Start der Nibelungen-Festspiele in Worms: Neue Sicht auf Kriemhild
- Die Sängerin und Komponistin Alice Merton wurde 2017 mit «No Roots» bekannt.
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Worms. Ein neues Stück, internationale Künstler und eine veränderte Bühnenanordnung sollen den Nibelungen-Sommer in Worms noch intensiver machen. Die Nibelungen-Festspiele zeigen von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 2. August, die Neuinszenierung „Die Hunnenkönigin“ vor dem Kaiserdom.
Die Produktion entsteht erstmals in enger Zusammenarbeit mit der Londoner Theatercompagnie „Les Enfants Terribles“. Intendant Nico Hofmann erwartet dadurch einen deutlich internationaleren Blick auf den bekannten Sagenstoff.
Auch künstlerisch setzt das Festival auf neue Formen. Die Inszenierung verbindet Schauspiel mit Musik, Tanz und Puppentheater und soll als großes Bühnenspektakel angelegt sein.
Kriemhild rückt stärker in den Mittelpunkt
Im Zentrum der Geschichte steht die Figur der Kriemhild. Nach Einschätzung des künstlerischen Leiters Thomas Laue ist ihre Geschichte im Nibelungenstoff bisher selten vollständig erzählt worden.
Prägende Rollen übernehmen zwei bekannte Schauspielerinnen. Maria Drăguș, bekannt aus dem Film „Das weiße Band“, und Jeanette Hain aus „Werk ohne Autor“ stehen gemeinsam auf der Bühne. Ergänzt wird das Ensemble durch die Sängerin Alice Merton.
Musik live vor dem Dom
Alice Merton wurde 2017 mit dem Hit „No Roots“ international bekannt. Bei den Festspielen gestaltet sie gemeinsam mit Sänger und Komponist Alexander Wolfe die Musik. Beide treten live auf der Bühne vor dem Wormser Kaiserdom auf.
Neue Tribünen näher am Geschehen
Auch für das Publikum gibt es eine Neuerung. Zusätzlich zur großen Tribüne entstehen erstmals zwei kleinere Zuschauerbereiche direkt auf der Bühne.
- Zwei zusätzliche Tribünen links und rechts der Spielfläche
- Nähe zur Bühne nach dem Vorbild einer Shakespeare-Anordnung
- Besonders unmittelbares Theatererlebnis
Die Nibelungen-Festspiele finden seit 2002 in Worms statt und haben sich über Rheinland-Pfalz hinaus einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr waren alle 16 Vorstellungen bereits vor der Premiere ausverkauft. Rund 1400 Plätze standen bisher pro Abend zur Verfügung.
Nach Angaben des Landes Rheinland-Pfalz wird das Festival zusätzlich gefördert. Neben der bisherigen Förderung von 750000 Euro stellt das Land weitere 50000 Euro bereit. Kulturministerin Katharina Binz sieht in den Festspielen eine Verbindung von kulturellem Erbe und aktueller gesellschaftlicher Debatte etwa über Gerechtigkeit, Macht und Verantwortung. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |