2,3 Millionen Euro Förderung für neues SchUM-Besuchszentrum in Worms
- An das jüdische Erbe zu erinnern, ist wichtig. Dafür gibt es bald ein neues Besucherzentrum in Worms. Hier: Der Eingang zum jüdischen Friedhof in Worms.
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Worms. Worms erhält rund 2,3 Millionen Euro Fördermittel für den Bau eines neuen SchUM-Welterbe-Besuchszentrums am Neumarkt. Das Projekt stärkt Tourismus, Innenstadtentwicklung und die Sichtbarkeit jüdischer Geschichte und Kultur. Die Stadt Worms wird für die Schaffung eines neuen SchUM-Besuchszentrums mit rund 2,3 Millionen Euro gefördert. Davon stammen etwa 1,2 Millionen Euro aus Landesmitteln sowie rund 1,1 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Der Fördersatz beträgt 85 Prozent der förderfähigen Kosten. Ziel des Projekts ist es, die UNESCO-Welterbestätte SchUM-Stätten zeitgemäß zu vermitteln und einen zentralen Ort der Information, Begegnung und Bildung in der Wormser Innenstadt zu schaffen.
Stärkung von Welterbe, Tourismus und Innenstadt
„Als eine von sieben Welterbestätten in Rheinland-Pfalz besitzen die Wormser Elemente des Welterbes SchUM-Stätten ganz besondere Strahlkraft. Mit dem neuen Welterbe-Besuchszentrum schaffen wir mitten in der Innenstadt von Worms einen Ort der Begegnung, der Geschichte erlebbar macht und Brücken baut: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Menschen aus aller Welt. Das Projekt schafft durch digitale Technologien neue Besuchererlebnisse und hat durch die Anbindung an das touristische Zentrum der Stadt und die Einkaufsstraßen ein starke Impulswirkung für die gesamte Innenstadtentwicklung von Worms“, sagte Ministerin Daniela Schmitt bei der Bescheidübergabe in Worms. „Mit dem neuen Besucherzentrum investieren wir somit auch in den Regierungsschwerpunkt „Innenstädte der Zukunft“. Das neue Besucherzentrum stärkt den Tourismus und die City sowie das Bewusstsein für die Vielfalt und den Reichtum jüdischen Lebens in unserem Land“, so die Ministerin.
Besucherzentrum am Wormser Neumarkt
Das neue Besuchszentrum entsteht am Wormser Neumarkt und wird zu einer zentralen Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Geplant ist ein Pavillon auf der bisherigen Parkplatzfläche, ergänzt durch neugestaltete Außenflächen sowie die Einbindung des SchUM-Lab. Die Gestaltung soll Offenheit, Großzügigkeit und Zugänglichkeit betonen.
UNESCO-Vorgaben und nachhaltiges Vermittlungskonzept
Mit dem Vorhaben erfüllt die Stadt Worms die Anforderungen der UNESCO, wonach Welterbestätten über ein Konzept zur Vermittlung des „Outstanding Universal Value“ verfügen sollen. Grundlage bilden sieben Leitprinzipien: Zugang und Verständnis, Informationsquellen, Umfeld und Kontext, Authentizität, nachhaltige Planung, Mitwirkung und Evaluation sowie Forschung und Bildung. Die Entwicklung des Konzepts erfolgt in enger Abstimmung mit dem Welterbe-Sekretariat der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) sowie der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen. Auch die Landeszentrale für Politische Bildung wird beratend eingebunden. Das Projekt ist Teil des Landeskonzepts „Gemeinsam handeln für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“.
Drei Ebenen für moderne Wissensvermittlung
Das Besuchszentrum verbindet klassische Vermittlungsansätze mit zeitgemäßer Szenografie und digitalen Technologien und gliedert sich in drei Ebenen:
• Ebene A: Ein transparenter Informations- und Besuchspavillon mit gläserner Fassade und „schwebender“ Sandstein-Dachscheibe, der sich harmonisch in den Neumarkt einfügt und auch außerhalb der Öffnungszeiten ein Blickfang ist.
• Ebene B: Neugestaltung des Neumarkts mit Außenausstellungen, zusätzlichen Grünflächen sowie einem rund um die Uhr zugänglichen Vermittlungsangebot auf etwa 160 Quadratmetern Nutzfläche.
• Ebene C: Das SchUM-Lab als lokales Vermittlungs-, Veranstaltungs- und Begegnungszentrum mit mehrsprachigen, barrierearmen Medienstationen zu jüdischem Leben, der Geschichte von Worms, der Synagoge, dem Heiligen Sand, der Mikwe und archäologischen Grabungen.
Enge Kooperation und realistischer Zeitplan
Die Maßnahme wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Worms, dem Verein SchUM-Städte, den Städten Mainz und Speyer sowie der IG Gästeführer umgesetzt. Der Planungs- und Genehmigungsprozess begann 2023, konkrete Beschlüsse folgten 2024. Für die Realisierung ist ein Zeitraum von rund drei Jahren vorgesehen. Oberbürgermeister Adolf Kessel betonte: „Wir sind stolz auf unser reiches jüdisches Erbe. Ich freue mich, dass es nun noch sichtbarer für die Wormserinnen und Wormser und unsere Gäste wird.“ Kulturkoordinator Dr. David Maier ergänzte: „Nach der Anerkennung der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz als UNESCO-Welterbe im Jahr 2021 ist die Schaffung eines Besuchszentrums in der zentralen Innenstadt der konsequente nächste Schritt. Ich bin froh über diesen wichtigen Meilenstein, mit dem außerdem erstmals eine EFRE-Förderung nach Worms geht.“ Birgit Kita, Geschäftsführerin des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz und Sitemanagerin des Welterbes, erklärte: „Dass nun auch Worms als zweite Stadt im Welterbe SchUM-Stätten ein Besuchszentrum schafft, wertet das Gesamtensemble der SchUM-Stätten weiter auf. Es ist wunderbar, dass der Antrag, an dem auch der Verein mitgearbeitet hat, positiv beschieden worden ist und wir nun weiter die Inhalte mitgestalten dürfen.“ [red/rgb]
Autor:Reiner Bohlander aus Frankenthal |
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