PWV Ramberg - Wandern rings um Ramberg
PWV Ramberg - von Ramberg über den Zimmerplatz zum Kiesbuckel

über den Zimmerplatz zum Kiesbuckel

…….. wir lassen uns nicht ärgern von der Hexe Corona … im Gegenteil, wir haben ihr ein Schnippchen geschlagen. Keine Chance hatte sie, wo wir doch immer, oder doch zumeist, genügend Abstand gehalten haben, jeder nur aus seinem eigenen Futtersack gegessen und aus dem eigenen Becher getrunken hat. Und so waren wir alle guter Laune und hatten einen fröhlich entspannten Waldspaziergang. Aber - damit ich es nur von Anfang an erzähle.

Wie immer haben wir uns am Ramberger Dorfplatz getroffen, so gegen 10 Uhr, am Sonntag, den 13. September. Und da ich zusammen mit meiner Frau Heike noch ein bissel früh dran war, den etwas weiteren Weg vom Badischen hier herüber nach Ramberg kann man nämlich nicht immer so genau abschätzen, haben wir unseren Hund Anko hinunter gelassen an den Bach, die selbst-bewußten Pfälzer haben ihre eigene Grammatik und sagen „die Bach“ ! , zum Trinken. Am Tag zuvor müssen hier auch schon ein paar durstige Gesellen, zweibeinige allerdings, unterwegs gewesen sein; für 2 Euro und 8 Cent haben wir da leere Flaschen und Dosen eingesammelt. Gut für die Umwelt und gut für mein Taschengeld. Nachdem dann alle versammelt waren, 31 wackere Wanderinnen und Wanderer, durfte ich den „Tagesbefehl“ ausgeben : hoch zum Zimmerplatz und von dort zur Kirschbaumhütte und schlußendlich zum Naturfreundehaus am Kiesbuckel.

Und hinaus zum Dorf gibt´s drei Möglichkeiten, Marktweg, Ohlsbachstraße oder der Sonnenweg. Die Ohlsbachstraße war es dann, die wir genommen haben. Wie oft sind wir die schon gegangen, stetig bergan, vorbei am Brunnenhaus bis hinauf in den Wald. Auch die Jüngsten waren mit Begeisterung dabei, der Leon, die Leni und der Mats, auch die schon ein bissel ältere Sarah. Es ist schön zu sehen, daß auch der Nachwuchs hineinwächst in unsere Freude an der Natur und am Wandern.

Bei der Schutzhütte, wo der Weg fast eine Kehrtwende macht, haben wir uns dann nach rechts gewandt. Ein schöner, bequem zu gehender Weg, wenn auch manchmal der verflixte Rollsplit unter den Sohlen lebendig wird. Hier irgend-wo verläuft auch die Gemarkungsgrenze zwischen Ramberg und Dernbach, der wir in groben Zügen folgen. Hier stehen, ich muß immer wieder staunen, wenn ich hier vorbeikomme, 4 – 5 riesige Tannen, Abies alba, wie wir sie aus dem Schwarzwald kennen, so richtige „Holländer“, wie sie dort auch genannt wer-den. Ich bin zwar kein Fachmann, aber ich schätze, die eine oder andere dieser Tannen könnte schon ihre 200 Jahre auf dem Buckel haben. Macht sich gut, hier im Pfälzer Wald, wo doch ansonsten die Kastanie recht stark vertreten ist. Die können zwar auch mächtige Stämme machen, in Staufen im Breisgau gibt es so eine, über 320 Jahre alt, mit rund 25 Meter Höhe und 8 Meter 50 Stammumfang, aber im Nutzwald werden sie eben allzu oft „auf den Stock gesetzt“, sodaß letztlich oft nur schenkeldicke Stangen, oder gar nur etwas stärkeres Gestrüpp stehen bleibt. Dabei ist die Kastanie ein sehr wertvolles Holz für jegliche Nutzungsart, nicht zu verachten, die Maroni, die wir im Herbst so gern auf dem Teller haben, und im Klimawandel hat sie ihre Vorzüge, ziemlich hitze- und trockenheitsresistent ist sie, und wird möglicherweise bald die letzten noch vorhandenen Reste an Fichtenbeständen in unseren Breiten helfen zu ersetzen. Gedanken, die einem so durch den Kopf gehen, wenn man durch den Wald spaziert. ……

Schön ist es hier oben. Keiner von uns hat´s eilig, wir genießen das gemütliche Schreiten, 29 Grad ist für heute angesagt, aber noch ist es, obschon die Sonne scheint und Kringel auf den Waldboden macht, recht angenehm frisch. Und wie immer am Anfang, besser gesagt im ersten Drittel jeder Wanderung wird noch kräftig erzählt und geschwatzt. Gegen Ende der Wanderung wird es dann oft schon ein kleines bißchen leiser.

Und dann, ungeplant, aber gerne angenommen, die erste Rast am Zimmerplatz. Hier, wo vor fast 800 Jahren das Bauholz für die Neuscharfeneck gerichtet und „abgebunden“ wurde, haben wir zum ersten Mal unsere Vorräte in den Rucksäcken in Augenschein genommen. Hauptsächlich gings um das Flüssige. Und hier ist auch unsere Wanderkameradin Gertrud zu uns gestoßen mit ihrem Hund. Silka heißt er, besser gesagt, sie, eine schon etwas ältere Grand Dame der Art Canis lupus familiaris, die den Weg von ihrem Wohnort Dernbach herauf zum Zimmerplatz noch immer gut, aber von Ramberg aus nicht mehr geschafft hätte. Große Freude bei allen, besonders bei unserem Anko; Silka gehört halt zur Wanderfamilie. Dafür haben uns aber Leni, Leon und Mats mit ihrer Familie verlassen, sind zurück nach Ramberg, um dort eine Einladung wahrzunehmen.
Auf fast ebenem breiten Weg gings dann weiter an der Ostflanke des Orensbergers hin, einen starken Kilometer im schattigen Wald, und dann rechts hoch auf einem schmalen Fußpfad, zunächst etwas steiler, dann aber auf fast gleicher Höhe bis zur Kirschbaumhütte.

Hier dann eine ausgiebige Rast. Jetzt wurde endgültig ausgepackt. Die Hütte ist nicht groß, auf den Bänken haben wir nicht alle Platz, auch wollten wir etwas auf das Abstandsgebot achten. Ein Großteil von uns hat sich also einen Polder ein paar Schritt weiter ausgesucht und sich dort niedergelassen.

Zwischenzeitlich war es doch recht warm geworden, aber der weitere Weg lag im Schatten, ohne Steigung, zumeist eben oder gar mit einem mäßigem Gefälle. Der Wald ist trocken, rechts und links eine Menge kranker Bäume, hier könnte man Holz für unzählige Haushalte holen. Aber ich denke, für die Forst-wirtschaft ist das Gelände hier am Südosthang des Orensberges, weit rechts oben muß irgendwo der Orensfels liegen, nicht gerade einfach zu bearbeiten. Kurz vor dem Kiesbuckel verlassen wir den breiten Weg, Wanderfreund Günter kennt sich aus und interveniert, als ich vesehentlich am Abzweig vorbeigelaufen bin, und dann gings steil hinunter. Einige von unseren jüngeren Mitwanderern gehen weit voran, und gelegentlich hört man Gesangs-fetzen. Was es doch alles gibt ….

Am Naturfreundehaus Kiesbuckel vorbei. Einzukehren konnten wir uns verkneifen, mit einer so großen Gruppe wäre das sicher nicht ganz einfach zu meistern gewesen. Und dann gings in weitem Bogen um den Berg herum, immer in Richtung Dernbach.

Ein befremdliches Erlebnis hatten wir dort, auf dem recht schmalen Waldweg dann aber doch noch. Wir sind relativ nahe beieinander gegangen, mein Anko, sonst gerne etwas unruhig und übermütig, ging, wie immer an der Leine, brav „bei Fuß“ neben mir, als uns eine andere Wandergruppe entgegen kam. Was ich nicht gesehen habe, die hatten auch einen Hund bei sich, aber freilaufend, ohne Leine. Zunächst sind wir auch gut aneinander vorbei gekommen, bis der fremde Hund sich umgedreht und meinen Anko von hinten angesprungen hat. Gab dann leider eine kurze Beißerei. Als ich mich dann bei dem Besitzer beschwert habe, hat der dann alle Register gezogen. Man sollte gar nicht glauben, wie virtuos die deutsche Sprache gehandhabt werden kann. Sämtliche Tiere des Bauernhofes und diverse menschliche Körperöffnungen mußten als Beleidigung herhalten. Ich war viel zu perplex, um da noch sachlich dagegen zu halten. Schade, aber kein Grund sich zu ärgern …. Oder doch ?

Jedermann weiß doch, und das nicht erst seit den Begründern der Hundepsychologie, seit Feddersen-Peterson, Jan Nijboer bis hin zu Martin Rütter, daß Hunde grundsätzlich an die Leine gehören. Ganz besonders dann, wenn ein an der Leine geführter Fremdhund in den Gesichtskreis kommt und erst recht im Wald. 
 
Aber zu lachen hatten wir auf dem Heimweg dann doch noch etwas. Kurz vor dem Dernbacher Haus sind wir einen recht steilen Weg hinuntergegangen. Einer hinter dem anderen. Und wie gesagt, der Wald ist trocken, der Boden staubig und übersät mit Laub und kurzen trockenen Ästchen. Und was passiert, wenn vorne ein Hund zieht, Herrchen verträumt in die Landschaft schaut und dabei auf einen kurzen Ast tritt ? Richtig. So wars dann auch. Aber die meisten Zu-schauer haben gemeint, der Salto sei gekonnt gewesen, wie ich mich da mit dem Kopf unter dem Arm überschlagen habe. Ob alle aber nur gelacht haben, weil mir nichts passiert ist …. ?

Hinaus aus dem Wald, hin zum Dernbacher Haus, vorbei am Landeplatz der Drachenflieger. Und dann nochmals ein improvisierter Halt um die letzten Tropfen aus den Flaschen zu quetschen. Jetzt ist es richtig heiß, und Schatten gibt es nicht. Zeit für den Heimweg, quer über den Dernbacher Sportplatz, der, so hat man mir gesagt, auf Ramberger Gemarkung liegt, und dann zurück über die Hermersbachstraße zum Ramberger Dorfplatz. Schuhe wechseln, die Füße dampfen ….. 11,5 Kilometer waren das heute, aber ohne Eile, entspannt und locker.

Euer

Autor:

Paul vom Eulenhorst aus Trifelskurier

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