Razzia wegen Menschenhandel: Zwei Haftbefehle vollstreckt

Internationale Ermittler gehen gegen eine mutmaßliche Gruppe wegen Menschenhandels, Einschleusens und Geldwäsche vor. Zwei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen, in Brasilien sicherten Behörden zudem Konten und Immobilien. | Foto: Paul Needham
  • Internationale Ermittler gehen gegen eine mutmaßliche Gruppe wegen Menschenhandels, Einschleusens und Geldwäsche vor. Zwei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen, in Brasilien sicherten Behörden zudem Konten und Immobilien.
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Mainz. Am Freitag, 10. Juli, sind nach internationalen Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Tätergruppierung wegen Menschenhandels mehrere Durchsuchungen und zwei Festnahmen vollstreckt worden. Das Verfahren führt der Fachbereich Menschenhandel der Kriminaldirektion Mainz unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Gießen, wie das Polizeipräsidium Mainz berichtet.

Nach Angaben der Ermittler läuft das verdeckte Verfahren seit September 2025. Im Fokus steht eine bundesweit agierende Gruppierung brasilianischer Herkunft. Ihr wird vorgeworfen, über Jahre Transpersonen aus Brasilien nach Deutschland geschleust zu haben, um sie hier in der Prostitution finanziell auszubeuten. Die Ermittlungen betreffen zudem den Verdacht des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern und der Geldwäsche. Wegen der internationalen Verbindungen wurde bereits im Januar bei EUROPOL eine Operational Task Force eingerichtet, an der unter anderem auch Brasilien beteiligt ist.

Durch Vernehmungen mehrerer Geschädigter, verdeckte Maßnahmen und Finanzermittlungen habe sich der Verdacht erhärtet. Nach bisherigem Stand mussten die Betroffenen demnach einmalig 10.000 Euro Servicegebühr zahlen, dazu eine wöchentliche Gebühr und außerdem 50 Prozent ihrer Einnahmen abgeben. Wer sich weigerte oder aussteigen wollte, soll mit Repressalien gegen Angehörige in Brasilien sowie mit einer Anzeige bei deutschen Behörden wegen eines illegalen Aufenthalts bedroht worden sein.

In der vergangenen Woche wurden die Beschlüsse in Köln, Düsseldorf und im Raum Siegen mit Unterstützung örtlicher Polizeikräfte und von EUROPOL vollstreckt. Die beiden mutmaßlichen Hauptbeschuldigten wurden festgenommen, dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Gießen vorgeführt und anschließend in Justizvollzugsanstalten gebracht. In Brasilien wurden zudem Bankkonten und ermittelter Immobilienbesitz gepfändet. Außerdem durchsuchten die Behörden 13 Unternehmen, die nach bisherigem Ermittlungsstand als Briefkastenfirmen zur Geldwäsche gegründet worden sein könnten. Die Ermittlungen dauern an.

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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