Mehr Frauen in Wohnungsnot suchen Hilfe in Heidelberg: So arbeitet der FrauenRaum

Ein geschützter Treffpunkt kann Frauen in Wohnungsnot helfen, zur Ruhe zu kommen und Unterstützung zu finden. | Foto: Bürgermeisterin Stefanie Jansen informierte sich im FrauenRaum über die Situation obdach- und wohnungsloser Frauen (von links): Das FrauenRaum-Team Katja Fernandez, Joanna Bonislawka und Tina Ihrig, Bürgermeisterin Stefanie Jansen und Andrea Meixner vom A
  • Ein geschützter Treffpunkt kann Frauen in Wohnungsnot helfen, zur Ruhe zu kommen und Unterstützung zu finden.
  • Foto: Bürgermeisterin Stefanie Jansen informierte sich im FrauenRaum über die Situation obdach- und wohnungsloser Frauen (von links): Das FrauenRaum-Team Katja Fernandez, Joanna Bonislawka und Tina Ihrig, Bürgermeisterin Stefanie Jansen und Andrea Meixner vom A
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Heidelberg. Wer ohne feste Wohnung lebt, bleibt oft unsichtbar. In Heidelberg zeigt sich das besonders bei Frauen. Im vergangenen Jahr hatten 221 Frauen Kontakt zur Wohnungsnotfallhilfe des SKM oder zu Streetworkern. 90 von ihnen suchten den FrauenRaum auf. Das sind mehr als sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Bürgermeisterin Stefanie Jansen, zuständig für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit, besuchte den FrauenRaum und sprach mit dem Team des SKM über die tägliche Arbeit. Sie tauschte sich auch mit Frauen aus, die die Angebote nutzen. Dabei ging es um die Frage, wie niedrigschwellige und passgenaue Hilfe Frauen in prekären Lebenssituationen erreicht.

Warum viele Frauen nicht auf der Straße auftauchen

Viele wohnungs- und obdachlose Frauen vermeiden aus Angst vor Gewalt oder Ausgrenzung das Leben auf der Straße. Sie übernachten stattdessen vorübergehend bei Bekannten oder leben in unsicheren Verhältnissen. Die Stadt Heidelberg finanziert deshalb den FrauenRaum des SKM als Tagesstätte und Fachberatungsstelle nur für Frauen. Dort gibt es keinen Zugang für männliche Besucherinnen und Besucher.

Eine Besucherin beschreibt den Ort so: „Wenn man mal Schiffbruch im Leben erlitten hat, ist es nicht leicht, am ‚normalen‘ gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, erzählt eine Besucherin. „Aber hier, wo man geschützt nur mit Frauen zusammen ist, die ähnliches erfahren haben, herrscht einfach ein anderes Klima. Hier kann ich einfach sein, wie ich bin.“

Im FrauenRaum verbindet der SKM unmittelbare Hilfe mit weiterführender Unterstützung. Zur Grundversorgung gehören unter anderem Verpflegung, Duschen, Kleidung, Waschmöglichkeiten und Hygienematerialien. Sozialarbeiterinnen unterstützen außerdem bei Fachberatung, Krisenintervention, Behörden und Anträgen. Sie helfen bei Existenzsicherung und vermitteln in weiterführende Angebote.

SKM-Geschäftsführer Matthias Meder betont: „Wohnungslosigkeit ist nicht geschlechtsneutral und deshalb darf es auch die Hilfe nicht sein. Der FrauenRaum zeigt seit über 15 Jahren, was möglich wird, wenn Frauen einen geschützten Ort finden, an dem sie Vertrauen fassen, ihre Stärken entdecken und neue Perspektiven entwickeln können. Gleichzeitig kann die Wohnungsnotfallhilfe allein Wohnungslosigkeit nicht verhindern. Dazu braucht es vor allem auch bezahlbaren Wohnraum, damit ein Weg in ein eigenes Zuhause überhaupt möglich wird“.

Der FrauenRaum gehört in Heidelberg zu einem größeren Hilfenetz. Dazu zählen laut Stadt und Träger unter anderem das Karl-Klotz-Haus des SKM mit Tagesstätte und Fachberatung, Streetwork-Angebote, betreute Wohnformen, spezielle Notwohnangebote für Frauen, städtische Wohnungslosenunterkünfte sowie präventive Angebote zur Wohnraumsicherung im Projekt WohnAnker. In den Wintermonaten ergänzt ein städtisches Winter-Notquartier das Angebot. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, verfolgen Stadt und Träger gemeinsam das Ziel, Menschen in Wohnungsnot zu unterstützen, Wohnraum zu sichern und Wege zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen.

Autor:

Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen

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