Heidelberg lädt zu Lyrikabend mit Stimmen aus Nanjing ein
- Bei der Lesung im Betriebswerk stehen neue Tagelied-Adaptionen aus Nanjing im Mittelpunkt.
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Heidelberg. Wer zeitgenössische Lyrik entdecken will, kann am Sonntag, 11. Oktober, im Betriebswerk in der Bahnstadt neue Tagelied-Versionen aus Nanjing hören. Die Lesung beginnt um 17 Uhr, Einlass ist ab 16.30 Uhr. Im Saalbau am Bahnbetriebswerk 5 präsentieren Lyrikerinnen und Lyriker aus der UNESCO City of Literature Nanjing ihre auf Chinesisch verfassten Adaptionen des Tagelieds. Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, begleiten Kurator Tristan Marquardt sowie das Übersetzer-Team Lea Schneider und Dong Li die Lesung im Gespräch. Zu hören sind Gedichte von Hanjing, Hu Xian, Liu Ligan, Sun Dong und Zou Shengnian. Der Eintritt ist frei.
Reihe verbindet mittelalterliche Form mit Gegenwartslyrik
Das Tagelied zählt zu den bekanntesten Untergattungen der mittelalterlichen Liebeslyrik. Im Mittelpunkt steht die Situation, dass zwei Liebende nach einer gemeinsam verbrachten Nacht aufwachen und sich trennen müssen. Die Reihe Abschied von Gestern startete am Sonntag, 11. Oktober, mit Schreibenden aus der UNESCO City of Literature Melbourne. Danach folgten Beiträge von in Deutschland lebenden Dichterinnen und Dichtern, aus Granada und zuletzt aus Leeuwarden. Tristan Marquardt ist Lyriker, Mediävist und Mitherausgeber der Anthologie Unmögliche Liebe, in der zahlreiche mittelalterliche Tagelieder neu übersetzt wurden. Die Veranstaltung organisieren die UNESCO Cities of Literature Heidelberg und Nanjing gemeinsam mit dem Literaturherbst Heidelberg und dem Konfuzius-Institut an der Universität Heidelberg.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |