Bürgermeisterwahl in Ubstadt-Weiher
Nur ein Abend mit allen drei Kandidaten

Amtsinhaber Tony Löffler (Mitte) und seine beiden Mitbewerber um den Chefsessel im Rathaus von Ubstadt-Weiher: Fridi Miller und Philipp Hasselbach.
  • Amtsinhaber Tony Löffler (Mitte) und seine beiden Mitbewerber um den Chefsessel im Rathaus von Ubstadt-Weiher: Fridi Miller und Philipp Hasselbach.
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Ubstadt-Weiher. Am Sonntag, 6. Mai, wählt Ubstadt-Weiher seinen Bürgermeister. Hinter den Bürgern der vier Ortsteile liegen zwischenzeitlich vier Kandidatenvorstellungen. Lediglich in Ubstadt waren alle drei Kandidaten anwesend, um zirka 120 Interessierten in der Sport- und Kulturhalle Rede und Antwort zu stehen.

Neben Amtsinhaber Tony Löffler stehen am Sonntag Fridi Miller und Philipp Hasselbach auf dem Wahlzettel. In der 15-minütigen Vorstellung blickt Löffler auf das Erreichte der vergangenen acht Jahre zurück und präsentiert seine Ideen, um Ubstadt-Weiher weiter zu entwickeln: Auf der Agenda stehen die Sanierung des Schulzentrums in Ubstadt, bezahlbarer Wohnraum für junge Familien, Alleinerziehende und Senioren, der Ausbau des ÖPNV, das neue Feuerwehrhaus in Zeutern und die Aufnahme des Ubstadter Ortszentrums samt Rathaus in ein drittes Landessanierungsprogramm.

Nüchtern-sachlich erläutert Löffler seine Pläne, füllt seine 15 Minuten mit kommunalpolitischem Inhalt und wirbt um das Vertrauen seiner Zuhörer. Damit bildet er den Gegenpol zu zwei Bewerbern, die keinen Hehl daraus machen, dass sie diese Bürgermeisterwahl nutzen, um für ihre Person, für ihre politischen Ziele Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.

Der 30-jährige Hasselbach blickt auf 17 Jahre politischer Erfahrung am rechten Rand des politischen Spektrums zurück. Der Mitbegründer von „Die Rechte“ aus Straubing ist mehrfach vorbestraft - auch wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Gerade läuft wieder ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen ihn.

Wenig überraschend also, dass er seine 15 Minuten nutzt, um gegen „Gutmenschen mit endlosen Toleranz-Phantasien“ zu wettern, die „Überfremdung in einer multikulturellen Ellenbogengesellschaft“ anprangert und versucht, Ängste vor „kriminellen Ausländern“ zu wecken.

Einig ist er sich mit der 48-Jährigen „Aufdeckungspolitikerin“ Fridi Miller einzig darin, dass Merkel weg muss. Wie das der Ubstadt-Weiherer Bürger bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag richten soll, bleibt am Ende offen. Miller warb in ihrer Rede für das Recht auf ein glückliches und unbeschwertes Leben. Sie kämpfe für Liebe, Familie, Wahrheit und Gerechtigkeit - und am vergangenen Mittwoch auch ein bisschen dafür, dass in Ubstadt-Weiher niemand  rechts wählt. Lieber als Bürgermeisterin wäre Miller allerdings gleich Bundeskanzlerin.

Axel Wermke führte genau so souverän durch den Abend, wie das Ubstadt-Weiherer Publikum auf zwei Kandidaten reagierte, die in der Welt der Kommunalpolitik wohl am Ehesten als exotisch zu bezeichnen sind.

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