Heidelberger Jugendgemeinderat bringt mehr Themen junger Menschen ins Rathaus
- Die Jugendgemeinderätinnen und Jugendgemeinderäte übergaben Oberbürgermeister Eckart Würzner ihre Prioritätenliste für jugendrelevante Themen für den städtischen Doppelhaushalt 2027/28.
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Heidelberg. Mit Diskussionen in Jugendzentren, politischen Formaten und eigenen Projekten hat der Heidelberger Jugendgemeinderat seine Arbeit im vergangenen Jahr deutlich auf den direkten Austausch mit jungen Menschen ausgerichtet. Bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gemeinderat am Donnerstag, 15. Oktober, zog das Gremium Bilanz und stellte seine Schwerpunkte für den Doppelhaushalt 2027/28 vor.
Im Mittelpunkt standen Themen, die viele Jugendliche im Alltag direkt betreffen. Dazu zählen aus Sicht des Jugendgemeinderats Jugendräume und konsumfreie Treffpunkte, der öffentliche Nahverkehr, sichere Radwege, die Digitalisierung der Schulen sowie Angebote für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Der Jugendgemeinderat setzte dabei nach Angaben der Stadt Heidelberg auf neue Beteiligungsformate. Bei Pizza und Bildungspolitik diskutierte das Gremium mit jungen Menschen über Herausforderungen im Schulalltag. Mit dem Format Youth Talk ist der Jugendgemeinderat außerdem verstärkt in den Stadtteilen und Jugendzentren präsent.
Von Windenergie bis Feierkultur
Auch kommunalpolitische Themen griff das Gremium auf. Gemeinsam mit Schülervertretungen und dem Forum Energiedialog organisierte der Jugendgemeinderat einen Informationsabend zum Bürgerentscheid Windenergie. Außerdem wirkte er an der Weiterentwicklung des Förderprogramms Mehr junge Feierkultur mit.
Zum zweiten Mal erarbeitete der Jugendgemeinderat auch eine Prioritätenliste für die Haushaltsberatungen und übergab sie an Oberbürgermeister Eckart Würzner. Darin spricht sich das Gremium gegen weitere Kürzungen in jugendrelevanten Bereichen aus.
JGR-Vorsitzender Michael Steinke sagte: „Die Prioritätenliste zeigt, welche Themen junge Menschen in Heidelberg besonders bewegen und wo aus ihrer Sicht Investitionen notwendig sind“.
Neben politischen Terminen setzte der Jugendgemeinderat erneut auf niedrigschwellige Angebote. Das Open-Air-Kino am Iqbal-Ufer zog mehr als 200 Besucherinnen und Besucher an. Zudem pflegt das Gremium den Austausch mit der Jugendvertretung der Heidelberger Partnerstadt Bautzen.
Für die kommenden Monate plant der Jugendgemeinderat weitere Vorhaben. Er bewirbt sich mit einer solarbetriebenen Sitz- und Ladestation für die Neckarwiese um Fördermittel aus dem internationalen Youth Climate Action Fund. Außerdem wertet das Gremium derzeit eine Jugendbefragung zu öffentlichem Nahverkehr, Radverkehr und Sicherheit im öffentlichen Raum aus. Die Ergebnisse sollen in konkrete Vorschläge für Politik und Verwaltung einfließen.
Oberbürgermeister Eckart Würzner würdigte die Arbeit des Gremiums mit den Worten: „Der Heidelberger Jugendgemeinderat vertritt die Interessen junger Menschen mit eigenen Ideen, klaren Positionen und großem Engagement. Diese Perspektive ist für die Entwicklung unserer Stadt ausgesprochen wertvoll.“
Der Jugendgemeinderat Heidelberg ist die demokratisch gewählte Interessenvertretung der Heidelberger Jugendlichen. Das Gremium hat bis zu 30 Mitglieder im Alter von 13 bis 19 Jahren. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Bei Fragen ist die Stadt unter 06221 58-10580 oder per E-Mail an stadt@heidelberg.de erreichbar.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |