites Publikum. Seine Ausstellungen erreichten nach Angaben des Instituts für Plastination seit der ersten Präsentation mehr als 58 Millionen Besucherinnen und Besucher.
Körperwelten: Was die Ausstellungen weltweit auslösten
Die „Körperwelten“ konzipierte von Hagens gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Kuratorin Dr. Angelina Whalley. Sie betont den aufklärerischen Anspruch hinter dem Blick in den menschlichen Körper: „Gunther wollte den Menschen den Blick unter die Haut ermöglichen - nicht aus Sensationslust, sondern aus der tiefen Überzeugung heraus, dass Wissen über den eigenen Körper zu einem bewussteren, gesünderen und verantwortungsvolleren Leben beitragen kann“, erklärt Whalley.
Auch sein Sohn Rurik von Hagens erinnert an die Wirkung dieses Ansatzes: „Mein Vater war ein Mensch, der nie akzeptierte, dass Grenzen unverrückbar sind. Er hat Anatomie aus dem geschlossenen Raum der Fachwelt in die Mitte der Gesellschaft gebracht“, sagt er.
Plastination, Körperspende und sein letzter Wunsch
Ein zentraler Teil des Projekts blieb die Körperspende. Die in den „Körperwelten“ gezeigten menschlichen Präparate stammen von Menschen, die zu Lebzeiten festgelegt haben, ihren Körper nach dem Tod für Plastination, Wissenschaft und anatomische Aufklärung zur Verfügung zu stellen.
Von Hagens wollte nach Angaben seiner Angehörigen auch seinen eigenen Körper nach dem Tod plastinieren lassen. Dieser Wunsch soll respektiert und umgesetzt werden.
Heidelberg und Guben als wichtige Stationen
1993 gründete von Hagens das Institut für Plastination in Heidelberg, 2006 folgte das Plastinarium in Guben. Dort entstehen anatomische Präparate, die weltweit in Universitäten, medizinischen Hochschulen und Bildungseinrichtungen in der Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern sowie anderer Gesundheitsberufe zum Einsatz kommen.
Die Plastination wird heute an zahlreichen Einrichtungen rund um den Globus genutzt. „Sein Mut, seine Beharrlichkeit und seine unerschütterliche Überzeugung, dass Aufklärung den Menschen dient, werden uns weiterhin leiten“, so Rurik von Hagens. [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |