Beinahe-Coup von Elversberg: Bayern rettet sich spät
- Der FC Bayern bejubelte in Elversberg einen mühevollen Arbeitssieg
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Elversberg. Für Fans des SV Elversberg bleibt nach dem 1:2 gegen den FC Bayern die Erkenntnis, dass der Aufsteiger den Rekordmeister lange ernsthaft in Bedrängnis gebracht hat. Die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner glich durch Maurice Krattenmacher aus und zwang die Münchner erst nach mehreren prominenten Einwechslungen zur späten Antwort.
Der Favorit aus München ging durch Lennart Karl in der 26. Minute in Führung. Elversberg hielt dennoch dagegen und belohnte sich nach der Pause: Krattenmacher traf in der 61. Minute sehenswert zum 1:1. Erst danach brachte Bayern-Trainer Vincent Kompany mit Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Luis Diaz und Alphonso Davies zusätzliche Qualität von der Bank.
Wagner spürt Bayerns Bank-Power
Die Wirkung der Wechsel war aus Sicht der Gastgeber deutlich zu spüren. „Das war brutal. Danach rollte der bayerische Zorn auf uns zu“, sagte Wagner. Harry Kane erzielte in der 72. Minute das 2:1 für die Münchner und verhinderte damit einen Ausrutscher des Rekordmeisters beim Sensations-Aufsteiger.
Bayern-Sportvorstand Max Eberl wertete den mühevollen Sieg als Warnsignal für seine Mannschaft. „Die Lehre ist, dass es mit einem bisschen Weniger echt gefährlich werden kann“, sagte Eberl. Sein Hinweis galt nicht Elversberg allein, sondern dem Anspruch an jedes Spiel: „Egal, ob Elversberg, Dortmund oder Real Madrid – wir müssen in jedem Spiel an unser Limit kommen.“
Auch Kompany sah Defizite bei seinem Team. „Unser Tempo war nicht gut. Und in den Zweikämpfen waren wir nicht so da, wie wir das normalerweise sind“, sagte der Belgier. Nach dem Ausgleich habe Bayern jedoch Tempo, Gegenpressing und Aggressivität gesteigert.
Elversberg erhält Lob für Mut und Atmosphäre
Trotz der Niederlage bekam der Aufsteiger viel Anerkennung. Kompany sprach von einem „mutigen und intelligenten Gegner“, der mit Leidenschaft gespielt habe. Das Spiel sei für Bayern „eklig“ gewesen, sagte der Trainer ausdrücklich als Kompliment.
Auch abseits des Platzes hinterließ Elversberg Eindruck. Die Bayern mussten sich wegen der Stadion-Baustelle in Containern umziehen. Eberl nannte die Bedingungen „Fußball pur“ und betonte, sie hätten die Mannschaft nicht abgelenkt. Kompany bedankte sich für den warmen Empfang in der Region und sagte, er wünsche Elversberg alles Gute, damit Bayern im nächsten Jahr wiederkommen könne. dpa/red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |