PWV - Ortsgruppe Ramberg
Wanderchronik

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Unterwegs zwischen Frankweiler und Ramberg

Alle waren wir zuversichtlich, daß Sabine sich noch ein bissel Zeit lassen würde. Nicht die Sabine oder Sabinchen aus der Moritat, „gar hold und tugendhaft“, sondern das angesagte Orkantief Sabine, das uns laut Wetterbericht am heutigen 9. Februar über der Pfalz bedrohen sollte.
Bereits morgens schon war die Luft merkwürdig frisch, das Licht glasig, und die Berge in der Ferne waren klar und nah wie selten. Aber Petrus hatte ein Einsehen; es blieb den ganzen Tag trocken, nur der Wind …… doch davon später.
Eine seltene Art von Wanderung haben wir heute absolviert, mit mehreren Start-punkten die auf unterschiedliche Weise angelaufen wurden, und einer Wegstrecke, die situationsbedingt modifiziert wurde. Aber unser heutiger Wanderscout Oliver Bülow hatte alles virtuos im Griff.
Für die meisten der Ramberger Wandersleut, es mögen zunächst so an die rund 35 gewesen sein, gings los wie immer am Ramberger Dorfplatz. „Antreten“ um halb zehn, damit der Bus um 9.38 Uhr zuverlässig erreicht wird. Dann gings los nach Dernbach, da ist eine weitere Handvoll Mitwanderer zugestiegen, weiter auf der üblichen Busstrecke nach Eußerthal, dort eine Ortsrundfahrt, zurück über Vogel-stockerhof nach Albersweiler, links gehalten, hoch nach Sankt Johann und nach Frankweiler. Endstation für uns.
Hier haben schon einige weitere Mitwanderer auf uns gewartet, mit und ohne Kinder-wagen, und der eine oder andere Schuhriemen mußte nochmals nachgezogen werden. Ja mehrere unserer jungen Familien haben ihren Nachwuchs mitgebracht, die Wandersleut der nächsten Generation. Und Respekt und Hochachtung vor den Müttern, Vätern, aber auch den Großmüttern und Großvätern, die jetzt auf rund 13 – 16 Kilometern, je nach Route, den Kinderwagen die manchmal beachtliche Steigung hinaufdrücken.
Hinein geht’s dann in das Hainbachtal. Rechts unten, nur wenige Meter tiefer als unser Weg, plätschert er dahin, der Bach. Bereits jetzt geht es leicht bergauf, rechts und links Wald, reichlich Kastanien, aber auch Buchen, und einige Nadelbäume. Dann nach ungefähr einem starken Kilometer zur Rechten ein kurzer Pfad hinunter in den Talgrund zur Walddusche. In weitem Umkreis jedermann bekannt, die von Dr. Ludwig Schneider für seine Gleisweilerer Privatklinik im Jahr 1844 erbaute, dann 1878 in Vergessenheit geratene und anfangs der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckte und restaurierte Walddusche. Und tatsächlich : da hat doch tatsächlich gerade ein fremder Wanderer geduscht in dem etwa 8 Grad kalten Wasser. Jetzt zieht er sich in dem kleinen Sandsteingebäude nahebei wieder an. Wir staunen, aber keiner hat den Mut, es diesem Mann nachzumachen.
Weiter geht´s das Tal hinauf, immer dem Bach entlang. Späterhin dann rechts hinauf, aber immer noch nahe am Bach. Gestartet sind wir bei rund 240 Höhenmetern, zwischenzeitlich sind wir bei über 300 Metern, und unser Etappenziel die Wegspinne am Dreimärker erreichen wir nach rund 4 ½ Kilometern bei etwa 445 Höhenmetern. Immerhin runde 200 Meter Steigung bisher, aber auf breiten und leicht zu gehenden Wegen. Da kann man ohne in Atemnot zu geraten, locker mit den Wanderkameraden plaudern.
Beim Dreimärker, ein Stein, der das Zusammentreffen dreier Gemarkungen, Edes-heim, Burrweiler und Hainfeld, bezeichnet, und auf dem, weshalb auch immer drei Markstücke eingehauen sind, die aber mit dessen Namensgebung nichts zu tun haben, wird gevespert. Alle festen und flüssigen Schätze, alles was das Herz begehrt, werden an der dortigen Sitzgruppe auf dem Tisch ausgebreitet. Zwischen-zeitlich hat der Wind schon recht deutlich zugenommen und der weitere Verlauf der Wanderung wird diskutiert. Teufelsfelsen und Wetterkreuz werden aus dem Programm gestrichen und die Trifelsblickhütte als nächstes Etappenziel anvisiert. In den Baumkronen rumort es zeitweise schon gewaltig, Windböen lassen die Stangen aneinanderschlagen.
Also auf zur Trifelsblickhütte. Dort erwarten uns bereits einige weitere Wanderkame-raden, deren Gehwerkzeuge lediglich den kurzen Aufstieg von Frankweiler hierher verkraftet haben. Zwischenzeitlich ist unsere Gruppe 49 Köpfe stark. Das Essen ist schmackhaft und sehr preiswert, und einen sehr guten Wein haben sie hier auch. Immer wieder erstaunlich, wie viele gute Tropfen es in der Pfalz gibt. Und die ehren-amtlich hier tätigen Kameraden der Ortsgruppe Gleisweiler leisten Erstaunliches. Wartezeit so gut wie keine, alles klappt wie am Schnürchen. Diese Art der Hüttenbe-wirtschaftung durch ehrenamtliche Vereinsmitglieder verdient alle Achtung und jegliche Unterstützung.
Die Stimmung ist gut, geht gar hoch her, und der Geräuschpegel auch. Wo Pfälzer Wanderkameraden beieinander sind, werden Späße gemacht, wird erzählt und gelacht. Wir genießen den Tag - - und nicht nur diesen…..
Aber irgendwann muß halt doch an den Heimweg gedacht werden.
Einige wählen den Weg hinunter nach Frankweiler, dort stehn ihre Autos. Die meist-en gehen zurück zum Dreimärker, aber auch hier gilt es Abschied zu nehmen; eine große Gruppe geht hinunter zum Zimmerplatz, die Landauer Hütte lockt doch allzu sehr zu einem Abschiedstrunk. Und von dort geht es weiter entweder nach Dern-bach, oder über das Ohlsbachtal hinunter nach Ramberg. Einige gehen vom Dreimärker aus um den Roßberg herum, weit, weit unten das Modenbachtal, Richtung Drei Buchen, und selbst dort am Parkplatz trennt sich die kleine Gruppe nochmals; die einen gehen den bequemen breiten Forstweg hinunter nach Ramberg, andere nehmen den schmalen Natursteig vom Waldhaus den Eybühl, auch Eichbühl genannt, hinunter. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, und wenn es genug der Gemeinsamkeit ist, müssen sich die Wege trennen. Selten hat eine Wanderung solch eine variable Routenplanung erfahren. Aber so war´s und so ist´s gut.
Paul vom Eulenhorst

Autor:

Paul vom Eulenhorst aus Trifelskurier

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