Bis zu 9,5 Meter tief: Was unter der Eppelheimer Straße in Heidelberg entsteht
- Auch das sind Tiefabarbeiten: unter der Eppelheimer Straße wird neue Infrastruktur verlegt. Bürgermeister Jürgen Odszuck (2. von links) besichtigte gemeinsam mit Sebastian Bruder vom Tiefbauamt (links) und Kerstin Maixner von der Geschäftsstelle Bahnstadt.
- Foto: Stadt Heidelberg
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Heidelberg. Unter der Eppelheimer Straße entsteht gerade eine komplett neue Infrastruktur. Und das bei laufendem Verkehr. Die Stadt rechnet damit, dass die Arbeiten zwischen Kölle Zoo und Bauhaus voraussichtlich Ende 2027 fertig sind.
Die Stadt Heidelberg baut die Eppelheimer Straße im Zuge der Bahnstadtentwicklung um. Den Abschnitt von der Czernybrücke bis auf Höhe des Luxor-Kinos hat die Stadt bereits fertiggestellt. Seit dem Baubeginn im Januar laufen die Arbeiten im Bereich zwischen Kölle Zoo und Bauhaus.
Neue Leitungen, Kanalbau in großer Tiefe und mehr Barrierefreiheit
Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck hat sich am Montag, 24. August, bei einem Baustellenbesuch im Rahmen seiner Sommertour ein Bild gemacht. Er sagte: „Mich beeindruckt, wie viel auf dieser Baustelle bereits erreicht wurde. Die meiste Arbeit bleibt für Außenstehende allerdings unsichtbar: Unter der Straße entsteht Schritt für Schritt eine völlig neue Infrastruktur. Dass dabei so viele Leitungen, Kanäle und Bauarbeiten auf engstem Raum ineinandergreifen, zeigt, wie komplex ein Projekt dieser Größenordnung ist. Umso schöner ist es zu sehen, dass die Bauarbeiten gut vorankommen und die Eppelheimer Straße immer mehr Gestalt annimmt“.
Zum Start hat die Stadt eine ehemalige Gleisanlage zurückgebaut. Dabei hat sie auch asbestbelastetes Fugenmaterial fachgerecht entsorgt. Danach hat das Team das Gelände vorbereitet. Auf rund 5.000 Quadratmetern glich es Höhenunterschiede aus und bewegte insgesamt rund 2.000 Kubikmeter Bodenmaterial.
Unter der Oberfläche hat die Stadt laut Stadtverwaltung bereits große Teile der neuen Versorgung umgesetzt. Dazu zählen Leerrohrtrassen für die Stadtwerke, eine neue Fernwärmeleitung auf rund 200 Metern, eine neue Wasserleitung sowie die Straßenentwässerung auf der Südseite und Teile des Abwassersystems. Außerdem installierte sie die neue Straßenbeleuchtung und bereitete Baumpflanzgruben für spätere Begrünung vor.
Aktuell treiben die Stadtbetriebe den neuen Abwasserkanal weiter voran. Er liegt rund 4,5 Meter tief. Parallel entstehen am künftigen Knotenpunkt zur Bauhaus-Zufahrt und entlang der südlichen Seite in Richtung Rachel-Carson-Straße neue Bordsteine. Sie sollen später den Verlauf von Fahrbahn sowie Geh- und Radwegen festlegen. Zeitgleich erneuern die Stadtwerke abschnittsweise die Stromversorgung und ersetzen alte Leitungen.
Technisch bleibt das Projekt anspruchsvoll. Der Kanalbau reicht stellenweise bis 9,5 Meter in die Tiefe. Dazu kommt der Ausbau und die Entsorgung von PAK-belastetem Asphalt sowie der geplante Abbruch des Fundaments der ehemaligen Brücke an der Eppelheimer Straße. Gleichzeitig baut die Stadt barrierefreie Kreuzungen mit abgesenkten Bordsteinen und taktilen Leitelementen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Die Eppelheimer Straße bleibt während der gesamten Bauzeit befahrbar. Die Stadt richtete dafür zu Beginn eine südliche Umgehungsstraße ein, die den Verkehr in beide Richtungen an der Baustelle vorbeiführt. Die Gewerbebetriebe sollen erreichbar bleiben. Zusätzlich schuf die Stadt eine Verbindung zum Pfaffengrund über den Diebsweg. Sie läuft über die südliche Umgehungsstraße als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Westen.
Zum Gesamtpaket gehört auch die neue Rachel-Carson-Straße. Sie soll künftig die Eppelheimer Straße mit dem Langen Anger verbinden und neue Bauflächen erschließen. Die Stadt plant zudem einen neuen Knotenpunkt. Er soll den Stadtteil Pfaffengrund besser anbinden und den Lückenschluss für den Radverkehr schaffen.
Weitere Informationen gibt es online unter heidelberg.de/eppelheimerstrasse.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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