Heidelberg erinnert am Donnerstag an die Deportation nach Gurs

Eine Kerze steht als stilles Zeichen des Erinnerns an die Opfer der Deportation. | Foto: Gudrun/stock.adobe.com
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Heidelberg. Mit einer Gedenkveranstaltung im Forum am Park und einer Kranzniederlegung am Gurs-Mahnmal erinnert Heidelberg am Donnerstag, 22. Oktober, an die Deportation von Jüdinnen und Juden nach Gurs vor 86 Jahren. Für die Stadt ist das nicht nur ein Rückblick auf die Geschichte, sondern auch ein aktuelles Zeichen gegen Antisemitismus.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Heidelberg e. V. lädt gemeinsam mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg um 18 Uhr in das Forum am Park, Poststraße 11, ein. Im Oktober 1940 verschleppten die Nationalsozialisten mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Südwestdeutschland nach Gurs in Südfrankreich, darunter rund 300 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Heidelberg.

Im Forum am Park blickt die Theodor-Heuss-Realschule auf ihr Abraham-Pokal-Jahr und ihre Projekte zurück. Danach erhält die Geschwister-Scholl-Schule den Abraham-Pokal 2026/27.

Gedenken setzt sich am Mahnmal fort

Im Anschluss gehen die Teilnehmenden gemeinsam zum Gurs-Mahnmal in der Schwanenteichanlage. Dort setzt sich das Gedenken mit einer Kranzniederlegung fort. Gedenkworte sprechen unter anderem Bürgermeisterin Stefanie Jansen, Rabbiner Jona Pawelczyk-Kissin sowie Prof. Dr. Michael Schmitt, Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Das Mahnmal erinnert seit 2014 an die Deportation der Heidelberger Jüdinnen und Juden von Gleis 1 des damaligen Heidelberger Hauptbahnhofs, der sich einst an dieser Stelle befand. Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, nimmt Bürgermeisterin Jansen außerdem gemeinsam mit Rafael Sison und Alicia Steinberg vom Heidelberger Jugendgemeinderat bereits am Sonntag, 18. Oktober, an einer zentralen Gedenkfeier in Freiburg teil.

Bürgermeisterin Stefanie Jansen betont: „Jüdisches Leben soll in Heidelberg sichtbar, selbstverständlich und sicher sein“. Weiter sagt sie: „Dass dies möglich ist und bleibt, ist unsere gemeinsame Verantwortung. Die Erinnerung an Gurs ermahnt uns, als Stadtgesellschaft Antisemitismus gemeinsam entschieden entgegenzutreten.“

Die Stadt verweist zugleich auf die weiterhin hohe Zahl antisemitischer Vorfälle. Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus dokumentierte für Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 8.725 Fälle. Eine aktuelle, von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes geförderte Studie zeigt laut Stadt zudem, dass Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitsabwägungen den Alltag vieler Jüdinnen und Juden weiter prägen.

Mit der Kommunalen Meldestelle Antisemitismus und dem Runden Tisch gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus stärkt Heidelberg nach eigenen Angaben die Erfassung antisemitischer Vorfälle, die Unterstützung Betroffener und die Präventionsarbeit. Betroffene sowie Zeuginnen und Zeugen erreichen die Meldestelle per E-Mail an meldestelle_antisemitismus@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221 58-15545.

Autor:

Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen

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