Adler Mannheim: Meister-Trainer Pavel Gross im Interview
„Sind hierhergekommen, um etwas zu gewinnen!“

Das erfolgreiche Trainer-Trio (von links): Pertti Hasanen, Pavel Gross und Mike Pellegrims.  foto: pix
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Eishockey. Abgesehen von all den Rekorden, die die Adler während der gerade abgelaufenen Meistersaison aufgestellt haben, hat sich ihr Trainer Pavel Gross mit einer ganz speziellen Premiere in den DEL-Geschichtsbüchern verewigt: Der 50-jährige Tscheche wurde mit Mannheim sowohl als Spieler wie jetzt auch als Trainer Deutscher Meister. Das ist bislang noch niemandem gelungen. Und der „Titelhunger“ des Pavel Gross ist noch lange nicht gestillt.
???: Wie fühlt man sich so ein paar Tage nach der errungenen Meisterschaft?
Pavel Gross: Immer noch gut. Die Saison war lange, es gab kaum eine Pause. Jetzt haben wir drei Tage ordentlich gefeiert und jetzt geht es weiter. Nach der Saison ist vor der Saison. Wir haben schon wieder Meetings, ich fahre dann zur Eishockey-WM in die Slowakei, es gibt schon wieder viel zu tun.
???: Sie wurden als Spieler Meister, jetzt als Trainer. Beschreiben Sie mal den gefühlten Unterschied?
Gross: Für einen Trainer ist es vielleicht etwas weniger emotional. Als Spieler ist man viel involvierter, die Herzfrequenz ist immer oben. Als Trainer hast du natürlich auch Emotionen, aber du zeigst sie nicht so. Auf dem Eis lebst du eine ganz andere Intensität. Als Coach musst du in erster Linie die jeweilige Situation erkennen und entsprechend reagieren, immer die Übersicht behalten, das macht dich nüchterner.
???: Mit welchem Plan sind Sie ursprünglich nach Mannheim gekommen?
Gross: Wir wussten, dass wir hierherkommen um etwas zu gewinnen. Einfach unter die Top Ten zu kommen war nicht unser primäres Ziel. Gemeinsam mit Mike Pellegrims und Pertti Hasanen wollten wir ein System etablieren, welches die Gegner zu Fehlern zwingt. Wir wollten von anfang an unangenehmes Eishockey spielen. Unsere Mannschaft sollte bestimmen, was auf dem Eis passiert, nicht der Gegner. Das Team hat diese Spielphilosophie auch sehr schnell verinnerlicht. Wir hatten keine großen Ups und Downs und wenn es mal kritisch war, sind wir immer wieder zurückgekommen. Gerade in den Playoffs haben wir nochmal eine richtige Schippe draufgelegt.
???: Das Wort Meisterschaft kam Ihnen nie über die Lippen. Wann haben Sie sich das erstemal ernsthaft mit diesem Ziel beschäftigt?
Gross: So nach den ersten sechs Wochen konnte man ja schon sehen, in welche Richtung sich dieses Team entwickelt. Wir haben im Oktober die Tabellenführung übernommen und sie nicht mehr hergegeben. Die Ergebnisse sind natürlich nicht unwichtig, aber die Entwicklung der Mannschaft ist für mich immer der wesentlichste Aspekt.
???: Gab es einen Spieler in ihrem Kader, dessen Entwicklung Ihnen besonders gut gefallen hat?
Gross: Ich rede ungern über einzelne Spieler, wir gewinnen und verlieren zusammen. Das Team steht immer im Vordergrund.
???: Was können Sie zu den bisherigen Neuzugängen sagen?
Gross: Wir wollen ein läuferisch starkes Eishockey spielen. Unter diesem Hauptgesichtspunkt holen wir auch unsere neue Spieler. Wir wollten keine abgetakelten Spieler, die in erster Linie wegen gutem Geld hierherkommen, wir haben hungrige Spieler gesucht. Und die haben wir auch gefunden. Wir brauchen Gewinnertypen in der Kabine, die zudem einen guten Charakter haben. Die Neuen sind solche Typen.
???: Viele sprachen schon von einer neuen Dynastie. Wie denken Sie über solche waghalsigen Aussagen?
Gross: Ich lese nicht so viel Zeitung, deswegen möchte ich dazu gar nichts sagen. Natürlich habe ich das mitbekommen, aber was die Journalisten so schreiben das können wir sowieso nicht kontrollieren. Wir versuchen unseren Job so gut zu machen wie es geht und das gilt natürlich auch für die kommende Spielzeit.
???: Wie sehr sehen Sie Mannheim als ihr Zuhause?
Gross: Als Trainer hast du kein Zuhause. Du kannst irgendwo länger sein, dich auch eingewöhnen, aber es ist kein richtiges Zuhause. Das ist das Gesetz dieses Berufes. Mit Mannheim besteht natürlich eine ganz besondere Verbindung, keine Frage. Wir fühlen uns hier sehr wohl, aber ich hatte auch in Wolfsburg sehr gute Jahre, sonst wäre ich nicht so lange dort geblieben. Ein echtes Zuhause gibt es nicht, aber meine Heimat ist Tschechien. Da sind meine Wurzeln. pete

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