Tunnelbrand mit 40 Verletzten: Heidelberg probt den Ernstfall
- Das Szenario bei der Tunnelübung: Nach einem Zusammenstoß eines Autos mit einem Kleintransporter in der Mitte des Schlossbergtunnels brennt der Pkw – dargestellt über einen Feuersimulator. Die Feuerwehrkräfte rücken vor, um das Feuer zu löschen.
- Foto: Samuel Scherer
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Heidelberg. Dichter Rauch, ein brennendes Auto und mehr als 40 Verletzte im Schlossbergtunnel: Heidelberg hat am Donnerstagabend den Ernstfall eines Tunnelbrands geprobt. Rund 200 Einsatzkräfte und etwa 70 weitere Mitwirkende testeten dabei ein neues Einsatzkonzept – auch die beteiligten Kliniken übten die Versorgung zahlreicher Verletzter. Der Schlossbergtunnel war dafür über mehrere Stunden gesperrt.
Die Feuerwehr Heidelberg übte gemeinsam mit Rettungsdiensten, dem Universitätsklinikum Heidelberg, dem St. Josefskrankenhaus und weiteren Hilfsorganisationen. Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, testete die Feuerwehr dabei ihr neues Tunnelbrandkonzept unter möglichst realistischen Bedingungen.
So lief die Tunnelbrandübung in Heidelberg ab
Ausgangspunkt war ein Unfall zwischen einem Auto und einem Kleintransporter in der Mitte des Tunnels in der Heidelberger Altstadt. Der Pkw brannte. Mehrere Fahrzeuge standen im Tunnel, dazu ein Bus. Verletzte Personen saßen in Fahrzeugen, andere Menschen versuchten zu flüchten.
Ein Feuersimulator stellte das brennende Fahrzeug dar. Leistungsstarke Rauchgeneratoren erzeugten Brandrauch. Übungsdarstellerinnen und Übungsdarsteller spielten flüchtende und verletzte Personen sowie Fahrerinnen und Fahrer in Fahrzeugen.
Die Feuerwehr musste die Brandstelle schnell finden und löschen. Andere Kräfte suchten Fahrzeuge nach Verletzten ab, retteten Menschen und übergaben sie an den Rettungsdienst. Danach versorgten die Teams die Verletzten, registrierten sie und brachten sie in die beteiligten Kliniken.
Auch die Kliniken probten einen Massenanfall von Verletzten
Das Universitätsklinikum Heidelberg und das St. Josefskrankenhaus trainierten parallel einen Massenanfall von Verletzten. Dabei geht es darum, in kurzer Zeit viele Betroffene notfallmedizinisch zu versorgen.
Beide Häuser halten dafür eigene Alarm- und Einsatzpläne vor. Sie regeln unter anderem, wie zusätzliche Behandlungskapazitäten entstehen, wie Teams alarmiert werden und wie Patientinnen und Patienten je nach Schwere ihrer Verletzungen auf die passenden Bereiche verteilt werden.
Feuerwehrkommandant Heiko Holler sagte nach der Übung: „In der anspruchsvollen Übung konnten wir unter äußerst realitätsnähen Bedingungen das neue Tunnelbrandkonzept testen, das wir in den vergangenen anderthalb Jahren auch mithilfe von Schulungen bei Experten in der Schweiz aufgebaut haben“.
Weiter sagte Holler: „Das neue Konzept hat sich absolut bewährt: Wir haben gemeinsam mit den weiteren beteiligten Einsatzkräften, Rettungsdiensten und Kliniken bewiesen, dass wir in Heidelberg gut aufgestellt und vorbereitet sind für den Ernstfall eines möglichen Tunnelbrandes. Wir werden die Übung jetzt systematisch auswerten und die Erkenntnisse nutzen, um die Zusammenarbeit an den Schnittstellen zwischen den Einsatzkräften weiter zu verbessern. Mein Dank gilt allen Beteiligten sowie der Übungsvorbereitung bei der Feuerwehr Heidelberg.“
Professor Markus Weigand, Stellvertretender Vorstand Medizin am Standort Heidelberg im Verbund der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim, sagte: „Nichts bereitet uns besser auf herausfordernde Einsatzlagen vor als praxisnahe Übungen. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut Feuerwehr, Rettungsdienste, rnv, Kliniken und alle weiteren beteiligten Einrichtungen bereits in der Vorbereitung zusammengearbeitet haben. Gemeinsam ist es uns gelungen, ein sehr realistisches Übungsszenario zu schaffen, von dem alle Beteiligten wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall mitnehmen können. Mein herzlicher Dank gilt allen, die diese Übung organisiert haben, und insbesondere den vielen Freiwilligen, die sich bis in die späten Abendstunden mit großem Engagement eingebracht haben“.
An der Übung beteiligten sich neben der Feuerwehr Heidelberg auch das Polizeipräsidium Mannheim, die Integrierte Leitstelle Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter-Unfallhilfe, das Technische Hilfswerk, das Amt für Mobilität der Stadt Heidelberg und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH. Auch Feuerwehrkräfte aus umliegenden Kommunen wirkten mit.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |