Klarer Kurs in Mainz: Martin hält an Leihmutterschafts-Verbot fest
- «Wenn wir einen Markt öffnen, dann wissen wir genau, was passiert», sagt Martin. (Archivfoto)
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Mainz. Für die Debatte über Leihmutterschaft in Rheinland-Pfalz zeichnet sich vorerst keine politische Lockerung ab. Der neue Justizminister Helmut Martin sprach sich in Mainz dafür aus, am geltenden Verbot festzuhalten.
„Bei mir überwiegen die Sorgen, was es bedeutet, wenn wir das liberalisieren oder freigeben“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Wenn ein Markt geöffnet werde, sei absehbar, was passiere. Das sei für ihn „ein schrecklicher Gedanke“.
Martin verweist auf Menschenbild und Schutzgedanken
Martin begründete seine Haltung auch mit seinem Verständnis von Elternschaft und dem Wert des Lebens. Er tue sich schwer mit dem Eindruck, ein Kind könne etwas Verfügbares sein und jeder habe einen Anspruch darauf. Von diesem Grundsatz abzuweichen, werde seinem Verständnis von Elternschaft nicht gerecht.
Zugleich betonte der Minister, ihm sei bewusst, wie belastend die Situation für Paare sein könne, die aus verschiedenen Gründen keine Kinder bekommen könnten. Er sehe die seelischen Nöte konkreter Betroffener. Eine politische Freigabe von Leihmutterschaft sei für ihn dennoch nicht die richtige Antwort.
Kritik an Spahns Vorgehen
Auslöser der jüngsten Debatte war die Mitteilung von Unionsfraktionschef Jens Spahn und seinem Mann, Eltern geworden zu sein. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn zur Welt. Damit nutzten beide einen Weg, der das in Deutschland geltende Verbot umgeht.
Martin sagte, für Spahns Vorgehen habe er „nicht so viel Verständnis“. Es gebe zwar nachvollziehbare Entschuldigungsgründe. Zugleich nannte er die Entscheidung „höchstpersönlich“ und verwies darauf, dass in einer Ehe zwei Menschen betroffen seien.
Wer ein solches politisches Amt habe, an den dürften aber auch besondere Anforderungen gestellt werden, sagte Martin. Diesen sei Spahn nach seinem Empfinden nicht gerecht geworden. Nach der Debatte in der Union trat Spahn am Samstag, 18. Juli, als Unionsfraktionschef zurück. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |