Artenschutz-Erfolg bei Heidelberg: Sechs Steinkäuze in die Natur entlassen
- Zoo Heidelberg und BUND Dossenheim haben sechs junge Steinkäuze in der Region ausgewildert.
- Foto: BUND Dossenheim
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Heidelberg. Sechs junge Steinkäuze haben in der Region jetzt eine neue Chance in freier Natur bekommen. Der Zoo Heidelberg und der BUND Dossenheim haben die Tiere an fünf Standorten in Leimen, Reilingen und Heidelberg ausgewildert.
Vier der Jungvögel schlüpften und wuchsen im Zoo Heidelberg auf. Zwei weitere Tiere stammen aus dem Alpenzoo Innsbruck. Wie der Zoo Heidelberg mitteilt, setzten die Projektpartner die Vögel zunächst für drei Tage in kleine Volieren direkt an geeigneten Nisthilfen und versorgten sie dort mit Futter. Danach öffneten sie die Volieren und ließen die Jungkäuze frei.
Diese sogenannte Soft-Release-Methode soll die Chancen erhöhen, dass die Tiere im vorgesehenen Gebiet bleiben. Die Käuze kennen die Nisthilfe dann bereits als sicheren Ort und nutzen sie häufig auch nach der Freilassung weiter.
Projekt meldet bislang erfolgreichstes Brutjahr
Joshua Förg, Kurator im Zoo Heidelberg, sagt: „Mit dem Alpenzoo Innsbruck konnten wir einen hervorragenden Partner für unsere Steinkauz- Auswilderungsmaßnahmen finden. Um genetische Vielfalt sicherzustellen, übernehmen die beiden Tiere aus Innsbruck eine wichtige Funktion“.
An einem Standort testeten die Projektpartner zwei nahe beieinander liegende Minivolieren mit einem Männchen aus Innsbruck und einem Weibchen aus Heidelberg. Ob sich dort im kommenden Jahr ein neues Revierpaar bildet, wollen sie nun genau beobachten.
Wie erfolgreich die Methode sein kann, zeigte sich laut Zoo Heidelberg bereits an einem anderen Standort. Dort hatten Zoo Heidelberg und BUND Dossenheim zuvor einen Steinkauz per Soft-Release ausgewildert. Später beobachteten die Projektpartner dort erst ein unberingtes Weibchen und schließlich eine erfolgreiche Brut mit sieben Jungvögeln.
Für das Artenschutzprojekt Gemeinsam für den Steinkauz war das laufende Jahr das bislang erfolgreichste Brutjahr. Im Projektgebiet zwischen Hemsbach-Laudenbach und Reilingen dokumentierten die Beteiligten insgesamt 90 Jungvögel. Die Zahl der Brutpaare stieg von 17 im Vorjahr auf 22. Dazu kommen 23 Revierpaare.
Seit dem Projektstart am Mittwoch, 30. September setzt sich damit ein positiver Bestandstrend fort. Damals gab es in der gesamten Großregion nur noch ein bekanntes Brutpaar. Inzwischen verteilen sich die 22 Brutpaare auf zehn Gemarkungen, darunter Ladenburg, Weinheim und Heidelberg.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |