Sechs günstige Wohnungen in Heidelbergs Altstadt: Wer sich jetzt bewerben kann
- Durch die umfassende Sanierung des Gebäudes in der Ingrimstraße in der Altstadt wurden sechs Wohnungen für Menschen ab 60 Jahren geschaffen. Im Innenhof des sanierten Ensembles gaben (von links) Oberbürgermeister Eckart Würzner, Sari Buddensiek und Markus Müller (BM Architekten), Roberta Finotti (Hochbauamt) und Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck einen Überblick über die Modernisierung.
- Foto: Phillip Rothe
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Heidelberg. In der Ingrimstraße 14 in der Altstadt entstehen sechs sanierte Wohnungen für Menschen ab 60 Jahren. Wer die Vorgaben beim Alter und Einkommen erfüllt, kann sich schon jetzt bei der GGH bewerben.
Das denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus nahe dem Marktplatz baut die Stadt seit Februar umfassend um. Ab dem Frühjahr 2027 sollen die Wohnungen bezogen werden. Möglich wurde das Projekt durch eine private Nachlassverfügung eines Ehepaares, das dort bis zu seinem Lebensende mit Nießbrauchrecht wohnte und der Stadt dafür rund eine Million Euro hinterließ.
Oberbürgermeister Eckart Würzner sagte bei einer Pressekonferenz am Montag, 19. Oktober: „In Heidelberg schaffen wir kontinuierlich neuen Wohnraum und das ganz vielfältig – für Menschen in allen Lebenslagen und Einkommensklassen. In der Ingrimstraße stehen ab dem Frühjahr 2027 sechs Wohnungen für Menschen ab 60 Jahren zur Verfügung. Erst das Erbe des früheren Bewohnerpaares hat es möglich gemacht, dass wir hier mit der Sanierung des Wohnhauses starten konnten – dafür sind wir sehr dankbar“
Wer sich für die Wohnungen bewerben kann
Die Stadt verpflichtet sich, die Wohnungen nach den Vorgaben des Erbes zu vermieten. Einziehen können Ein- bis Drei-Personen-Haushalte, in denen bei Mietbeginn mindestens eine Person älter als 60 Jahre ist. Außerdem darf das Jahreseinkommen die Einkommensgrenzen des Wohnraumförderungsgesetzes um nicht mehr als 60 Prozent überschreiten.
Die Kaltmiete liegt laut Stadt Heidelberg bei höchstens 70 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete. Derzeit entspricht das in der Altstadt 8 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Die Vermietung übernimmt die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg im Auftrag der Stadt.
Das Gebäude bietet insgesamt 335 Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnungen sind 40 bis 60 Quadratmeter groß, die Dachgeschosswohnung umfasst rund 80 Quadratmeter. Das Hinterhaus nutzt die Stadt künftig als Fahrrad- und Abstellraum. Von dort führt ein Ausgang zu einem Fußweg zwischen Ketten- und Krämergasse.
Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck sagte: „Bauen im Bestand stellt immer eine Herausforderung dar. Wie es hinter den Wänden und Decken in einem Altbau aussieht, erkennt man oft erst, wenn die Bauarbeiten starten. Umso erfreulicher ist es, dass wir trotz aller Hürden im geplanten Zeit- und Kostenrahmen geblieben sind. Die sanierten Altbauwohnungen sind wahre Schmuckstücke geworden. Mietinteressierte, die die Auflagen für Alter und Jahreseinkommen erfüllen, können sich ab sofort bei der GGH melden“
Altbau bleibt erhalten, aber nicht komplett barrierefrei
Wie die Stadtverwaltung mitteilt, erhielt das rund 250 Jahre alte Haus neue Bäder, sanierte Fenster und ein energetisch erneuertes Dach. Während der Arbeiten traten auch statische Probleme auf. Das Dach war nicht mehr standsicher und musste komplett erneuert werden.
Viele historische Elemente blieben erhalten. Dazu gehören unter anderem die Haustür, Treppen, alte Eichendielen und historische Dachbalken, die nun die Zimmerdecke der Dachgeschosswohnung schmücken.
Ganz barrierefrei ist das Haus allerdings nicht. Wegen Denkmalschutz und vieler Treppen und Stufen konnte die Stadt das Gebäude nicht vollständig entsprechend umbauen. Zum Hauseingang führen sieben Stufen. Die Bäder sind bis auf das Bad in der Dachgeschosswohnung barrierefrei.
Für die Sanierung der beiden Erdgeschosswohnungen nutzte die Stadt die Mittel aus dem Erbe. Für die übrigen Gebäudeteile und die Außenanlage genehmigte der Gemeinderat im Sommer zusätzliche Mittel von rund 1,8 Millionen Euro. Laut Stadt bleiben die Arbeiten trotz der Herausforderungen im Kostenrahmen und sollen wie geplant nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen werden. Eine KfW-Förderung ist bereits genehmigt. Die genaue Höhe steht noch nicht fest.
Interessierte können sich online unter https://www.ggh-heidelberg.de mit dem Vermerk Ingrimstraße bewerben. Fragen beantwortet die GGH per E-Mail an info@ggh-heidelberg.de.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Mannheim |