Vorwürfe zu China-Kontakten: Cispa in Saarbrücken weist Kritik zurück
- Die Landesregierung sieht offene Fragen. (Archivbild)
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Saarbrücken. Kooperationen mit internationalen Forschern gehören zum Alltag moderner IT‑Forschung. Doch genau solche Projekte stehen derzeit beim IT‑Sicherheitszentrum Cispa im Saarland im Fokus der Debatte.
Das Forschungszentrum hat Vorwürfe zurückgewiesen, zu unvorsichtig mit möglichem Wissensabfluss nach China umzugehen. Hintergrund sind Recherchen der Zeitung „Handelsblatt“. Dem Bericht zufolge könnten durch Kooperationen mit chinesischen Wissenschaftlern sensible Erkenntnisse etwa zu Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit ins Ausland gelangen.
Auch die saarländische Landesregierung sieht Klärungsbedarf. Die Hinweise müssten geprüft und aufgearbeitet werden, teilte die Staatskanzlei mit. Gleichzeitig betonte sie die große Bedeutung des Instituts für den Forschungsstandort.
Viele Wissenschaftler mit chinesischem Hintergrund
Nach Angaben des „Handelsblatts“ arbeiten in einer Forschungsgruppe zu IT‑Sicherheit, Datenschutz und KI 18 von 19 Mitgliedern mit chinesischem Hintergrund. Eine weitere Gruppe zur Verbindung von maschinellem Lernen und Datenschutz bestehe ausschließlich aus chinesischen Forschern.
Die Zeitung verwies darauf, dass China seit 2017 per Gesetz Bürger verpflichten kann, mit den dortigen Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten. Kritiker sehen darin ein mögliches Risiko für internationale Forschungskooperationen.
Cispa betont Schutz vor Wissensabfluss
Das Cispa erklärte dagegen, Forschungssicherheit habe höchste Priorität. Kooperationen würden nach rechtlichen Vorgaben geprüft und bewertet. Zudem sei ein Beauftragter für Forschungssicherheit eingesetzt worden.
Der Aufsichtsrat habe am Dienstag, 10. Juni, eine neue Strategie zur Forschungssicherheit beschlossen. Ziel sei es, Wissenschaft wirksam vor Wissensabfluss zu schützen und gleichzeitig internationale Spitzenforschung zu ermöglichen.
Das Cispa gilt als wichtiges Zukunftsprojekt im Saarland. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Einrichtung bereits besucht. In den Neubau in St. Ingbert fließen rund 350 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds. Seit 2019 gehört das Institut zur Helmholtz‑Gemeinschaft. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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