Ausstellung "Das geschriebene Bild" eröffnet
Lesen und Schreiben bei der Mannheimer Abendakademie

Siegerehrung mit (von links) Susanne Deß, Geschäftsführerin Abendakademie; Preisträger Konstantin Weber; Preisträgerin Galina Scatova; Bürgermeisterin Dr. Freundlieb; Dr. Juliane Huber, Rektorin Freie Kunstakademie (FKMA).
Siegerehrung mit (von links) Susanne Deß, Geschäftsführerin Abendakademie; Preisträger Konstantin Weber; Preisträgerin Galina Scatova; Bürgermeisterin Dr. Freundlieb; Dr. Juliane Huber, Rektorin Freie Kunstakademie (FKMA). (Foto: PS)

Mannheim. Zum diesjährigen Weltalphabetisierungstag hat die Mannheimer Abendakademie am 8. September in ihrem Foyer die Ausstellung „Das geschriebene Bild“ eröffnet.
Der Weltalphabetisierungstag erinnert seit 1966 als jährlicher Gedenktag daran, dass weltweit circa 860 Millionen erwachsene Menschen nicht oder nur ungenügend lesen und schreiben können. Nach aktuellen Schätzungen betrifft dieser „funktionale Analphabetismus“ etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland; für Mannheim geht man von rund 30.000 erwachsenen Betroffenen aus. 30.000 Menschen zu viel, wie Bürgermeisterin Freundlieb bei der Begrüßung betonte. Wie an allen Gedenktagen werde an diesen viel gedacht, gefordert und gefühlt. Doch solle man nie vergessen, dass dieses Thema auch an allen anderen 364 Tagen des Jahres relevant sei.
Die Abendakademie engagiert sich bereits seit den 70er Jahren für Alphabetisierungsangebote für Muttersprachler*innen und Deutsch-Sprechende. Mittlerweile wurde das Angebot deutlich ausgeweitet und ist im landesweiten Vergleich beispielhaft hob Geschäftsführerin Susanne Deß bei der Eröffnung hervor. „Wir tun dies aus Überzeugung, weil Lesen und Schreiben eine der wichtigsten Voraussetzungen zur gesellschaftlichen Teilhabe sind!“ Allerdings sei ein solch umfangreiches Angebot nicht ohne die Förderung durch die Stadt Mannheim möglich, der sie in ihrer Rede ausdrücklich dankte.
Die Ausstellung wird von Künstlerinnen und Künstler der Freien Kunstakademie Mannheim (FKMA) bestritten, die sich auf Anregung der Abendakademie mit dem Thema Analphabetismus auseinandergesetzt und letztlich ihre Gedanken und Erfahrungen sehr unterschiedlich in Szene gesetzt haben. Oder um es in den Worten von Rektorin Dr. Juliane Huber sagen, sie „packten also dieses Dilemma bei den Hörnern: Wie kann man einen Analphabeten mit bildnerischen Mitteln zum Erlernen des lese- und schreibkundlichen Grundbestecks, des ABCs motivieren?“.
Namentlich ist dies Konstantin Weber mit drei Arbeiten ohne Titel sowie Galina Scatova mit ihrem Bild „Pforte“ besonders gut gelungen, so dass sie sich an diesem Vormittag über einen kleinen Preis freuen konnten.
Die Bilder der Preisträger, aber auch viele weitere Werke sind noch bis 22. September im Foyer der Abendakademie zu sehen. Der Eintritt ist frei. ps

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