Kein Börsengang in Ingelheim: Boehringer bleibt unabhängig
- «Boehringer Ingelheim strebt keine Börsenlistung an», sagt Firmenchef Deshpande. (Handout)
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Ingelheim. Für Beschäftigte, Geschäftspartner und Patienten bleibt Boehringer Ingelheim ein familiengeführtes Unternehmen: Der Pharmakonzern plant weder einen Börsengang noch einen Verkauf.
Konzernchef Shashank Deshpande bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Boehringer Ingelheim keine Börsennotierung anstrebt. Das Unternehmen wolle aus eigener Stärke weiter wachsen und eigenständig bleiben. Die finanzielle Unabhängigkeit habe oberste Priorität, sagte Deshpande zuvor dem „Manager Magazin“.
6,4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung
Für die Entwicklung neuer Medikamente benötigt die Pharmabranche hohe Investitionen. Börsennotierte Wettbewerber können dafür Kapital am Finanzmarkt aufnehmen. Boehringer Ingelheim setzt dagegen auf eigene Mittel.
Nach Unternehmensangaben erzielte der Konzern 2025 einen Umsatz von 27,8 Milliarden Euro und investierte knapp 6,4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. „Wir sind nicht von externen Investoren oder Kapitalgebern abhängig, wir denken in Generationen, nicht in Quartalen“, sagte Deshpande dem „Manager Magazin“.
Eigentümer sind weiterhin die Nachfahren des Firmengründers Albert Boehringer. Dessen Urenkel Hubertus von Baumbach führte den Vorstand bis zum Sommer 2025. Anschließend übernahm er den Vorsitz des Gesellschafterausschusses, der die Eigentümerfamilie vertritt.
Fokus auf neue Medikamente
Eine Börsennotierung bringt umfassende Veröffentlichungspflichten mit sich. Zudem richten Investoren ihren Blick häufig auf Quartalsergebnisse. Deshpande verwies auf die eigene Forschungsarbeit und die Entwicklungspipeline. „Wir haben die Wettbewerbsfähigkeit und die Pipeline, um weiter erfolgreich zu sein“, sagte er der dpa.
Zu den wichtigsten Feldern der Humanpharma zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen, Krebs, Fettleibigkeit und Lebererkrankungen. Das Unternehmen kündigte außerdem an, wieder in die Forschung zu antimikrobiellen Resistenzen einzusteigen. Dazu gehört die Entwicklung neuer Antibiotika gegen Erreger, die gegen Medikamente widerstandsfähig geworden sind. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |