Teddy-Einsatz in Rheinland-Pfalz: Trost für Kinder im Streifenwagen

Das Polizei-Ehepaar Kim und Kevin Zorn hatte die Idee mit den Seelentröster-Teddys, 1.100 sind es zunächst im Land.  | Foto: Helmut Fricke/dpa
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Mainz. Kinder in belastenden Polizeieinsätzen sollen in Rheinland-Pfalz künftig schneller Trost bekommen. In jedem Funkstreifenwagen der Polizei werden Seelentröster-Teddys mitfahren, die betroffenen Kindern Halt geben sollen. Das kündigte Innenminister Achim Schwickert (CDU) in Mainz an.

In einem ersten Schritt wurden nach Angaben des Innenministeriums 1.100 Stofftiere von der Deutschen Teddy-Stiftung für 375 Funkstreifenwagen beschafft. Die Teddys sollen Polizistinnen und Polizisten vor Ort helfen, wenn Kinder nach Unfällen, Gewalt oder anderen belastenden Einsätzen verängstigt sind.

Pilotprojekt in Koblenz überzeugte die Polizei

Getestet wurde die Idee zunächst in der Polizeidirektion Koblenz. Die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen seien überwältigend gewesen, berichtete Polizistin Kim Zorn. Auch ihr selbst habe es in schwierigen Momenten geholfen, für Kinder etwas Greifbares anbieten zu können.

Die Idee entstand nach Angaben der Beteiligten während der Ausbildungszeit von Kim und Kevin Zorn an der Hochschule der Polizei. Später befassten sich beide in einer Bachelorarbeit mit psychologischer Erster Hilfe für Kinder im Streifendienst. Polizeiseelsorger Hubertus Kesselheim begleitete die Arbeit und trieb das Projekt mit voran.

Wann die Teddys zum Einsatz kommen können

Ob ein Teddy an ein Kind übergeben wird, entscheiden die Einsatzkräfte je nach Lage selbst. Möglich ist das etwa nach einem Verkehrsunfall, nach einem schweren Familienstreit, bei häuslicher Gewalt oder nach sexuellen Übergriffen.

Kesselheim sieht die Stofftiere als eine Art Einsatzmittel. Kinder seien bei Polizeieinsätzen oft mit Angst, Verunsicherung oder Misstrauen überfordert. In solchen Momenten brauche ein Kind keine großen Erklärungen, sondern „ein kleines Stück Sicherheit". Die Teddys ersetzten keine Gespräche und keine professionelle Hilfe, könnten aber eine Brücke bauen.

Finanziert werden die Teddys zunächst über zwei Jahre von der Stiftung Kriminalprävention. Schwickert sagte, gute Polizeiarbeit brauche gerade bei betroffenen Kindern neben Professionalität auch Einfühlungsvermögen. [dpa/red]

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dpa content aus Ludwigshafen

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